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Warnstufe in BW: Knallhart-Regeln für Impfverweigerer – das gilt jetzt

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Von: Florian Römer

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Baden-Württemberg - Da die Zahl der Intensivpatienten weiter steigt, gilt seit Mittwoch (3. November) die Warnstufe – das hat vor allem Auswirkungen für Ungeimpfte:

Der Trend zeigt leider weiterhin nach oben: Immer mehr Covid-19-Patienten müssen in Krankenhäusern in Baden-Württemberg* intensivmedizinisch betreut werden. Hat es bis Mitte Oktober noch so ausgesehen, als würde sich die Zahl der Corona-Intensivpatienten in „The Länd“* unter 200 einpendeln, stiegen die Hospitalisierungen zuletzt wieder deutlich an. Am Freitag (29. Oktober) waren im Südwesten erstmals seit Juni wieder über 250 Covid-Intensivpatienten gemeldet. Wie HEIDELBERG24* berichtet, meldet das Landesgesundheitsamt am Dienstagabend (2. November) 284 (+6) Intensivpatienten und bestätigt die Ausrufung der Warnstufe.

Baden-Württemberg: Über 250 Intensivpatienten ‒ ab Mittwoch gilt die Warnstufe

Somit liegt die Zahl der Intensivpatienten im Land den zweiten Werktag in Folge über dem kritischen Wert von 250. Das Wochenende und die Feiertage waren für die Zählung ausgenommen. Dennoch stieg die Zahl in den vergangenen drei Tagen weiter an. Am Montag waren im Bundesland 276 Covid-19-Patienten gemeldet, die auf Intensivstationen betreut werden. Damit ist jetzt aber auch klar: Nach der aktuellen Corona-Verordnung von Baden-Württemberg* gilt ab Mittwoch (3. November) die Warnstufe.

BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl11.103.043 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche35.751,46 km²
LandeshauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Die Landesregierung hatte sich im September auf ein 3-Stufen-Modell festgelegt, das die Inzidenzen als Gradmesser der Corona-Pandemie ablöst. Demnach wird die Warnstufe erreicht, wenn entweder an zwei Werktagen in Folge 250 oder mehr Corona-Patienten auf Intensivstationen liegen oder die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz fünf Tage in Folge einen Wert von 8 überschreitet. Die Alarmstufe wird ausgelöst, wenn die Hospitalisierungsinzidenz über einen Wert von 12 klettert oder mehr als 390 Intensivpatienten registriert werden.

Warnstufe in Baden-Würrtemberg: „Erste kritische Marke erreicht“

„Die erste kritische Marke ist erreicht, die Lage in den Krankenhäusern angespannt“, sagt Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). „Wir erleben derzeit eine Pandemie der Ungeimpften. Das sehen wir nicht nur an den getrennt ausgewiesenen Inzidenz-Werten, sondern auch auf den Intensivstationen. Dort liegen fast ausnahmslos nicht-geimpfte Patientinnen und Patienten mit einem schweren Verlauf. Die Lösung ist deshalb eindeutig: Die Impfung ist der Weg aus der Pandemie.“ Deshalb sei klar, dass man mit Einschränkungen bei den Nicht-Geimpften ansetzen müsse. „Sie sind Treiber der Pandemie und sorgen für die Belastung des Gesundheitssystems“, so Lucha.

Ein Intensivpfleger arbeitet auf einer Intensivstation des RKH Klinikum Ludwigsburg an einem Covid-19-Patient. (Zu dpa «Bei zu wenig Corona-Impfungen wieder viele Klinikfälle möglich»). | Archiv
Ein Intensivpfleger arbeitet auf einer Intensivstation. © Sebastian Gollnow/picture alliance/dpa - Bildfunk

Die Einschränkungen dienten aber auch dem Schutz der gesamten Bevölkerung. Wenn die Auslastung der Krankenhäuser zunehme, müssen auch wieder Operationen, Krebsbehandlungen oder andere nicht zwingend notwendige Eingriffe in den Kliniken verschoben werden. Laut Divi-Register gaben am Montag (1. November) 68 Krankenhäuser im Land an, nur noch „eingeschränkt“ betriebsbereit zu sein. Ein regulärer Betrieb ist aktuell noch in 25 Kliniken in Baden-Württemberg möglich.

Warnstufe in Baden-Württemberg: PCR-Tests & Kontaktbeschränkungen ‒ Diese Regeln gelten

Mit der Warnstufe kommen auf Ungeimpfte und Nicht-Genesene, aber auch auch Geimpfte und Genesene wieder strengere Einschränkungen* zu: So müssen nicht-geimpfte oder nicht-genesene Menschen ab Mittwoch insbesondere in Innenräumen negative PCR-Tests vorlegen. Das gilt beispielsweise für den Besuch von öffentlichen Veranstaltungen, aber auch für Restaurants, Kinos, Theater oder Museen. Die PCR-Tests müssen die Betroffenen dann auch selbst bezahlen. Ein Antigen-Schnelltest genügt in der Warnstufe nicht mehr als Nachweis.

Zudem kehren in der Warnstufe für alle auch Kontaktbeschränkungen zurück: Dann darf sich ein Haushalt nur noch mit fünf weiteren Personen treffen. Dabei zählen Paare, die nicht zusammen wohnen, als ein Haushalt. Nicht eingerechnet werden allerdings Geimpfte und Genesene, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auch Schwangere und Stillende zählen zu dieser Gruppe. Mit der Warnstufe fällt für Geimpfte oder Genese allerdings auch die Befreiung von der Maskenpflicht weg*. Diese Möglichkeit gab es im Rahmen des 2G-Optionsmodells.

Zudem sieht die Corona-Verordnung ab der Warnstufe eine Testpflicht für Beschäftigte und Selbständige mit Kundenkontakt vor. Ungeimpfte und Nicht-Genesene müssen sich dann zwei Mal wöchentlich testen lassen. Die Nachweise über die Tests müssen vier Wochen aufbewahrt werden. (rmx) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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