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Stadt beheizt Brücken – damit Radler auch im Winter fahren können

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Brücke für Fahrradfahrer in Tübingen.
Die Stadt Tübingen hat bereits die erste beheizte Fahrradbrücke eröffnet. © Christoph Schmidt/dpa

Tübingen hat für 1,5 Millionen Euro eine Fahrradbrücke gebaut. Damit sie im Winter sicher ist, soll sie nun aufwändig geheizt werden.

Schon bald soll sich das „Blaue Band“ komplett durch die Stadt ziehen, mit diesem Projekt will Tübingen das Leben von Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer erleichtern. Dabei könne man von einer Fahrradschnellstraße sprechen, eine Art umweltfreundliche Pendant zur Autobahn, wie sie bereits in Münster, Kopenhagen oder in weiten Teilen der Niederlande üblich seien, denn immer wieder konkurrieren Autos und Fahrräder um Platz zum Fahren, wie ein Beispiel in Weyhe zeigt*. Für die Fahrradschnellstraße muss die Fahrbahn natürlich sicher gestaltet sein, auch im Winter bei Eis und Schnee. Die Lösung: Beheizte Fahrradbrücken.

StadtTübingen
Bevölkerung89.011
Fläche108,1 km²
Gegründet1191

Denn auf Brücken herrsche aufgrund von Metall ein erhöhtes Frostrisiko. Dadurch kann es schnell glatt werden. Keine guten Voraussetzungen dafür, um den den Fahrradverkehr in der Stadt zu stärken. Die erste Brücke ist bereits eröffnet und in Betrieb. Im Einsatz ist sie bisher nur als Brücke gewesen, als beheizte Brücke musste sie aufgrund der Temperaturen bisher noch nicht in Erscheinung treten. Das könnte sich erstmalig im Winter ändern, denn laut Meteorologen sei früher Schnee dieses Jahr nicht unwahrscheinlich*.

Beheizte Brücke für Fahrradfahrer: Brücke kostet 1,5 Millionen Euro

Für rund 1,5 Millionen Euro habe die Stadt die Brücke errichtet. Auf den ersten Blick mag das Projekt nicht sonderlich Umweltfreundlich klingen, jedoch sei der Einsatz von Streusalz deutlich umweltschädlicher und zudem würden mehr als 70 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. In der Theorie fahren dann auch mehr Leute Fahrrad statt mit dem Auto. Auch in anderen Bundesländern soll der Fahrradverkehr gestärkt werden, das Land Niedersachsen fördert deshalb Lastenräder mit einer Million Euro*.

Da es darum gehe, die Brücke zu entfrosten und nicht in dem Sinne aktiv zu beheizen, würde ohnehin verhältnismäßig wenig Energie benötigt werden. Zudem hat die Stadt auch SUVs den Kampf angesagt, in Tübingen zahlen SUV seit Neustem mehr fürs Parken als andere Autos. Die Stadt scheint den Kampf gegen den Klimawandel aufgenommen zu haben. Eine andere Gemeinde wagt sogar den Schritt und testet Belohnungen für Menschen, die ihr Auto abgeben*.

„Fahrradautobahn“ in Tübingen: Zwei weitere beheizbare Brücken bis 2025 geplant

Für das Fahrrad-Projekt will die durch den Fluss Neckar getrennte Stadt Tübingen noch zwei weitere Brücken bis 2025 für die Fahrradschnellstraße bauen. Im Fahrradklima-Test des ADFC in der Kategorie 50.000 bis 100.000 Einwohner stehe die Stadt Tübingen bisher auf Platz 6. Gut möglich, dass die jüngsten Maßnahmen daran etwas ändern und Tübingen auf der Tabelle der besten Fahrradstädte nach oben klettert. Auch die Stadt Sulingen taucht in diesem Jahr erstmalig in dem ADFC-Ranking auf*. Immer mehr Städte diskutieren sogar über eine Autofreie Innenstadt, bis 2030 sollen in Bremens Innenstadt keine Autos mehr fahren dürfen. Auch eine Berliner Initiative fordert eine autofreie Innenstadt*. *kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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