Lurch des Jahres 2018

Bedrohte Art: Hat der Grasfrosch bald ausgequakt?

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Grasfrosch ist ,Lurch des Jahres 2018'

Mannheim - Klein, weit verbreitet und doch bedroht. Experten aus Mannheim verraten, dass der heimische Grasfrosch in vielen Bundesländern auf der ,Roten Liste' steht:

Er ist zum ,Lurch des Jahres 2018' gewählt worden - doch groß jubeln tut keiner. Grund ist der starke Bestandsrückgang der Amphibienart. 

Die vermeintliche Allerweltsart (wissenschaftlicher Name: Rana temporaria) stehe in den regionalen Roten Listen der meisten Bundesländer auf der Vorwarnliste - in drei Bundesländern gelte sie gar als „gefährdet", erklärt Axel Kwet, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) in Mannheim.. „Auch in Baden-Württemberg sind die Rückgänge sehr ernst zu nehmen, und die Art steht hier völlig zu Recht auf der Vorwarnliste", so Kewt.

Beunruhigender Rückgang

Zwar gebe es durchaus noch hohe Froschzahlen. „Es sind aber alles eher vereinzelte Vorkommen. Die großen Grasfroschpopulationen mit ihren riesigen Laichteppichen aus hunderten oder tausenden von Eiballen an einem Platz sind fast überall verschwunden", betont er. „Die Zahl der Individuen dürfte Laien vielleicht hoch vorkommen. Es sind aber die Dimensionen des Rückgangs, die so beunruhigen.

Mensch ist schuld an Bedrohung 

Intensive Landwirtschaft sowie Siedlungs- und Straßenbau bedrohen die Lebensräume des gerade einmal neun Zentimeter großen Frosches. Kwet fordert daher bessere Schutzmaßnahmen an Straßen sowie mehr Laichgewässer.

Infos zum Forsch

Der Name des Grasfroschs bezieht sich auf seinen bevorzugten Lebensraum in Wiesen und Wäldern. Charakteristisch für den Bodenbewohner ist ein dunkelbrauner Schläfenfleck seitlich am Kopf - im Unterschied zu seinen bekannteren grünen Verwandten, den Wasserfröschen mit ihren lauten Quakkonzerten. In freier Natur werden Grasfrösche selten zehn Jahre alt - die meisten sterben früher aufgrund vieler Feinde wie Greifvögel, Molche, Störche oder Marder. Sie selbst ernähren sich von Insekten. 

dpa/jol

Quelle: Mannheim24

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