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BW: Hammer-Prognose – Knallhart-Regeln schon nächste Woche?

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Von: Florian Römer

Baden-Württemberg hat die Corona-Verordnung angepasst. Wenn zu viele Corona-Fälle auf Intensivstationen landen, wird es für Ungeimpfte ungemütlich. Wann die 2G-Regeln kommen könnten:

Update vom 17. September: Erreicht Baden-Württemberg kommende Woche doch die Warnstufe? Sah es vor drei Tagen noch so aus, als ob die Corona-Lage auf Intensivstationen bei knapp 250 Fällen stagniert, gehen jüngste Prognosen des Landesgesundheitsamts (Stand: 16. September, 15:30 Uhr) wieder von einem starken Anstieg aus: Demnach werden am Mittwoch (22. September) oder Donnerstag (23. September) landesweit über 250 Covid-Patienten intensivmedizinisch betreut. Damit würde die Warnstufe der neuen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg erreicht. Die Warnstufe tritt in Kraft, wenn die Zahl der Covid-Intensivpatienten im Südwesten zwei Werktag bei 250 oder darüber liegt. Aktuell (16. September) werden laut Divi-Intensivregister 199 Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Anzahl prognostizierter COVID-19-Fälle auf ITS nach Datum ab dem 15.09.2021 für 14 Tage mit Interquartilsabstand (dunkel) und 95%-Vorhersageintervall (hell), Stand RKI und DIVI-Intensivregister (www.intensivregister.de): 16.09.2021, 15:30 Uhr.
Prognose der Entwicklung der Zahl der Covid-Intensivpatienten in Baden-Württemberg. © Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

BW-Verordnung: Rechnung zeigt, wann Regeln für Ungeimpfte eintreten

Update vom 14. September: Noch lässt die neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg auf sich warten. Ursprünglich hieß es, die neuen Corona-Regeln sollten ab 13. September gelten. Im Südwesten wartet man aber noch auf das neuen Infektionsschutzgesetz des Bundes. Das soll im Lauf dieser Woche (KW37) in Kraft treten. Erst dann will Baden-Württemberg seine neue Corona-Verordnung verkünden.

BundeslandBaden-Württemberg
Fläche35.751 km²
Einwohnerzahl11,07 Millionen (2019, Eurostat)
LandeshauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (B90/Grüne)

Klar scheint indes, dass die neue Verordnung den Anteil schwerer Covid-Verläufe als Pandemie-Gradmesser nehmen wird: Ab 250 Covid-Fällen auf Intensivstationen oder einer Hospitalisierungsinzidenz von 8 soll im Bundesland eine „Warnstufe“ gelten. Dann hätten Ungeimpfte, die laut Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) rund 90 Prozent der Corona-Intensivpatienten ausmachen, nur noch über einen negativen PCR-Test Zutritt zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens. Mit der „Alarmstufeab 390 Covid-Intensivpatienten bzw. Hospitalisierungsinzidenz 12 sollen dann in Baden-Württemberg 2G-Regeln greifen. Ungeimpfte wären dann selbst mit einem negativen PCR-Test von Veranstaltungen, Restaurantbesuchen oder kulturellen Events ausgeschlossen.

Baden-Württemberg: Prognose für Intensivstationen ‒ Kommt Alarmstufe überhaupt?

Wie entwickelt sich die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Covid-Fälle in den kommenden Wochen? Fakt ist: In Baden-Württemberg liegen immer mehr Corona-Patienten auf Intensivstationen. Binnen eines Monats hat sich die Zahl der Covid-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung von 48 (14. August) auf aktuell 208 vervierfacht (14. September, Quelle: Divi-Intensivregister). 93 Patienten werden invasiv beatmet. Von den rund 2.300 Intensivbetten im Südwesten sind mittlerweile 8,9 Prozent mit Corona-Fällen belegt.

Anzahl prognostizierter COVID-19-Fälle auf ITS nach Datum ab dem 12.09.2021 für 14 Tage mit Interquartilsabstand (dunkel) und 95%-Vorhersageintervall (hell), Stand RKI und DIVI-Intensivregister (www.intensivregister.de): 13.09.2021, 15:30 Uhr.
Prognose der Entwicklung der Zahl der Covid-Intensivpatienten in Baden-Württemberg. © Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

Aber wird die Alarmstufe denn überhaupt gerissen? Am 9. September sah es noch so aus, als könnte die Warnstufe (250 Patienten/Hospitalisierungsinzidenz 8) Anfang der kommenden Woche (KW38) greifen, die Alarmstufe bis zum Monatsende. Das ging aus der Prognose des Landesgesundheitsamts hervor. Mittlerweile flacht die Kurve in der Berechnung des LGA aber deutlich ab (s. Grafik unten). Zumindest bis 25. September scheint es derzeit fraglich, ob die Warnstufe überhaupt erreicht wird. Von der „Alarmstufe“ scheint Baden-Württemberg in den kommenden 14 Tagen glücklicherweise weit entfernt.

Baden-Württemberg: Rechnung zeigt, wann Hammer-Regeln für Ungeimpfte kommen

Erstmeldung vom 9. September: Nach den Sommerferien erwarten Experten steigende Infektionszahlen in Baden-Württemberg. Auch wenn die 7-Tage-Inzidenz sich derzeit um einen Wert von 90 einzupendeln scheint, dürften die Neuinfektionen kommende Woche durch Reiserückkehrer, mit dem Schulstart und der Rückkehr vieler Eltern zur Arbeit wieder deutlich ansteigen. Am Mittwoch (8. September) wurden dem Landesgesundheitsamt in Stuttgart 2.318 neue Corona-Fälle gemeldet. Aktuell liegt die landesweite Inzidenz bei 92,7.

Derweil gehen die Inzidenzen von Geimpften und Ungeimpften weiter auseinander: Während die Inzidenz für Menschen mit abgeschlossener Impfserie mit 17,6 niedrig bleibt, steigt der Wert bei nur teilweise oder nicht geimpften Personen weiter an: Mittlerweile liegt die Inzidenz für Ungeimpfte im Südwesten bei 207,5 (Stand: 8. September, 16 Uhr). Mittelfristig wird sich das auch auf die Intensivstationen auswirken. 95 Prozent der Covid-Patienten, die derzeit intensivmedizinisch behandelt werden, sind ungeimpft. Steigen die Infektionen bei Ungeimpften weiter stark an, wird eine Überlastung des Gesundheitssystems befürchtet.

Baden-Württemberg: 2G-Regel kommt ‒ neue Corona-Verordnung nächste Woche

Nach der Abkehr von den Inzidenzen als Gradmesser der Pandemie hat die Landesregierung jetzt die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen im Fokus. Klar war: Übersteigt die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-Fällen eine bestimmte Marke, wird in Baden-Württemberg die 2G-Regel* eingeführt. Ungeimpfte können dann beispielsweise nicht mehr ins Restaurant, ins Theater oder ins Kino. Unklar war bislang, ab welchem Grenzwert, diese Knallhart-Regeln für Ungeimpfte greifen.

Jetzt sind erste Details zur neuen Corona-Verordnung durchgesickert, die wohl noch im September in Baden-Württemberg* gelten wird: Wie HEIDELBERG24* berichtet, soll eine erste Warnstufe greifen, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt* sind. Diese Warnstufe gilt auch dann, wenn die Hospitalisierungsinzidenz auf 8 steigt. Das bedeutet, dass 8 von 100.000 Einwohnern mit Symptomen in eine Klinik eingeliefert werden. Derzeit liegt dieser Wert knapp über 2. In dieser Warnstufe sollen Ungeimpfte dann nur noch über einen negativen PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen haben. Das hat die dpa aus Regierungskreisen erfahren.

Baden-Württemberg: „Alarmstufe“ ab 390 Intensiv-Patienten ‒ wann fällt der Wert?

Die „Alarmstufe“ soll bei einem Wert von 390 intensivmedizinisch behandelten Corona-Patienten oder wenn die Hospitalisierungsinzidenz auf 12 steigt. Dann würden die 2G-Regeln greifen. Bars, Restaurants oder Veranstaltungen dürften dann nur noch von Geimpften oder Genesenen* besucht werden. Ungeimpfte wären vorerst außen vor.

Anzahl prognostizierter COVID-19-Fälle auf ITS nach Datum ab dem 07.09.2021 für 14 Tage mit Interquartilsabstand (dunkel) und 95%-Vorhersageintervall (hell), Stand RKI und DIVI-Intensivregister (www.intensivregister.de): 08.09.2021, 15:30 Uhr.
Prognose der Covid-19-Fälle auf Intensivstationen. © Screenshot Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (8. September 2021)

Und wann werden Warn- bzw. Alarmstufe in Baden-Württemberg erreicht? Immerhin listet das Divi-Intensivregister aktuell ja „nur“ 174 Covid-Patienten die auf Intensivstationen im Südwesten behandelt werden. Allerdings gab es 14 Tage zuvor lediglich 99 Corona-Intensivpatienten (26. August). Über die erwartbare Entwicklung in den kommenden Wochen gibt eine Prognose des Landesgesundheitsamts einen genaueren Überblick. Demnach könnte die Warnstufe (250 Covid-Fälle auf Intensiv) bereits Mitte nächster Woche greifen. Am 20. September, so die Berechnung, würde der Wert von 300 überschritten werden. Geht die Entwicklung so weiter, würde die „Alarmstufe“ zum Monatsende ausgelöst werden. Dann wären 390 der rund 2.300 Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. (rmx) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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