Regeln im Kampf gegen das Coronavirus

Nächtliche Ausgangssperre für Stuttgart: Rund 600.000 Menschen betroffen

In ganz Baden-Württemberg steigen die Inzidenzzahlen und das Coronavirus breitet sich weiter aus - auch in Stuttgart. Deswegen ordnet die Stadt eine nächtliche Ausgangssperre.

Seit mittlerweile über einem Jahr beherrscht das Coronavirus den Alltag den Menschen in Baden-Württemberg. Restaurants, Museen und körpernahe Dienstleister, wie Kosmetik- und Tattoostudios wurden geschlossen. Doch keine Maßnahmen scheinen dauerhaft Wirkung zu zeigen - die Inzidenzzahlen in Baden-Württemberg steigen* immer weiter nach oben, wie echo24.de* berichtet.

Aufgrund dessen planen Bund und Länder bundesweit einheitliche Regeln – das Infektionsschutzgesetz* soll in einem Eilverfahren verschärft werden. Unter anderem sind Ausgangsbeschränkungen von 21.00 bis 5.00 Uhr vorgesehen, wenn in einem Stadt- oder Landkreis die 7-Tages-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen über einem Wert von 100 liegt. Und obwohl die bundeseinheitlichen Regeln noch nicht fix sind, ordnet die Stadt Stuttgart eine nächtliche Ausgangssperre an.

Stuttgart: Wegen steigender Inzidenz - Stadt verfügt nächtliche Ausgangssperre für rund 600.000 Menschen

Ab Freitag dürfen sich rund 600.000 Stuttgarter nicht mehr ohne einen triftigen Grund nachts draußen aufhalten. Konkret: Die Ausgangssperre wird erstmals in der Nacht von Donnerstag, 15. April 2021, auf Freitag, 16. April 2021, ab 0 Uhr verfügt. In den Folgetagen gilt die Beschränkung jeweils von 21 Uhr bis 5 Uhr, heißt es auf der Homepage der Stadt Stuttgart.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper begründete die nächtliche Ausgangssperre am Dienstag, 13. April, wie folgt: „Das städtische Gesundheitsamt stellt weiterhin steigende Infektionszahlen fest. Die ‚Notbremse‘, die wir am 31. März gezogen haben, hat leider nicht zur erhofften Eindämmung des Infektionsgeschehens geführt. Deswegen sind zusätzliche Maßnahmen zum Infektionsschutz leider unerlässlich.“

Im Zuge der Notbremse waren Museen, Galerien und der botanisch-zoologische Garten Wilhelma geschlossen worden. Die meisten körpernahen Dienstleistungen wie in Kosmetik-, Tattoo und Nagel-Studios wurden untersagt. Der Einzelhandel musste sich auf das „Click and Meet“ umstellen.

Nächtliche Ausgangssperre: Stuttgart stützt sich auf kommende Neufassung des Infektionsschutzgesetzes

Die weitreichendere Entscheidung der Landeshauptstadt Baden-Württembergs wurde auch in Anbetracht der Tatsache getroffen, dass alle Landkreise der Region Stuttgart – außer dem Landkreis Böblingen – wegen dort noch höherer Inzidenzwerte bereits eine nächtliche Ausgangssperre verfügt haben. Derzeit beträgt die 7-Tage-Inzidenz im Stadtkreis Stuttgart 149,2 (Stand: 13. April).

Außerdem hat die nächtliche Ausgangssperre in Stuttgart einen weiteren Hintergrund. Wie das Land Baden‐Württemberg angekündigt hat, will es dem Beschluss der Bundesregierung folgen, nächtliche Ausgangssperren durch die beabsichtigte Neufassung des Infektionsschutzgesetzes bereits ab einer dreitägigen Überschreitung des Inzidenzwerts von 100 anzuordnen.  *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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