1. Heidelberg24
  2. Baden-Württemberg

Omikron-Alarm in BW: Kommt jetzt eine neue Corona-Verordnung?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marten Kopf

Kommentare

Baden-Württemberg - Die Belastung der Intensivstationen lässt nach, die bald vorherrschende Variante Omikron verläuft milder. Jetzt sollen die Corona-Regeln angepasst werden.

Ständig ist die Corona-Verordnung* des Landes Baden-Württemberg* während der vergangenen Monate geändert und aktuellen Entwicklungen angepasst worden. Seit dem 12. Januar gilt sie nun in ihrer jetzigen Fassung. Aber auch die könnte bald schon wieder passé sein. Denn das Land will sein Stufensystem der Anti-Corona-Maßnahmen überarbeiten. Grund diesmal: Die Omikron-Variante* des tückischen Coronavirus*. Schon Ende Januar will das Sozialministerium die Regeln anpassen, wie die Deutsche Presseagentur am Dienstag (18. Januar) meldet. Aber: Dann könnte es dem Vernehmen nach womöglich in einigen Bereichen auch leichte Lockerungen geben.

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Einwohnerzahl11.103.043 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche35.751,46 km²
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen)

Derzeit gilt im Südwesten weiter die Alarmstufe II mit zahlreichen Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte, obwohl auf den Intensivstationen der Krankenhäuser längst nicht mehr so viele Covid-19-Patienten liegen wie noch vor Weihnachten. Insofern stellt Omikron die Verordnung in gewissem Sinne auf die Probe: Denn Experten gehen davon aus, dass die Variante zwar äußerst ansteckend ist, aber deutlich mildere Verläufe hat als Delta und deswegen weniger Menschen schwer erkranken. Andererseits sind die Sieben-Tages-Inzidenzen zuletzt wieder stark gestiegen.

Corona in BW: Stufensystem wird angepasst – Neue Corona-Verordnung schon nächste Woche

Im vergangenen Sommer hatte die grün-schwarze Landesregierung ein System mit Basis-, Warn- und Alarmstufe I und II* in Baden-Württemberg eingeführt, wie HEIDELBERG24* seinerzeit berichtet. Um eine Überlastung der Kliniken zu verhindern, wurde die Belegung der Intensivbetten und die sogenannte Hospitalisierungsrate als entscheidende Kriterien eingeführt. Letztere gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohner in eine Klinik verbracht werden. Eigentlich hätte die Regierung die Corona-Regeln gemäß seinem Stufensystem längst lockern müssen, da die Grenzwerte vor allem bei den belegten Intensivbetten unterschritten wurden. Doch wegen der wieder steigenden Inzidenzen hatte Baden-Württemberg vergangene Woche entschieden, bis Ende Januar in der Alarmstufe II mit all ihren Einschränkungen zu bleiben.

Übrigens: Unser HEIDELBERG24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Das sei auf Dauer aber nicht zu halten, hieß es in Regierungs- und Koalitionskreisen. Tatsächlich wehren sich aus genau diesem Grund inzwischen auch zahlreiche von den Einschränkungen besonders Betroffene gegen die Verlängerung. Beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim* etwa liegen gleich mehrere entsprechende Eilanträge auf dem Tisch*. Begründung: Nach der ursprünglichen Regelung müsste das Land voraussichtlich schon in den kommenden Tagen sogar zurück in die sogenannte Warnstufe gehen, da der Grenzwert von 390 belegten Intensivbetten dann fünf Tage nacheinander unterschritten werden dürfte. In der Warnstufe würde dann wieder weitgehend 3G gelten, Ungeimpfte hätten dann beispielsweise mit einem aktuellen PCR-Test wieder Zugang zum Einzelhandel.

Corona-Verordnung von Baden-Württemberg: Neue Bund-Länder-Beratungen

Solche weitgehenden Öffnungen gingen angesichts der steigenden Inzidenzen durch Omikron aber zu weit, deshalb müssten die Regeln, die in den einzelnen Stufen gelten, nochmal angepasst werden, heißt es in Koalitions- und Regierungskreisen. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht in den milderen Krankheitsverläufen der Omikron-Variante zwar einen ersten Trend, der sich aber noch bestätigen müsse. Er könne sich zwar Lockerungen in der neuen Corona-Verordnung zu Anfang Februar vorstellen*, wie auch echo24 berichtet. „Ob sie kommen, weiß ich noch nicht“, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Anfang kommender Woche beraten die Ministerpräsidenten wieder mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) über die weitere Strategie im Kampf gegen Corona. (mko/dpa) *HEIDELBERG24 und echo24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare