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Stuttgart: Innenstadt bald autofrei? Details zu neuem Konzept enthüllt

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Von: Julia Cuprakowa

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Stuttgarter Fernsehturm
In Stuttgart sollen öffentlichen Parkplätze auf der Straße innerhalb des Cityrings wegfallen. © Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Tempo 20 und weniger öffentliche Parkplätze auf dem Stuttgarter Cityring. Mit dem Konzept „Lebenswerte Innenstadt“ macht Stuttgart erste Schritte in Richtung autofreie Innenstadt.

Die Stadt Stuttgart* möchte ruhiger und lebenswerter werden. Doch wie soll das gehen? Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein Konzept „Lebenswerte Innenstadt“ entwickelt und vom Ausschuss für Stadtentwicklung des Stuttgarter Gemeinderats auch bereits beschlossen, wie echo24.de* berichtet. Was ist genau geplant?

Stuttgart: Innenstadt bald autofrei? Details zum Konzept „Lebenswerte Innenstadt“

Der gesamte Bereich innerhalb des City-Rings in Stuttgart soll in den nächsten Jahren zu einer autofreien Innenstadt mit weniger Pkw-Verkehr und hoher Aufenthaltsqualität umgewandelt werden. Wesentliches Ziel des Projekts ist es, den Aufenthalt in der Innenstadt zu verbessern.

Durch ruhigere und weitgehend autofreie Innenstadt, sollten die Stuttgarter und die Besucher der Stadt das Stadtleben noch besser genießen, entspannt flanieren oder einkaufen können. So wird das Projekt auf der offiziellen Internetseite der Stadt Stuttgart beschrieben. Die Stadt soll also lebenswerter werden. Man könnte meinen, dass dieses Projekt die Tatsache rechtfertigen soll, dass das Wohnen in Stuttgart mittlerweile überdurchschnittlich teuer* geworden ist, wie echo24.de* in einem separaten Artikel berichtet. Doch nicht nur die Mieten schießen in die Höhe, sondern auch die Nebenkosten scheinen geradezu zu explodieren*.

Was bedeutet autofrei?

In Zusammenhang mit einer Lebenswerten-Stadt Stuttgart wird der Begriff autofrei in Verbindung gebracht. Der Antrag der Politik für die Eberhardstraße hieß ebenfalls „Eberhardstraße autofrei“. Autofrei bedeutet in der Umsetzung jedoch meist nicht, dass dort gar keine Fahrzeuge mehr verkehren. Lieferverkehr, Behindertenparkplätze oder die Zufahrt zu privaten Stellplätzen sind in der Regel nach wie vor erlaubt.

Stuttgart: Ab 2022 – Tempo 20 und weniger Parkplätze auf dem Cityring

Allerdings geht Stuttgart nicht sofort aufs Ganze, sonders will sich der autofreien Innenstadt Schritt für Schritt nähern. So soll zum Beispiel auf allen Straßen des Stuttgarter Cityrings Tempo 20 gelten. Nur das Teilstück Planie als Bundesstraße ist davon ausgenommen.  Die Tempo-20-Regelung soll ebenfalls schrittweise ab 2022 eingeführt werden.

Außerdem soll es künftig weniger öffentlicher Parkplätze auf der Straße innerhalb des Cityrings geben, wie der SWR berichtet. Sonderparkplätze wie für Menschen mit Handicap oder Lieferanten sollen aber erhalten bleiben. Diese Änderung wird ebenfalls schrittweise ab dem Jahr 2022 eingeführt.

Stuttgart: Parkplatz-Abbau auch in Parkhäusern geplant – OB Frank Nopper hält dagegen

Doch nicht nur die öffentlichen Außenparkplätze hätten daran glauben müssen, sondern auch Stellplätze in Parkhäusern. Dies wurde jedoch nicht beschlossen, aber, laut SWR, heißt diskutiert. Die Grüne, SPD und Linke forderten den Abbau von Stellplätzen in Parkhäusern, der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hielt jedoch dagegen.

„Wenn wir auch in Zukunft eine florierende Innenstadt haben wollen, können wir neben einer guten Anbindung an den ÖPNV und guten Angeboten für den Fahrradverkehr auf die Parkmöglichkeiten in den Parkhäusern nicht verzichten“, sagte er dem SWR.

Tempo 20 auf Stuttgarter Cityring: Twitter-User nicht begeistert

Ruhige Innenstadt ist eine an sich gute Idee – doch nicht alle sind damit einverstanden. Auf Twitter machen die Menschen ihrem Ärger über das Tempo 20 Luft. „In Stuttgart wird bald Tempo 20 km/h/ eingeführt. Wundert Euch das? Wer hat da noch Lust nach Stuttgart zu kommen. Die im Umfeld wohnen können einen nur Leid tun. Großen Bogen um Stuttgart, wenn Ihr keine Zeit habt“, schreibt ein Twitter-Nutzer. Doch nicht alle Reaktionen sind negativ.

Eine Userin hat das Konzept offensichtlich durchschaut und schlägt vor: „Statt Tempo 20 innerhalb des Cityrings wäre gleich autofreie Innenstadt doch sinnvoller gewesen.“ Derzeit gibt es aber auch eine Marketing-Aktion in Stuttgart, die richtig gut ankommt. Mit den Schildern „Willkommen in The Länd“* sollen mehr Fachkräfte in die Landeshauptstadt gelockt werden. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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