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Stuttgart: Wohnung nur „für Ungeimpfte“ – Dreiste Anzeige sorgt für Wut im Internet

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Von: Tobias Becker

Hausdächer in Stuttgart
Wohnungs-Anzeige für „Ungeimpfte“ in Stuttgart (Symbolfoto) © Marijan Murat/dpa

Stuttgart - Ein Vermieter hat eine unfassbare Wohnungsanzeige im Internet aufgegeben. Das Angebot gilt nur für „Ungeimpfte“. Eine Aussage, die in mehr als einem Punkt aufregt.

Hoppla, mit dieser Rückmeldung hat der Vermieter einer Wohnung in Stuttgart wohl nicht gerechnet, als er sein Angebot in Portalen wie Immonet und Immowelt einstellte. Ob die gewagte Annonce ein schlechter Marketing-Gag war oder sogar Förderung von Querdenkertum, ist zunächst nicht geklärt. Klar ist: Es ist ein gewagter Aufruf, der zu Diskussionen führt – in einer Zeit, in der zum Beispiel ein junger Tankstellen-Mitarbeiter wegen den Corona-Regeln erschossen wird.

Stuttgart
Bevölkerung634.860 (Stand 2019)
Fläche207 Quadratkilometer
Höhe247 Meter

Was ist passiert? Ein Wohnungsbesitzer in Baden-Württemberg hat eine Anzeige zur Vermietung seines Eigentums geschaltet. Eine „zentrale, ruhige, lichtdurchflutete“ Maisonette-Wohnung mit vier Zimmern in guter Lage mitten in Stuttgart. 1.400 Euro im Monat kalt und einmalig 3.900 Euro Kaution für 97 Quadratmeter, so der Preis. Und als Bonus: Eine Wohnung „für Ungeimpfte“. Während Bund und Länder, Sportler und Promis, Menschen überall in Deutschland gerade an einem Strang ziehen, um die Impfquote voranzutreiben, kann diese Wohnungs-Anzeige mehr als kontrovers betrachtet werden.

Wohnungs-Anzeige für „Ungeimpfte“ in Stuttgart: Frage nach Impfstatus unzulässig

Zulässig ist die Frage nach dem Impfstatus eigentlich nicht. Ob jemand geimpft ist oder nicht, hat den Vermieter in der Regel nicht zu interessieren. So erklärt Rolf Gaßmann, Vorsitzender des Mietervereins Stuttgart, gegenüber der Stuttgarter Nachrichten: „Man muss die Frage nicht beantworten.“ Ob das Stellen der Frage eine Ordnungswidrigkeit darstellt, kann er jedoch nicht beantworten.

Aber: Der persönliche Gesundheitsstatus darf, ebenso wie eine mögliche Schwangerschaft, kein Kriterium für einen Vermieter sein. Klar ist aber auch, dass es sicher Vermieter gibt, die eine Vorauswahl treffen – ob rechtens oder nicht. Heißt: Wer eine Antwort verweigert, könnte bei der Wohnung in Stuttgart schlechte Karten haben. Die Lösung des Problems: Man kann - ohne in Schwierigkeiten zu geraten - lügen.

Marketing-Gag oder schon Querdenken? Die Frage nach der Absicht hinter der heiß diskutierten Wohnungs-Anzeige bleibt weiter offen. Immerhin: In der Zwischenzeit ist der Hinweis auf „Ungeimpfte“ aus der Anzeige verschwunden – vermutlich aufgrund der zahlreichen Negativ-Reaktionen. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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