In Winteridylle

„Chaotische Zustände“ im Schwarzwald – Corona-Regelbrecher halten Polizei auf Trab

Mitten in der Corona-Pandemie strömten Hunderte Menschen für Schlittenfahrten und Wanderungen nach Dobel.
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Mitten in der Corona-Pandemie strömten Hunderte Menschen für Schlittenfahrten und Wanderungen nach Dobel.

Baden-Württemberg - Ein Massenandrang auf den Schwarzwald zu den Weihnachtstagen hat ein absolutes Chaos ausgelöst. Die Polizei scheint überfordert – jetzt appelliert die Regierung.

Ganz in Weiß, so wünscht man sich eine Winterlandschaft im Schwarzwald zu Weihnachten. Prachtvoller Schnee soweit das Auge reicht und dann schaut auch noch die Sonne raus – ein Winteridyll wie im Bilderbuch. Klar, dass viele Menschen an den Feiertagen raus an die frische Luft wollen. Doch während das Coronavirus* zum Jahresende ungebremst grassiert, sollten eigentlich gewisse Tugenden gelten: in erster Linie Zurückhaltung. Angesichts des Massenandrangs im Schwarzwald scheinen einige Menschen dem heimischen Lagerkoller nachzugeben und eine weitere Verbreitung des Coronavirus in Kauf zu nehmen; und das nächste lange Wochenende steht bereits vor der Tür. Das Gesundheitsministerium des Landes Baden-Württemberg* reagierte mit einem eindringlichen Apell:

Baden-Württemberg: Gesundheitsministerium appelliert an Schwarzwald-Winterausflügler

Aufgrund der teils chaotischen Zustände durch unzählige Tagesausflügler rund um Weihnachten richtet ein Sprecher des Gesundheitsministerium eindringliche Worte an die Menschen:

Wir appellieren an die Menschen, auf Tagesausflüge zu verzichten und die bestehenden Regeln nicht auszureizen

Gesundheitsministerium Baden-Württemberg

Es bleibt bei diesem Appell und so kommt eine Verschärfung der Corona-Verordnung für die regierenden in Baden-Württemberg derzeit nicht in Frage.

Baden-Württemberg: Nach Weihnachten gelten wieder strenge Corona-Regeln hinsichtlich sozialer Kontakte

Der Ministeriumssprecher wies zudem darauf hin, dass die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen für private Treffen lediglich über Weihnachten gegolten hatten.

Im Klartext bedeutet das: An Silvester, Neujahr sowie dem folgenden Wochenende treten wieder die selben Corona-Regeln wie zuvor in Baden-Württemberg in Kraft*. Tagsüber sind Sport und Bewegung an der frischen Luft ausschließlich alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer weiteren, nicht im selben Haushalt lebenden Person erlaubt.

Baden-Württemberg: Chaos im Schwarzwald mitten in der Corona-Pandemie

Über die Weihnachtsfeiertage hatte es mancherorts Verkehrschaos gegeben, zudem registrierte die Polizei unzählige Verstöße gegen die Corona-Verordnung wie Mindestabstände.

Allein in die Gemeinde Dobel (Kreis Calw) strömten Hunderte Menschen für Schlittenfahrten und Wanderungen. Die Parkplätze waren überfüllt, es bildeten sich Staus.

Schlittenfahren hielten viele am vergangenen Wochenende für eine gute Idee. Im Schwarzwald herrschte Hochbetrieb. (Symbolbild).

Mehr als 180 Falschparker bekamen nach Polizeiangaben ein Verwarnungsgeld. Die Zufahrten wurden zwischenzeitlich für Nicht-Einheimische gesperrt.

Baden-Württemberg: Chaos im Schwarzwald – Gemeinde Dobel wurde zum Wallfahrtsort für Winterausflügler

Warum es sich im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Pforzheim gerade auf Dobel konzentriert habe, vermochte ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Montag nicht zu sagen.

Konsequenzen für das anstehende Wochenende samt Feiertag würden mit den Ordnungsbehörden vor Ort besprochen. Im Rathaus Dobel war für Nachfragen zunächst niemand zu erreichen.

Wie sich die Lage entwickelt, hänge wohl stark vom Wetter ab, so der Polizeisprecher. Die Prognosen klingen bislang durchaus ausflugstauglich. Skilifte stehen wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie aber still.

Baden-Württemberg: Schwarzwald – „chaotische Zustände“ beim Parken

Am beliebten Ausflugsziel Mummelsee herrschten ebenfalls „chaotische Zustände“ beim Parken, wie ein Sprecher der Offenburger Polizei sagte. Allein am Sonntagnachmittag (27. Dezember) seien hier knapp 200 Verstöße geahndet worden – etwa wegen Parkens im absoluten Halteverbot.

Entlang der Schwarzwaldhochstraße (B500) hätten so viele Autos gestanden, dass Polizei und Rettungskräfte kaum durchgekommen seien. Mittels Lautsprecherdurchsagen seien die Ausflügler dazu aufgefordert worden, die Corona-Abstandsregeln einzuhalten.

Für das verlängerte Neujahrswochenende seien von Seiten der Polizei zunächst aber keine Maßnahmen geplant, um einen möglichen erneuten Besucheransturm einzudämmen.

Aufgrund der schieren Masse an Menschen sei eine durchgehende Ahndung von Verstößen aber nicht möglich gewesen!

Baden-Württemberg: Chaos auch am Kandel nahe Freiburg

Auch am Kandel nahe Freiburg gab es laut Polizei am Wochenende wieder Chaos. Am Samstag (26. Dezember) sei der Parkplatz überfüllt gewesen, zahlreiche Parkverstöße wurden angezeigt. Auch hier riefen Beamte per Lautsprecher dazu auf, den Mindestabstand einzuhalten.

Man habe „den Berg beschallt“, sagte ein Sprecher. Ab 12 Uhr wurde an beiden Wochenendtagen die Zufahrt zum Kandel zumindest teilweise gesperrt. Konkrete Planungen, um ähnliche Szenen am kommenden Wochenende zu verhindern, gab es laut einem Polizeisprecher aber zunächst nicht. (dpa/esk) *HEIDELBERG24 und wa.de* sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes. 

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