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Jobanzeige von Rewe-Markt bekommt Negativ-Preis – Markt-Chef reagiert

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Von: Sophia Lother

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Halbierte Schweine wie in diesem Schlachthof waren auch Teil der scharf kritisierten Stellenanzeige eines Rewe-Marktes. (Symbolfoto)
Halbierte Schweine wie in diesem Schlachthof waren auch Teil der scharf kritisierten Stellenanzeige eines Rewe-Marktes. (Symbolfoto) © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Nachdem ein Rewe-Markt eine Jobanzeige aushängt, sind gerade Tierfreunde in Rage – Und Peta vergibt einen Negativ-Preis.

Dietenheim - Stellenanzeigen sorgen in letzter Zeit immer wieder für Wirbel. Beispielsweise, als Edeka in einer Jobanzeige über die Generation Z herzog. Diesmal ist jedoch die Konkurrenz betroffen: Ein Job-Angebot eines Rewe-Markts der etwas anderen Art bekam sogar einen brandneuen Negativ-Preis verliehen.

Doch fangen wir von vorne an. In einer Rewe-Filiale in Dietenheim, das liegt irgendwo am südöstlichen Rand des Alb-Donau-Kreises in Baden-Württemberg, sagt Wikipedia, hat man sich zum Schalten eines Job-Inserates entschieden. Offensichtlich wollte man es beim Rewe-Markt Kriegel aber mal mit ein bisschen Abwechslung probieren und entschied sich für den Slogan: „Du willst mit coolen Säuen abhängen? Dann bewirb dich bei uns [...]“. Das Bild zeigt drei Comic-Schweine mit Sonnebrillen im Vordergrund – im Hintergrund über ein Dutzend Schweinehälften. Das sorgt für Empörung.

Rewe-Markt nach Job-Ausschreibung in der Kritik: „Anzeige verhöhnt das Leid der Tiere“

Die Tierschutzorganisation Peta hat die Anzeige mit dem Negativpreis „Speziesismus des Monats ausgezeichnet. „Zu meinen, es sei in Ordnung, Tiere zu quälen, sie für den menschlichen Verzehr zu töten und sich auch noch – wie hier geschehen – darüber lustig zu machen, ist ein trauriges Beispiel für den in unserer Gesellschaft verbreiteten Speziesismus“, erklärt Peta-Fachreferentin Yvonne Würz in einer Pressemitteilung. Sie fügt hinzu: „Rewe Kriegels Anzeige verhöhnt das Leid der Tiere“.

Kurzdefinition Speziesismus: Laut Peta handelt es sich hierbei um die Annahme, der Mensch sei anderen Arten Überlegen und habe das Recht, sie nach ihrem „Nutzen“ für sich auszunutzen.

Zwar habe Rewe mit seinem veganen Angebot gute Fortschritte gemacht, so die Referentin, aber „wir fordern das Unternehmen auf, ein derart tierfeindliches Verhalten in den Filialen zukünftig strikt zu unterbinden und zu veranlassen, dass die Anzeige entfernt wird.“

Kritik von Peta und Facebook-Community an Job-Ausschreibung: Jetzt äußert sich Rewe

Doch was sagt das Unternehmen dazu? Nach einer BuzzFeed News DE Anfrage bei der Pressestelle der Rewe-Group bekamen wir folgende Antwort: „Der Aushang im Markt wurde vom selbstständigen Marktbetreiber eigenverantwortlich erstellt und ausschließlich in seinem Geschäft platziert. Nach unserer Kenntnis davon haben wir beim Markt darauf gedrungen, das Plakat zu entfernen. Diesem Rat wurde nicht gefolgt.“

Nachdem sich Rewe selbst von den Vorgängen im Rewe Kriegel distanziert hatte, haben wir den Markt-Chef Uwe Kriegel selbst um eine Stellungnahme gebeten. Er gab BuzzFeed News DE von IPPEN.MEDIA folgende Antwort: „Ich bin selbst Vegetarier, das schon seit vielen Jahren“, erklärte er schriftlich und nannte seine Beweggründe für den Aushang: „Es ist mittlerweile sehr schwer, neue Mitarbeiter im Einzelhandel zu finden, genauso wie in vielen anderen Branchen. Und für die Bedienungstheke ist es noch schwerer!
Wir wollten uns von den ‚normalen‘ Stellenausschreibungen abheben, die wir und auch unsere Mitbewerber bisher immer hatten.“ Inzwischen sei die Jobanzeige abgehängt, weil die Stelle besetzt wurde. Auf den Negativpreis von Peta habe er nicht vor, zu reagieren.

Rewe-Markt sorgt mit Stellenanzeige für harsche Kritik von Peta: Die Reaktionen aus dem Netz

Auf Facebook häufen sich inzwischen die Kommentare unter dem Peta-Post. Neben Witzeleien wie „Was will man auch von einem Arbeitgeber erwarten, der Comic Sans MC in einer Stellenausschreibung nutzt?“, ist auch harsche Kritik dabei: „Ich ess zwar Fleisch, aber diese Werbung ist ekelhaft“, so eine Nutzerin. Und eine weitere kommentiert: „Das ist einfach nur krank!“.

Rewe will gedruckte Prospekte mit Sonderangeboten abschaffen und Energie sparen. Etwa 70.000 Tonnen CO₂ können so eingespart werden. Was darauf folgen soll, im Ausblick.

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