1. Heidelberg24
  2. Baden-Württemberg

Attraktiver Einkaufsort? Neue Statistik schockt Stuttgart

Erstellt:

Von: Julia Cuprakowa

Kommentare

Eine belebte Einkaufsstraße. (Symbolbild)
Die Stuttgarter Innenstadt hat an Attraktivität verloren (Symbolfoto). © Markus Scholz

Laut einer IHK-Studie zum Einzelhandel hat die Stadt Stuttgart stark an Attraktivität verloren. Die Gründe dafür sind vielseitig.

Das Coronavirus hat den Südwesten immer noch fest im Griff, wie echo24.de* im aktuellen Corona-Ticker berichtet. Ist das etwa der Grund dafür, wieso die Stadt Stuttgart* laut einer IHK-Studie zum Einzelhandel so extrem abgebaut hat? Denn: Die Einzelhandelskennzahlen der IHK zeigen deutlich, wie stark Stuttgart unter der Pandemie, dem Online-Handel und anderen politischen oder gesellschaftlichen Ereignissen leidet. Worum geht es bei dieser Einzelhandelskennzahl genau?

Stuttgart kein attraktiver Einkaufort mehr? IHK-Studie schockt die Stadt

Alle zwei Jahre werden die Einzelhandelskennzahlen der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK) veröffentlicht. Die wichtigste Orientierungszahl ist die sogenannte Zentralitätskennziffer. Sie ermöglicht Aussagen über den Netto-Kaufkraftzufluss von außen und den Kaufkraftabfluss einer Kommune nach außen, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Demnach bedeutet ein Wert von über 100, dass der örtliche Einzelhandel mehr Umsätze erzielt, als nach der vorhandenen Kaufkraft der Bürger einer Stadt zu erwarten wäre. Im Klartext: Ein Bürger lässt mehr Geld im Einzelhandel liegen, als er eigentlich könnte. Oder: Es kommen sehr viele Menschen aus anderen Regionen in die Landeshauptstadt zum Einkaufen.

Stuttgart: Laut IHK-Studie – Stadt verliert aus diesen möglichen Gründen an Einkaufs-Attraktivität

Bisher hatte die Stadt Stuttgart bei dieser Berechnung immer mit einem Spitzenwert abgeschnitten. Doch nun findet sich die Stadt mit einer Zentralitätskennziffer von etwa 115 nur noch auf dem zwölften Platz unter den Städten und Gemeinden in der Region. An der Spitze steht Sindelfingen mit einem Wert von 171,6. Doch woran kann diese Entwicklung liegen? Laut StZ können die Gründe sehr vielschichtig sein.

Der Online-Handel

Denn von 20,8 Milliarden Euro Kaufkraft stehen im aktuellen Jahr im stationären Einzelhandel Umsätze in Höhe von 15,8 Milliarden Euro gegenüber. Das sind 1,9 Milliarden Euro weniger als im Jahr 2019. Der Rest fließt in den Online-Handel.

Die Einkaufszentren

Es sind auch die Einkaufszentren in der Region oder die Outlet-City in Metzingen, die der Stadt Stuttgart zusetzen. Nicht von Ungefähr kommt, dass Sindelfingen (171,6) bei der Zentralitätskennziffer Spitzenreiter in der Rangliste der Kommunen ist und Ludwigsburg (160,1) auf Platz drei landet. 

Das Image von Stuttgart

Laut StZ genießt die Stadt Stuttgart einen eher schlechten Ruf. Damit gemeint ist, dass die Standortnachteile der Stadt beim Parken und der Erreichbarkeit zwar nachvollziehbar seien, aber nicht so schlecht sind, wie sie gemacht werden. Das Marktforschungsinstitut IFH Köln hat die Stuttgarter City im Vergleich zu anderen Städten auch unter dem Aspekt Erreichbarkeit beleuchtet. Während die Befragten Stuttgart beim Punkt „Erreichbarkeit mit dem ÖPNV“ die Schulnote 2 gaben, war es beim Punkt „Parkmöglichkeiten“ nur eine 4.

Stuttgart will lebenswerter werden und somit auch Kunden in die Innenstadt locken

Nach neuesten Mitteilungen und medialen Berichten will die Stadt Stuttgart allem Anschein nach wieder an die Spitze der Einzelhandelskennzahl-Tabelle. Denn: Mit dem Konzept „Lebenswerte Innenstadt“ macht Stuttgart erste Schritte in Richtung autofreie Innenstadt*, wie echo24.de* bereits berichtete.

So soll zum Beispiel auf allen Straßen des Stuttgarter Cityrings Tempo 20 gelten. Doch nicht nur das: Außerdem soll es künftig weniger öffentliche Parkplätze auf der Straße innerhalb des Cityrings geben. Ob das nun die Menschen von außerhalb anlocken oder eher abschrecken wird, bleibt abzuwarten. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

 

Auch interessant

Kommentare