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Coronatest-Skandal in Stuttgarter Betreuungsheim? Insider packt endlich aus

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Von: Julia Cuprakowa

Einige Menschen haben Vorbehalte gegen Coronatests – auch wenn ihr Arbeitgeber sie vorschreibt. (Symbolbild)
Einige Menschen haben Vorbehalte gegen Coronatests – auch wenn ihr Arbeitgeber sie vorschreibt. (Symbolbild) © Moritz Frankenberg/dpa

In einer Betreuungseinrichtung in Stuttgart sollen Mitarbeiter negative Coronatest-Bestätigungen im großen Stil gefälscht haben.

Auf der Social-Media-Plattform Jodel findet man so manche Offenbarungen und Geständnisse. Die Plattform ist ein soziales Netzwerk für Smartphones. Menschen, die die App nutzen, können sich darin anonym zu Wort melden und alle möglichen Sachen „jodeln“. Aufgrund von Standortdaten-Erfassung sieht man nur Beiträge von Teilnehmern in der Nähe. Man findet dort allerlei Geständnisse und peinliche Offenbarungen. Doch niemand hätte wohl damit gerechnet, dass ein Insider über eine große Fälschungsaktion auspackt, wie echo24.de* berichtet.

So sollen einzelne Mitarbeiter in einer Betreuungseinrichtung in Stuttgart im großen Stil Coronaschnelltests verweigert und sich gefälschte Bestätigungen eines negativen Ergebnisses ausgestellt haben. Das Gesundheitsamt habe von den Vorwürfen erfahren und untersucht derzeit den Fall, wie die Stadt Stuttgart auf Anfrage von echo24.de* mitteilt.

Stuttgart: Fälschungsaktion in Betreuungsheim? Insider packt auf Jodel aus

Mehr als zehn Monate lang sollen einzelne Betreuerinnen und Betreuer der Betreuungseinrichtung gegen die Pflicht verstoßen haben, sich bei Arbeitsbeginn selbst zu testen, um damit eine Coronainfektion auszuschließen, wie die Stuttgarter Zeitung (Artikel hinter Bezahlschranke, Anm. d. Red.) zuerst berichtete. Doch wie flog die Aktion letztendlich auf? Schließlich kann man sich nicht nur auf anonyme Aussagen auf Jodel verlassen.

Die große Fälschungsaktion der Mitarbeiter konnte entlarvt werden, weil es einen Verdacht gegen eine Person gegeben haben soll. Laut dem Jodel-Insider wurde daraufhin angeordnet, dass sich die Mitarbeitenden nicht mehr selbst testen, sondern zentral zu einer Person kommen sollten, dessen Hauptaufgabe das Testen der Kolleginnen und Kollegen sei.

In Stuttgarter Betreuungsheim: Person hatte Angst vor Parasiten – Coronaschnelltests verweigert

Als die verdächtigte Person zum Test kam, habe sie die Testperson angegriffen, berichtete die StZ weiter. Der Insider auf Jodel soll geschildert haben, dass die zu testende Person sich massiv gegen das Einführen des Wattestäbchens gewehrt habe. Sie soll zugeschlagen und den Kittel zerrissen haben. Doch wieso diese extreme Reaktion auf ein Wattestäbchen? Begründet habe sie es mit der Angst vor Parasiten auf dem Teststäbchen.

Bei den angeblichen Parasiten handelt es sich um eine Verschwörungstheorie um „Schwarze Würmer“ und Ethylenoxid in Corona-Stäbchen und FFP2-Masken*, wie echo24.de* bereits berichtete. Für Verschwörungstheoretiker, Corona-Leugner und Gegner* sind die angeblichen „Parasiten“ ein triftiger Grund sich nicht testen zu lassen. Dabei sind die Ängste völlig unbegründet und die Theorien schon seit Langem widerlegt.

Corona-Skandal in Stuttgarter Betreuungsheim: Liegt hier eine Straftat vor?

Dieses auffällige Verhalten der Person habe den Verdacht bestätigt, dass sie noch nie einen Corona-Schnelltest vorgenommen habe. Eine Kollegin soll der Person das negative Testergebnis bestätigt haben. Das genaue Ausmaß der Fälschungsaktion in der Stuttgarter Betreuungseinrichtung schilderte der Insider nicht. Er vermutet jedoch, dass der Betrug sich seit der Einführung der Selbsttests für das Personal im Winter über die ganze Zeit hingezogen habe.

Nun will das Gesundheitsamt Stuttgart die Sache gründlich untersuchen. Sollte sich der Verdacht weiter erhärten, wird aus dem Vorfall eine Angelegenheit für Polizei und Staatsanwaltschaft. Denn wie die Stadt Stuttgart bestätigte, handelt es sich bislang um den Anfangsverdacht einer Straftat – sollte sich der Verdacht erhärten, geht es unter anderem um Urkundenfälschung. Weitere Details zu dem Fall konnte die Stadt derzeit nicht nennen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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