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Stuttgart: Schreckliche Szenen am Schlossplatz – Mann (20) bewusstlos geprügelt

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Von: Robin Eichelsheimer

Junger Mann bei Massenschlägerei in Stuttgart bewusstlos geprügelt.
Ein 20-jähriger Mann wird bei einer Massenschlägerei in Stuttgart bewusstlos geprügelt. Von dem Täter fehlt bislang jede Spur. © Screenshot Twitter

Stuttgart – Wieder sorgt eine Gewalteskalation im Herzen der Landeshauptstadt für Aufsehen. Ein Video zeigt eine brutale Massenschlägerei, bei dem ein junger Mann bewusstlos geprügelt wurde.

Diese Aufnahmen sind nichts für schwache Nerven! Seit wenigen Tagen kursiert auf Twitter ein brutales Video, das inzwischen Hunderte Male geteilt wurde. Der 52-sekündige Clip zeigt eine brutale Massenschlägerei zwischen jungen Männern im Herzen Stuttgarts. Einer von ihnen wird dabei mit einem Fausthieb niedergeschlagen, knallt mit dem Kopf auf den Boden – und bleibt bewusstlos liegen, wie HEIDELBERG24* berichtet.

Immer wieder kommt es in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg* zu solchen Szenen. Doch was kann dagegen unternommen werden? Justizministerin Marion Gentges fordert infolge der brutalen Auseinandersetzung schneller Strafen für Täter.

BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner11,07 Millionen (2019)
Fläche35.751 km²
HauptstadtStuttgart
Gegründet25. April 1952

Stuttgart: Video von brutaler Massenschlägerei am Schlossplatz/Königsbau kursiert im Netz

Immer wieder Stuttgart*! Vor exakt einem Jahr sorgte die baden-württembergische Landeshauptstadt mit der sogenannten Krawallnacht national für negative Schlagzeilen. Dabei kam es im Juli 2020 zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und Hunderten Feiernden, nachdem diese plündernd und randalierend durch die Innenstadt gezogen waren. Mittlerweile sind die Ermittlungen der Sonderkommission „Eckensee“ weitestgehend abgeschlossen.

Die vorzeitige Bilanz: 141 wurden bisher ermittelt, gegen 82 wurden Haftbefehle erlassen, in etlichen Gerichtsurteilen wurden Freiheitsstrafen in einer Gesamthöhe von rund 100 Jahren verhängt – davon 40 ohne Bewährung!

Seit der Krawallnacht haben Stadt und Polizei zahlreiche Maßnahmen folgen lassen. Nicht nur, dass vermehrt auf Polizeipräsenz gesetzt wurde, die Stadtverwaltung hat zudem die Freitreppe am Schlossplatz, die als Ausgangspunkt vieler Übergriffe gilt, zeitweise gesperrt und für andere beliebte Plätze wie den Marienplatz oder den Feuersee seit Ende Juni ein nächtliches Aufenthaltverbot verhängt – diese „Hotspots“ müssen seit dem ab Mitternacht geräumt werden.

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Dennoch kommt es an diesen bekannten und beliebten Plätzen immer wieder zu schrecklichen Szenen – so auch Ende Juni dieses Jahres, wie nun das Video eines Zeugen beweist.

Stuttgart: Schock-Video zeigt brutale Massenschlägerei – Junger Mann bewusstlos geprügelt

„Schlägerei in Stuttgart – Massenschlägerei“, kommentiert die Stimme eines Mannes, der die brutalen Szenen zwischen der Freitreppe am Schlossplatz und dem Königsbau in Stuttgart im Video festhält, ehe er von lauten Rufen aus der Menge unterbrochen wird.

In dem 52 Sekunden langen Clip, der seit ein paar Tagen auf Twitter viral geht und hundertfach geteilt wurde, gehen zwei Personengruppen aggressiv aufeinander los – sie ringen, würgen, schlagen und treten. Auch dem Zeugen hinter der Handykamera stockt in Anbetracht der Gewalt immer wieder der Atem. Nach rund 10 Sekunden wird ein junger Mann zu Boden geschubst. Kurz, nachdem er wieder aufsteht, wird er von einem Schläger mit einem brutalen Fausthieb niedergestreckt. Trotz des lauten Geschreis im Hintergrund ist der dumpfe Aufschlag seines Kopfes auf den Asphalt deutlich zu hören. Der junge Mann bleibt daraufhin bewusstlos am Boden liegen.

Bei dem Prügel-Opfer handelt es sich um einen 20-Jährigen aus Stuttgart, der nach der Attacke in ein Krankenhaus eingeliefert wurde – erst drei Tage später konnte der junge Mann wieder entlassen werden*. Von dem Angreifer fehlt bislang noch jede Spur.

Das Video der Massenschlägerei in Stuttgart macht seit wenigen Tagen die Runde in den sozialen Medien – wie die BILD erfuhr, fand die brutale Auseinandersetzung jedoch bereits am Sonntag, 27. Juni, morgens um 3:30 Uhr statt. „Zwei Gruppierungen mit sieben bis acht Männern gingen aufeinander los. Es kam zu wechselseitigen Körperverletzungen“, so Erster Polizeihauptkommissar Stefan Keilbach.

Der 59-Jährige schildert, dass Einsatzkräfte der Polizei nur wenige Minuten zuvor noch an dem Ort waren, wo es später zur Prügelei kam. „Aber kaum sind wir weg, geht es wieder los. Es ist ein Irrglaube zu denken, dass man mit ein paar stundenlangen Wochenendeinsätzen das Problem in der Stadt lösen kann“, so Keilbach weiter.

Stuttgart: Justizministerin fordert schnellere Strafen für Randalierer

„So grausam und gewaltvoll ist Stuttgart, eine Stadt, die in den Abendstunden für viele Menschen zur Todesfalle wird“, schreibt Twitter-Userin Saralein unter dem Video, das nicht nur in Stuttgart für viel Aufsehen sorgt – und spricht damit offenbar unzähligen Bewohnern der Stadt aus der Seele, die sich vor allem in den späten Abend- und Nachtstunden auf den besagten Plätzen unwohl fühlen.

„Die Bilder sind schwer zu ertragen. Fakt ist aber auch, dass sich die Verrohung in Teilen der Gesellschaft nicht von heute auf morgen beheben lässt. Wir werden dazu einen langen Atem brauchen“, so Martin Thronberens, Sprecher von Stuttgart Oberbürgermeister Frank Noppers.

Doch wie können solche Szenen in Stuttgart künftig vermieden werden? Während in den Kommentaren bei Twitter immer mehr Rufe nach härteren Strafen laut werden, forderte die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU) in Folge der Massenschlägerei nun vor allem eins: schnellere Strafen für Randalierer!

„Wir brauchen schnellere Verfahren. Die Strafe muss, wo immer möglich, sprichwörtlich auf dem Fuß folgen“, so die 49-Jährige gegenüber der BILD. Durch eine zügige Bearbeitung von Straftaten könnten Tätern frühzeitig Grenzen aufgezeigt werden. „In Stuttgart muss es auch ein zweites Haus des Jugendrechts geben, in dem alle, also Staatsanwalt, Polizei und Jugendamt, eng zusammenarbeiten. Dafür brauchen wir mehr Personal“, so die Forderung der Justizministerin.

Ob die bereits umgesetzten und auch die avisierten Maßnahmen wie der Ausbau der Videoüberwachung den gewünschten Erfolg bringen, wird die Zeit zeigen. Trotz der brutalen Szenen von Ende Juni, die Erinnerungen an die Krawallnacht von 2020 wach werden ließen, bleibt festzuhalten, dass es sich dabei glücklicherweise um Ausnahmefälle handelt – wie die Polizei Stuttgart in einer Pressemeldung mitteilte, feierten erst vergangenes Wochenende rund 400 Jugendliche vorwiegend ausgelassen und friedlich mitten auf dem Marienplatz in Stuttgart. (rob) *HEIDELBERG24 und bw24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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