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Heilbronn: Amok-Alarm in Obrigheim – Jugendlicher mit Fake-Waffe festgenommen

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Von: Daniel Hagen

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Amok-Alarm an einer Schule in Obrigheim.
Amok-Alarm an einer Schule in Obrigheim. © Leonard Buchner/Einsatz-Report24

Heilbronn - Nach der Ankündigung eines Amoklaufs an einer Schule in Obrigheim ermittelt die Polizei gegen drei Jugendliche. Einer davon soll eine Soft-Air-Waffe benutzt haben.

Update vom 18. Februar, 14 Uhr: Einen Tag nach dem Amok-Alarm an einer Schule in Obrigheim gibt das Polizeipräsidium Heilbronn neue Details bekannt. So ist nach den Vorfällen, die zu einem Einsatz mit rund 150 Einsatzkräften geführt haben, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Dabei geht es um den Verdacht der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat.

Im Fokus der Ermittlungen stehen zwei 12-Jährige, die wohl die Androhung eines Amoklaufs an die Wand einer Schultoilette geschrieben haben – als „Scherz“. Zudem wird gegen einen 14-Jährigen ermittelt, der aus wenigen Metern Entfernung mit einer Soft-Air-Waffe auf ein Klassenzimmer der Schule gezielt haben soll! Unklar ist derzeit noch, ob die Teenager nun auch die Kosten für den Einsatz tragen müssen, die wohl bei rund 20.000 Euro liegen.

Heilbronn: Amok-Alarm in Obrigheim – Vier Jugendliche gefasst

Erstmeldung: Schock an einer Gemeinschaftsschule im baden-württembergischen Obrigheim bei Heilbronn. Dort ist bereits am Mittwochnachmittag (16. Februar) in einer der Toiletten eine Nachricht gefunden worden, die einen Amoklauf ankündigt. Auch an zwei anderen Schulen in Bad Mergentheim sind ähnliche Drohungen aufgetaucht*, die sich aber als „Streiche“ von Jugendlichen herausstellen – was so kurz nach dem tödlichen Amoklauf von Heidelberg* nicht wirklich eine gute Idee ist. Aufgrund der Warnung hat das Polizeipräsidium Heilbronn die besagte Schule in Obrigheim beschützt und dabei eine Beobachtung gemacht. HEIDELBERG24* berichtet über den anschließenden Einsatz.

StadtHeilbronn (Baden-Württemberg)
Fläche99,88 km²
Bevölkerung125.960 (2019) Eurostat
OberbürgermeisterHarry Mergel (SPD)

Heilbronn: Amok-Alarm an Gemeinschaftsschule in Obrigheim

Die Beamten haben am Donnerstagnachmittag (17. Februar) weiterhin die Schule beschützt. Gegen 15 Uhr sind den Polizisten mehrere verdächtige Personen auf einem angrenzenden Sportplatz aufgefallen, woraufhin ein Amok-Alarm ausgelöst worden ist. Kurz darauf sind rund 100 Einsatzkräfte, darunter das SEK, und ein Hubschrauber im Einsatz. Zudem sind auch Kräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr, der Gemeindeverwaltung und der Notfallseelsorge vor Ort. Im Gebäude selbst befinden sich zu diesem Zeitpunkt rund 380 Schüler und Lehrkräfte, die nach und nach evakuiert und zu einem Betreuungspunkt in der Neckarhalle gebracht werden.

Amok-Alarm an einer Schule in Obrigheim.
Amok-Alarm an einer Schule in Obrigheim. © Leonard Buchner/Einsatz-Report24

Doch nachdem die Verdächtigen geschnappt werden, beruhigt sich die Lage wieder. Es handelt sich um insgesamt vier Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren, die nach ersten Erkenntnissen mit Spielzeugwaffen hantiert haben sollen. Auf dem Schulgelände ist zudem noch eine Patrone gefunden worden. Es hat sich dabei wohl nur um einen „Scherz“ gehandelt, der in letzter Zeit vermehrt im Rahmen eines TikTok-Trends auftritt.

Heilbronn: Jugendliche hantieren mit Spielzeugwaffen

Bei der „Devious-Lick-Challenge“ – die Ende letzten Jahres in den USA aufgekommen ist – geht es darum, Schuleigentum zu klauen oder zu beschädigen. In den letzten Wochen sind auch mehrfach Brände auf Schultoiletten ausgebrochen, die damit in Verbindung stehen könnten. Bei einem Brand im hessischen Dreieich werden sogar zwei Personen verletzt und es entsteht ein Schaden von rund 20.000 Euro. Bei einem Amok-Alarm in Schwetzingen vor einer Woche könnte es sich hingegen um ein technisches Problem gehandelt haben.

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Aufgrund der zahlreichen Fälle, in denen Amokläufe und andere Gewalttaten als „Scherz“ deklariert werden, bittet die Polizei darum, dass Eltern ihre Schüler für das Thema sensibilisieren. Eine solche Ankündigung kann den Verursacher im besten Falle Geld kosten, im schlimmsten Falle das eigene Leben. (pol/dh) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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