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Experten besorgt – zum ersten Mal weiblicher Japankäfer in BW eingefangen

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Von: Marten Kopf

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Baden-Württemberg - Eingeschleppte Tierarten können für Ökosysteme gefährlich sein. Jetzt bereitet der Fund eines weiblichen Japankäfers Experten ernste Sorge.

Vergangenen Herbst war die Welt der Entomologen noch in Ordnung. Einigermaßen zumindest. Entomologen sind Insektenforscher – und die hatten seinerzeit erstmals Exemplare des Japankäfers in Baden-Württemberg gesichtet, in der Nähe von Freiburg nämlich. Und dort kommt besagter Käfer sonst eher nicht vor, der nämlich ist eigentlich in – Überraschung – Japan beheimatet. In Ordnung war die Welt damals dahingehend, dass es sich ausschließlich um männliche Exemplare der Spezies handelte. Doch das hat sich nun geändert, wie HEIDELBERG24 berichtet.

Eingeschleppter Japankäfer in BW: Fang besonders besorgniserregend

Denn erstmals ist jetzt ein weibliches Exemplar der Gattung Popillia japonica entdeckt worden. Wie das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) am Mittwoch (24. August) mitteilt, geriet der Käfer in Weil am Rhein (Landkreis Lörrach) in eine Falle des baden-württembergischen Pflanzenschutzdienstes. Der Fang sei besonders besorgniserregend, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Käfer bereits Eier abgelegt hat.

Der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Freiburg will nun klären, ob es sich bei dem weiblichen Käfer um einen „blinden Passagier“ handelt, der mit dem Güter- oder Reiseverkehr nach Weil am Rhein gelangt ist, oder ob sich in Südbaden bereits eine Käferpopulation aufgebaut hat.

Ein Japankäfer (Popillia japonica) sitzt auf einer Hand (undatierte Aufnahme).
Japankäfer © picture alliance/dpa/Olaf Zimmermann/LTZ Augustenberg

Invasive Tierarten in BW: Gefahr für heimisches Ökosystem

Das Problem: Der etwa ein Zentimeter große Japankäfer wird in der EU als „prioritärer Unions-Quarantäneschädling“ eingestuft, weil er in Obst-, Wein- und Ackerbau große Schäden verursachen kann. Und er hat in Europa kaum Fressfeinde. Überhaupt können eingeschleppte Tierarten in fremden Ökosystemen erhebliches Unheil anrichten. Ebenfalls im südbadischen Raum kämpft man aktuell etwa mit der sich zunehmend ausbreitenden Kalifornischen Kettennatter, die zwar weniger für den Ackerbau, dafür umso mehr für die heimische Vogelwelt eine ernstzunehmende Gefahr ist.

Der eher unscheinbare Japankäfer hat einen metallisch glänzenden, grünen Kopf, braune Flügel und kleine weiße Haarbüschel. Verwechselt wird er oft mit dem heimischen Rosenkäfer, der deutlich größer ist und keine nennenswerten Schäden verursacht. In Verdachtsfällen bittet das LTZ Augustenberg darum, den Käfer zu fangen, einzufrieren und zu fotografieren. Das Foto kann dann mit Angabe des Fundortes per E-Mail an das LTZ geschickt werden. (mko/dpa)

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