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„Fliegende Zecke“ breitet sich aus: Gefährlicher Biss der Hirschlausfliege droht

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Von: Bona Hyun

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Die Hirschlausfliege breitet sich aus. Und nicht nur Tiere gehören zu ihren Opfern – auch der Mensch ist ein Ziel. Wie gefährlich ist ihr Stich?

Hamburg – Im Sommer breiten sich zahlreiche Insekten aus, unter anderem Zecken, die zu den gefährlichsten Tieren Deutschlands zählen. Vielen unbekannt, aber trotzdem gefährlich, ist die Hirschlausfliege. Diese hat gerade Hoch-Zeit. Mit einer Größe von vier bis sechs Millimetern und ihrer dunklen Farbe ähnelt sie einer herkömmlichen Zecke – mit längeren, dickeren Beinen und Flügeln. Wie gefährlich ist die „fliegende Zecke“ wirklich und kann sie auch Menschen befallen?

TierartHirschlausfliege
GattungLipoptena
Wissenschaftlicher NameLipoptena cervi

Hirschlausfliege: So gefährlich ist ihr Stich für Mensch und Hund

In den Sommermonaten ab Juli bis zum Herbst hinein ist die „fliegende Zecke“ aktiv. Besonders wohl fühlt sich das Insekt in Eichen-, Kiefer- und Mischwäldern. Ein besonders beliebtes Ziel des Parasiten sind Tiere. Es befällt Rehe, Hirsche und Wildschweine und auch Hunde. Hundebesitzer sollten ihre Haustiere nach einem Spaziergang auf die Hirschlausfliege absuchen.

Der Parasit kommt üblich in den Wäldern von Europa über Skandinavien bis hin nach Nordchina vor. In Deutschland sind die Insekten oft in einer Schwarmform an Waldrändern aufzufinden, lauern aber auch an Weiden in Waldnähe. Ihre Schwärmzeit beginnt normalerweise im Spätsommer und Herbst, berichtet utopia.de. Und auch der Mensch zählt zu den Wirten der Hirschlausfliege, weiß 24hamburg.de.

Unbekannter Plagegeist - Hirschlausfliege legt Frühstart hin
Die Hirschlausfliege breitet sich aus © dpa/Katrin Mädler

Stich der Hirschlausfliege beim Mensch: Fieber, Ausschlag und Entzündungen als Folge

Die „fliegende Zecke“ krallt sich bei ihren Opfern fest, nachdem sie erfolgreich gelandet ist. Bei einem Tier wirft sie dann ihre Flügel ab und hält sich im Fell fest. Dann beißt die Hirschlausfliege zu und saugt das Blut aus. T-online und infranken.de zufolge kann ein Stich bei Hunden zu Entzündungen führen. Dann sei ein Besuch beim Tierarzt dringend erforderlich.

Auch der Mensch wird von der Hirschlausfliege befallen. Meistens landet die „fliegende Zecke“ auf dem Nacken oder beißt sich auf der Kopfhaut fest. Wie auch bei Tieren wirft der Parasit nach der Landung die Flügel ab, drückt sich platt und beißt zu. Der Biss oder vielmehr Stich ist auf der Haut kaum spürbar und dauert bis zu 20 Minuten. Während dieser Zeit kann die Hirschlausfliege mehrmals zubeißen. Mit ihrem Biss überträgt sie gefährliche Bakterien, die Hautausschläge, Ödeme und Eiterungen verursachen. Auch Fieber sei nach einem Biss keine Seltenheit. Uneinigkeiten gibt es unter den Forschern darüber, ob ein Biss des Insekts zu Herzentzündungen führen kann.

Hirschlausfliege wird sich laut Experten weiter in Deutschland verbreiten

Allerdings sind sich die Forscher einig, dass es künftig zur Ausbreitung der Hirschlausfliege kommen wird. Die immer wärmer werdenden Winter in Europa bieten dem Insekt gute Lebensbedingungen. Bei zu tiefen Temperaturen würden ihre Larven nicht im Boden überwintern können und absterben. Bislang ist allerdings unbekannt, wie man das Insekt nach einer erfolgreichen Entfernung vernünftig entsorgen sollte – bei Zecken gilt: Niemals ins Klo werfen, da sie wahre Überlebenskünstler sind.

Übrigens: Neben der „fliegenden Zecke“ haben sich auch noch andere gefährliche Insekten wie Spinnen in Deutschland vermehrt ausgebreitet – bis zu acht Arten wurden eingeschleppt. Auch in Hamburg breitet sich eine giftige Spinne aus, deren Biss schmerzhaft ist.

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