Staatsanwaltschaft ermittelt

Explosionen bei LIDL und ADM Wild – mutmaßlicher Bomben-Bauer bricht sein Schweigen

Neckarsulm/Eppelheim: Nach den Bombenfunden nimmt die Polizei einen 66-jährigen Mann fest. Dieser sitzt nun in Haft und beteuert seine Unschuld. 

  • Explosion in Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Baden-Württemberg*).
  • Polizei prüft Zusammenhang zu Explosion bei Capri-Sun-Hersteller in Eppelheim.* (Update vom 18. Februar, 12:45 Uhr)
  • Auch in München haben die Ermittler dank eines Hinweises der Soko in Baden-Württemberg eine Bombe gefunden. (Update vom 19. Februar, 10:29 Uhr)
  • Die Polizei nennt neue Details zum Gesundheitszustand der durch die Brief-Bombe verletzten Mitarbeiter (Update vom 18. Februar, 9:07)
  • Die Sonderkommission nimmt einen Rentner (66) aus dem Raum Ulm fest. (Update vom 20. Februar)

Update vom 26. Februar: Der mutmaßliche Brief-Bomber aus Ulm hat sich endlich zu den Vorwürfen geäußert. „Er hat sich mittlerweile insoweit zur Tat geäußert, als er diese bestreitet“, sagt der Heidelberger Staatsanwalt Thomas Bischoff heute der dpa. Die Staatsanwaltschaft habe aber weiterhin einen „dringenden Tatverdacht“ gegen den 66-Jährigen, der mehrere Pakete mit Sprengstoff an die Unternehmen LIDL, Capri-Sun und Hipp gesendet haben soll.

Ulm: Explosions-Serie bei LIDL und Capri-Sun – Brief-Bomber in Postfiliale gefilmt

Update vom 25. Februar: Nach mehrtägiger Ermittlung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg sind die Ermittler auf eine neue Spur zu den Bomben-Explosionen in Eppelheim und Neckarsulm gestoßen. Der mutmaßliche Täter soll alle Post-Sendungen am Montag (15. Februar) in einer Postannahmestelle in der Rosengasse 5 in Ulm aufgegeben haben. Eine Überwachungskamera hat den 66-Jährigen dabei aufgenommen. Die Sonderkommission des Landeskriminalamts und die Staatsanwaltschaft Heidelberg bitten nun Zeugen um Hilfe. Wer den Mann an diesem Tag gesehen hat und Angaben zu seinem Aufenthaltsort, Begleitern oder Fahrzeugen machen kann, soll sich bei einer Hotline unter der Nummer 0800/503503533 melden. Das Überwachungsvideo findest Du hier.

Ulm: Rentner (66) in U-Haft – so ist ihm die Polizei auf die Spur gekommen

Update vom 22. Februar, 21 Uhr: Drei Tage lang sorgen Briefbomben in der Region für Angst und Schrecken. Am Freitag (19. Februar) nimmt die Polizei einen 66-jährigen Rentner in Ulm (Baden-Württemberg) fest. Klaus S. (66) soll die Briefbomben verschickt haben, die am Dienstag, 16. Februar beim Getränke-Hersteller Wild in Eppelheim und am 17. Februar in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm hochgegangen sind. Vier Menschen werden durch die Explosionen verletzt. Die dritte, an Hipp, Hersteller von Babynahrung, adressierte Bombe, kann die Polizei in Bayern abfangen.

Die Hintergründe der Tat sind noch immer unklar, der Verdächtige hat sich bisher auch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat das Verpackungsmaterial der Sendung die Polizei auf die Spur des Rentners gebracht. „Der Verdächtige hat sich das Material kurz vor der Tat bestellt“, so Staatsanwalt Bischoff gegenüber der Zeitung. Der Richter erlässt Haftbefehl gegen Klaus S. Er sitzt jetzt in der JVA Mannheim.

Ulm: Soko verhaftet Mann (66) – Verdächtiger hüllt sich in Schweigen

Update vom 22. Februar: Ein 66-Jähriger aus dem Raum Ulm soll mehrere Brief-Bomben an Unternehmen geschickt haben. Mittlerweile sitzt der Mann in Haft – die Hintergründe der Tat sind allerdings noch völlig unklar. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg auf HEIDELBERG24-Anfrage erklärt, gebe es am Montagmorgen (22. Februar) noch keine Neuigkeiten zu dem Fall. „Das Motiv des Beschuldigten ist weiter unklar, zumal er sich weiterhin nicht zur Sache geäußert hat“, schreibt der Erste Staatsanwalt Bischoff.

Explosion bei Lidl: Soko nimmt Mann (66) fest – Rentner verantwortlich für Brief-Bomben?

Update vom 20. Februar, 16:09 Uhr: Die Polizei nimmt einen 66-jährigen Mann aus dem Raum Ulm fest. Er steht im Verdacht, die Brief-Bomben verschickt zu haben. Das teilen Staatsanwaltschaft Heidelberg und Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Samstagnachmittag mit. Aufgrund des Versandweges und der Art der Sprengstoffpakete kommt die Sonderkommission dem Mann auf die Schliche. Der Mann wird an seinem Wohnsitz widerstandslos festgenommen und auf Antrag der Staatsanwaltschaft in ein Gefängnis gebracht. Zu den schweren Vorwürfen schweigt der Verdächtige bislang. Weitere Untersuchungen, unter anderem in seiner Wohnung, stehen noch aus. Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass noch weitere Sprengstoff-Pakete unterwegs sind.

Ulm: Anschlag bei Hipp vereitelt – Soko jagt irren Bombenbastler

Update vom 19. Februar, 10:29 Uhr Bei der in München am Flughafen entdeckten und entschärften Brief-Bombe handelt es sich laut BILD-Informationen um einen an Babynahrung-Riese Hipp adressierten Sprengsatz!

Ein Spezialist des bayrischen LKA habe die Brief-Bombe im dortigen Paketverteilerzentrum aufgrund eines konkreten Hinweises ausfindig gemacht, so BILD. Vielmehr sei dieser Erfolg einem Tipp der Polizei aus Baden-Württemberg zu verdanken.

Demnach scheint die 100-köpfige Soko des LKA Baden-Württemberg mit Ermittlern aus HeilbronnMannheim und Ulm den Bombenbastler bereits auf den Fersen zu sein. Schließlich hat man rechtzeitig herausgekriegt, dass eine dritte Bombe im Umlauf ist. Doch warum Ulm? Mindestens einer der Sprengsätze soll von dort aus verschickt worden sein.

Ulm: Dritte Brief-Bombe in München gefunden – Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Update vom 18. Februar, 18:23 Uhr: Auch in München ist eine Brief-Bombe gefunden worden! Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Heidelberg in einer Pressemitteilung. In der Nacht auf Donnerstag ist in einem Paketverteilerzentrum im Münchner Flughafen eine Postzusendung entschärft worden. Spezialisten untersuchen derzeit den Tatort und die Post auf Spuren. Der Brief war an ein Lebensmittelunternehmen in München adressiert. Weitere Hintergründe zu dem Motiv oder den Tätern sind unklar.

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg übernimmt nun weitere Ermittlungen. Eine Sonderkommission mit 100 Beamten aus Ulm, Heilbronn und Mannheim ist eingerichtet worden. Die Polizei geht von einem Zusammenhang zwischen den Explosionen in der Lidl-Filiale und den Wild-Werken aus.

Ulm: Schlug der Bomben-Bastler schon einmal zu? Ermittler nennen neue Details

Update vom 18. Februar, 12:45 Uhr: Nur ein Tag vor der Explosion einer Briefbombe in der Lidl-Zentrale empfing auch ein Mitarbeiter des Capri-Sun-Werks ADM Wild in Eppelheim ein explosives Paket. Vier Verletzte durch explodierende Brief-Zusendungen innerhalb von 24 Stunden – auch die Ermittler vermuten mittlerweile, dass es sich dabei nicht um einen Zufall handeln könnte. Wie ein Polizeisprecher des Präsidiums in Heilbronn am Donnerstag gegenüber HEIDELBERG24 bestätigt, werde derzeit untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen den Explosionen bei Lidl und Capri-Sun* gibt. So werde zum Beispiel analysiert, ob bei dem Anschlag auf die Lidl-Zentrale der gleiche Sprengstoff verwendet wurde, wie bei der Paket-Bombe bei ADM WILD in Eppelheim. War es tatsächlich der selbe Bomben-Bauer?

Ulm: So schwer verletzte die Brief-Bombe drei Mitarbeiter

Update vom 18. Februar, 9:07 Uhr: Auch am Tag nach der verheerenden Explosion einer Brief-Bombe in der Zentrale von Discounter-Riese Lidl in Neckarsulm ist der Schock noch immer groß! Mehr als 100 Mitarbeiter wurden aus dem Gebäude in der Rötelstraße umgehend evakuiert. Drei von ihnen haben sich offenbar in unmittelbarer Nähe zur Explosion befunden, sodass sie verletzt wurden. Eine Person wurde „mittelschwer verletzt“, zwei weitere erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilt.

Die Detonation hatte besonders bei einem Mitarbeiter schlimme Auswirkungen, wie echo24.de* exklusiv aus Konzernkreisen erfahren hat. Der Mann erlitt wohl Verbrennungen an der linken Körperseite und zog sich durch die Explosion offenbar auch Verletzungen am Auge zu. Glücklicherweise bestehe aber keine Gefahr, zu erblinden. Alle drei Opfer waren umgehend nach der Detonation medizinisch betreut worden. Auch Seelsorger waren in Neckarsulm vor Ort.

Ulm: Ermittler haben dunklen Verdacht – ist der Bomben-Bauer ein Wiederholungstäter?

Update vom 18. Februar, 7:30 Uhr: Der Schock nach der Explosion einer Paket-Bombe in der Lidl-Zentrale mit drei Verletzten sitzt tief. „Wir sind tief bestürzt über den Vorfall und wünschen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute und schnelle Genesung“, hat sich das Unternehmen mittlerweile zu dem Anschlag in Neckarsulm geäußert. Auch Kaufland, das Schwesterunternehmen von Lidl hat sich über Twitter zu Wort gemeldet. „Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir stehen an eurer Seite“, twitterte die Supermarkt-Kette – gefolgt von einer Welle der Anteilnahme aus dem Netz.

Die Ermittler hatten nach der Explosion in der Lidl-Zentrale am Mittwochabend Entwarnung gegeben – es wurden keine weiteren Verdächtigen Gegenstände im Gebäude gefunden. Ein Unternehmenssprecher von Lidl hatte am Abend gegenüber BILD bestätigt, dass es am Nachmittag bei der Öffnung eines Briefes zu einer Explosion gekommen war, bei der drei Mitarbeiter verletzt wurden. Die Polizei prüft aktuell auch einen Zusammenhang mit der Explosion eines Paketes bei Capri-Sun-Hersteller ADM WILD in Eppelheim am Dienstag.

Ulm: Ermittler sprechen von explodierter „Briefsendung“ – Gebäude durchsucht

Update vom 17. Februar, 20:50 Uhr: Wie die Polizei Heilbronn am Mittwochabend mitteilt, könne der Sachschaden nach der Explosion in der Lidl-Zentrale noch nicht beziffert werden. Spezialisten hätten inzwischen das gesamte Verwaltungsgebäude des Supermarkt-Riesen in der Rötelstraße in Neckarsulm durchsucht. Dabei seien auch Sprengstoff-Spürhunde zum Einsatz gekommen. Wie die Polizei mitteilt, wurden keine weiteren verdächtigen Gegenstände gefunden. Die Ermittler sprechen mittlerweile davon, dass eine „Briefsendung“ innerhalb des Gebäudes der Lidl-Zentrale explodiert sei. Die Ermittlungen dauern an.

Ein Kriminaltechniker bringt in Neckarsulm einen Plastikbeutel zum Wagen.

Update vom 17. Februar, 20 Uhr: Die Heilbronner Polizei hat mittlerweile bestätigt, dass eine Art Paket-Bombe die Explosion in der Lidl-Zentrale ausgelöst hat. „Die Explosion wurde aufgrund eines Päckchens hervorgerufen“, erklärte ein Polizeisprecher nach der Explosion gegenüber merkur.de*. Er bestätigte außerdem, dass bei dem Vorfall zwei Personen leicht und eine Person „mittelschwer bis schwer“ verletzt worden sei.

Neckarsulm: Explosion in Lidl-Zentrale – Polizei prüft Zusammenhang mit Bombe bei Capri-Sun

Update vom 17. Februar, 18:13 Uhr: Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur kam es gegen 14:50 Uhr zu der Explosion in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm. Nach Angaben von Sicherheitskreisen sei es aktuell unklar, ob es sich um eine Brief- oder eine Paketbombe gehandelt habe. Die Polizei prüft aktuell, ob es einen Zusammenhang mit der Explosion beim Capri-Sun-Hersteller ADM WILD in Eppelheim am Dienstag besteht.

Update vom 17. Februar, 17:52 Uhr: Wie ein Polizeisprecher gegenüber BILD bestätigt, wurden bei der Explosion in der Lidl-Zentrale drei Personen verletzt. 100 Personen seien außerdem evakuiert worden. Seit 16:30 Uhr würden sich Bomben-Entschärfer in dem Gebäude in Neckarsulm befinden. Der Polizei sind keine Informationen bekannt, wonach das Unternehmen im Vorfeld erpresst worden sei.

Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr stehen vor der Lidl-Zentrale in Neckarsulm.

Neckarsulm: Explosion in Lidl-Zentrale – drei Personen durch Briefbombe verletzt

Erstmeldung vom 17. Februar, 17 Uhr: Am Mittwochnachmittag kommt es zu einer Explosion in der Zentrale der Supermarkt-Kette Lidl in Neckarsulm. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, soll eine Briefbombe in einem Verwaltungsgebäude der Lidl GmbH explodiert sein. Nach ersten Informationen wurden drei Mitarbeiter verletzt. Über die Schwere der Verletzungen ist aktuell noch nichts weiter bekannt. Laut Medienberichten ist der Bereich um die Lidl-Zentrale in Neckarsulm großflächig abgesperrt, das Gebäude wurde bereits evakuiert. Wie echo24.de berichtet, hat der Konzern der Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem Lidl und Kaufland* gehören, in einer E-Mail an die Mitarbeiter* davor gewarnt, weitere Briefe und Pakete zu öffnen.

Neckarsulm: Vor Explosion in Lidl-Zentrale – ähnlicher Vorfall in Capri-Sonne-Werk

Wie HEIDELBERG24* berichtet, war es erst am Dienstag (16. Februar) zu einer Explosion auf dem Firmengelände von Capri-Sun-Hersteller ADM WILD in Eppelheim gekommen, bei der ein Mitarbeiter verletzt wurde. In diesem Fall war ein Paket explodiert, dass von dem Opfer entgegen genommen wurde. Auch hier hat die Kripo die Ermittlungen aufgenommen. (kab) *HEIDELBERG24, echo24.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare