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Stuttgart: Corona-Schock bei Kinderfreizeit

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Von: Simon Mones

Ferienfreizeit
Eine Ferienfreizeit in Stuttgart hat mit einem Corona-Schock geendet. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/Archivbild

In Stuttgart kam es bei einer Ferienfreizeit zu einem Corona-Schock - mit dramatischen Folgen für die Kinder.

Die Ferien sind wohl die schönste Zeit im Jahr, das gilt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Umso trauriger, wenn die freie Zeit wieder endet und man in die Schule oder zur Arbeit zurück muss. Noch schlimmer ist wohl nur, wenn man die Ferien nicht genießen kann, weil man krank ist oder in Quarantäne muss.

Genau das ist nun rund 70 Kindern und deren - ungeimpften - Familienmitgliedern in und um Stuttgart-Vaihingen passiert, wie echo24.de* berichtet. Statt Spiel und Spaß mit Freunden und Familie stand in den letzten anderthalb Wochen Quarantäne auf dem Plan. Zuvor waren im Waldheim in Stuttgart-Vaihingen mehrere Infektionen mit dem Coronavirus aufgetreten, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Ferienfreizeit in Stuttgart: Corona-Infektionen trotz Schutzmaßnahmen

„Es ist erschreckend zu sehen, dass trotz all der sorgsamen Maßnahmen, die wir ergriffen haben, ein Risiko bleibt“, erklärte der für die Waldheimfreizeit zuständige Pfarrer Rüdiger Fett. „Man ist nicht gefeit in dieser Zeit.“ Im Vorfeld hatten sich daher alle Betreuer gegen das Coronavirus impfen lassen. Außerdem wurden die Gruppen stark verkleinert und darauf geachtet, dass diese sich nicht begegnen.

Zudem fanden die meisten Aktivitäten draußen statt, in den Innenräumen mussten Masken getragen werden, wenn kein ausreichender Abstand gehalten werden konnte. Außerdem wurde regelmäßig gelüftet und alle Teilnehmer zweimal die Woche auf das Coronavirus getestet. Doch die Schnelltests schlugen nicht an, weil die Viruslast bei den infizierten Kindern offenbar zu niedrig war.

Stuttgarter: Kinder infizieren sich mit Corona - Gruppen in Quarantäne

Erst als ein Kind in der Nacht vom 31. August auf den 1. September Symptome zeigte und einen PCR-Test machte, fiel das Infektionsgeschehen im Waldheim auf. Denn das Ergebnis des Tests war positiv. „Die betroffene Gruppe wurde sofort nach Hause geschickt“, sagte Pfarrer Fett.

Alleine in dieser Gruppe wurden acht Kinder positiv auf das Coronavirus getestet und auch bei zwei Kindern aus zwei anderen Gruppen wurde später eine Erkrankung nachgewiesen. „Das Virus wurde über Geschwisterkinder oder über andere Wege übertragen“, betonte Fett.

Stuttgart: Kinder in Quarantäne - Gesundheitsamt mit guten Nachrichten

Bei der Ferienfreizeit gelten dabei - wie bei allen Freizeitaktivitäten - deutlich strengere Quarantäneregeln als an den Schulen. Denn wenn im Klassenverbund ein Schüler positiv auf Corona getestet wird, muss nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne*. Stattdessen wird fünfmal statt zweimal die Woche getestet.

Für die Mitglieder der betroffenen Gruppen der Ferienfreizeit im Waldheim galten jedoch 14 Tage Isolation - auch wenn ein negatives PCR-Testergebnis vorlag. Eine Ungleichheit, die bei vielen Eltern auf Unverständnis stieß, wie die Stuttgarter Zeitung schreibt. Am Montagnachmittag (13. September) dann die guten Nachrichten vom Gesundheitsamt: Ab dem 14. September gelte eine neue Coronaverordnung, nach der enge Kontaktpersonen auch im Freizeitbereich nicht mehr 14 Tage in Quarantäne müssen - sofern sie einen negativen Test nachweisen können. Es dürfte nicht die letzte Anpassung der Corona-Verordnung* in dieser Woche gewesen sein, denn auch die neuen Maßnahmen für Ungeimpfte sollen noch verkündet werden. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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