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Weinsberg: Nach Psychiatrie-Ausbruch – Minister Lucha nennt Konsequenzen

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Von: Daniel Hagen

Weinsberg - Seit einer Woche fehlt von drei gefährlichen Psychiatrie-Ausbrechern jede Spur. Sozialminister Manne Lucha kündigt daher Konsequenzen an:

Benjamin Nieweg, Christian Duga, Mekail Ademi und Yousef Cherif gelingt in der Nacht zum Donnerstag (23. September) eine spektakuläre Flucht aus dem Zentrum für Psychiatrie Weinsberg*. Wie HEIDELBERG24* berichtet, sind die vier Männer dort in der forensischen Abteilung für psychisch- und suchtkranke Straftäter untergebracht und gelten als gefährlich. Die Polizei sucht länderübergreifend nach den Straftätern. In der Zwischenzeit ist einer der Entflohenen gefasst worden, der Rest befindet sich aber weiterhin auf der Flucht. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) erklärt am Mittwoch (29. September), was bisher über den Ausbruch bekannt ist.

„Mittels eines schweren Beistelltischs mit Metallplatte wurde die Panzerglasscheibe nach außen aus dem Rahmen gedrückt und flog auf ein Grundstück der Klinik“, sagt Manne Lucha dem Sozialausschuss des Landtags in Stuttgart. Die Fenster in den Zimmern der Untergebrachten seien vergittert, nicht aber die Flurfenster. Nach einem von FDP und SPD beantragen Tagesordnungspunkt soll das aber schnell geändert werden. Das betroffene Fenster wird zudem mit einer Außenstahlverstrebung verstärkt, um eine Nachahmung zu verhindern.

Weinsberg: Manne Lucha äußert sich zu Psychiatrie-Ausbruch

Nach dem Ausbruch seien die Sicherungsmaßnahmen im Zentrum für Psychiatrie Weinsberg umgehend eingeleitet worden. „Es erfolgte Nachteinschluss, keine Besuche und keine Telefonate, um die Fahndung nicht zu behindern“, erklärt Lucha. Zudem seien Übergabezeiten verschoben worden. Das Telefonverbot ist zwischenzeitlich aufgrund der Patientenrechte wieder aufgehoben worden.

Die entflohenen Strafgefangenen Mekail Ademia (l.), Yousef Cherif und Christian Duga (r.)
Die entflohenen Strafgefangenen Mekail Ademia (l.), Yousef Cherif und Christian Duga (r.) © Einsatzreport24/Julian Buchner/Polizeipräsidium Heilbronn/Montage HEADLINE24

„Aus Videoaufzeichnungen ist ersichtlich, dass sich das innerhalb von weniger als 30 Sekunden abgespielt hat. Woraus geschlossen wird, dass unter den Beteiligten eine vorherige Planung und Absprache stattgefunden hat“, sagt der Gesundheitsminister von Baden-Württemberg*. Die Aufnahmen zeigen auch, dass sich die vier Ausbrecher an drei aneinander geknoteten Leintüchern nacheinander abgeseilt haben. Bei drei Männern sei der Abbruch der Therapie wegen Aussichtslosigkeit bereits beantragt worden. Für einen sei der Abbruchbeschluss am nächsten Tag eingegangen. Dies bedeutet, dass den Männern eine Rückführung ins
Gefängnis bevorstand. Konkrete Hinweise auf einen Ausbruchsplan habe es aber nicht gegeben.

Weinsberg: Drei Ausbrecher weiter auf der Flucht

Manne Lucha betont im Landtag in Stuttgart mehrfach, dass der Maßregelvollzug ein Krankenhaus sei und nicht ein Gefängnis. Es stehe die Therapie im Vordergrund. Ausbrüche aus der geschlossenen Abteilung seien verschwindend gering. „Eine Rehabilitation ohne jegliche Entweichungen und Ausbrüche wird demnach einfach nicht zu realisieren sein.“ Ziel der Behandlung ist laut Lucha, die Untergebrachten in die Gesellschaft einzugliedern und auf ein straffreies Leben vorzubereiten. Wie Echo24 berichtet, äußert ein Kriminologe Kritik an dem System.

Dafür gebe es stufenweise Lockerungen als Hauptinstrument, um die Therapieerfolge zu messen. Jede Maßregelvollzugsklinik in Baden-Württemberg hat laut Lucha einen fest installierten Sicherheitsbeauftragten, der regelmäßig Rundgänge und Absprachen durchführt. Aus dem gesicherten Bereich habe es im vergangenen Jahr keine Ausbrüche gegeben, im Jahr 2019 seien es drei gewesen. (dpa/dh) HEIDELBERG24 und Echo24 sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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