Verbote während Covid-19-Pandemie

Coronavirus-Krise: Was beim Kontaktverbot in NRW jetzt überhaupt erlaubt ist und was nicht

Grillen im Park ist in NRW wegen des Kontaktverbots aktuell verboten und wird bestraft.
+
Grillen im Park ist in NRW wegen des Kontaktverbots aktuell verboten und wird bestraft.

Mit dem Kontaktverbot will NRW die Ausbreitung des Coronavirus stoppen. Was im Bundesland jetzt noch erlaubt ist - und was nicht.

  • Um die weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, gibt es aktuell ein Kontaktverbot.
  • Wer sich nicht an die vom Land NRW festgelegten Regelungen hält, muss saftige Strafen zahlen und sogar mit einer Anzeige rechnen.
  • Doch es gibt auch Ausnahmen, die trotz der Covid-19-Pandemie weiterhin erlaubt sind.

Dortmund - Das Coronavirus* verbreitet sich aktuell weiter in NRW. Um dem entgegenzuwirken, gilt mindestens bis zum 19. April das Kontaktverbot, wie RUHR24.de* berichtet. Doch was bedeutet das eigentlich?

Kontaktverbot wegen Coronavirus in NRW: Saftige Strafen drohen schon bei Autofahrten

Mit den Freunden eine gemeinsame Fahrt im Auto unternehmen, ein stimmungsvolles Grillen bei Sonnenschein oder jemanden anhusten - viele Personen wissen vermutlich nicht, dass sie sich derzeit mit scheinbar alltäglichen Dingen wegen der neuen Regelungen zum Coronavirus sogar strafbar machen.

Um den Erreger Sars-CoV-2 und die daraus resultierende Krankheit Covid-19 in NRW einzudämmen, sollte einiges im Alltag beachtet werden. Dazu gehören beispielsweise Fahrten mit dem Auto. Denn hier sind die Regelungen etwas komplizierter.

Kontaktverbot in NRW: Diese Fahrten mit dem Auto sind trotz Gefahr durch Coronavirus erlaubt

Erlaubt ist es, dass zwei Personen zur gleichen Zeit in einem Auto sitzen. Eine Ausnahme gilt dabei für Familien mit mehreren Kindern. Sie dürfen auch weiterhin alle gemeinsam mit dem Fahrzeug unterwegs sein.

Eine Grauzone gibt es bei Fahrgemeinschaften zur Arbeit und auf dem anschließenden Weg nach Hause. Hier gibt es für die Mitarbeiter, die während des Coronavirus im Büro statt im Homeoffice arbeiten* müssen, zwar laut dem Land NRW kein Verbot, da es sich um "zwingend notwendige berufliche Gründe" handelt.

Da sich das Coronavirus in NRW nach wie vor ausbreitet*, wird trotzdem geraten, solche gemeinsamen Strecken so gut es geht zu vermeiden, um sich und andere vor einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.

Kontaktverbot wegen Coronavirus in NRW: Polizei Dortmund bestraft Autofahrer

Wer allerdings mit mehreren Freunden in der Freizeit mit dem Auto fährt und erwischt wird, der muss mit einer Strafe rechnen und mitunter tief in die Taschen greifen. Da es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit handelt, werden nicht nur 200 Euro Bußgeld pro Person fällig, sondern auch eine Anzeige.

Bei Kontrollen auf dem Wall in Dortmund hat die P olizei Dortmund daher kürzlich verschärft Autos überprüft, in denen mehr als zwei Personen saßen.

Zusammenleben trotz Kontaktverbot: Das ist erlaubt

Doch nicht nur bei gemeinsamen Autofahrten drohen Strafen. Wer sich nicht an das Besuchsverbot hält und erwischt wird, muss laut dem Land NRW ebenfalls 200 Euro Bußgeld zahlen.

Beim Zusammenleben von mehreren Personen gibt es hingegen beim Kontaktverbot in NRW einige Ausnahmen. So verstoßen Wohngemeinschaften (WGs), in denen mehr als zwei nicht-miteinander verwandte Personen zusammenleben gegen keine Richtlinien, da es sich dabei um "häusliche Gemeinschaften" handelt.

Kontaktverbot gegen Coronavirus in NRW: Diese Ausnahmen gibt es beim Treffen

Ebenfalls erlaubt, allerdings nicht empfohlen ist es, die Begleitperson trotz des Kontaktverbotes innerhalb eines Tages zu wechseln. So ist es möglich, mit jemandem - in ausreichendem Abstand - joggen zu gehen und anschließend mit einer anderen Person einzukaufen.

Da das Kontaktverbot während des Coronavirus, wegen dem Ärzte und Pfleger in NRW zur Arbeit verpflichtet werden sollen, nur für den öffentlichen Raum und mehr als zwei Personen gilt, dürfen sich außerdem auch Paare weiterhin sehen.

Grillen und Picknick trotz Kontaktverbot hat in NRW teure Folgen

Wer allerdings mit einer großen Gruppe in einem Park unterwegs ist und dabei noch grillt oder ein Picknick veranstaltet, der bekommt 250 Euro Bußgeld aufgebrummt wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung des Landes NRW aufgebrummt.

Grillen im Park ist in NRW wegen des Kontaktverbots aktuell verboten und wird bestraft.

Wer statt zu Grillen, wo es die Wahl zwischen Holzkohle und Briketts gibt, während des Coronavirus lieber zum Imbiss geht, könnte auch dort redensartlich in ein Fettnäpfchen treten. Denn der Verzehr von "Speisen oder Getränken im Umkreis von 50 Metern um diejenige gastronomische Einrichtung, in der die Speisen erworben wurden", kostet den Kunden nach den neuen Richtlinien aufgrund des Coronavirus 200 Euro.

Aus Spaß in der Freizeit ein Shoppingcenter, wie die Thier-Galerie in Dortmund, zu besuchen, kostet den Besucher sogar das Doppelte.

Lesen Sie auch: Eine vierköpfige Familie hat am Mittwoch in Gröbenzell eine lebensgefährliche CO2-Vergiftung erlitten. Der Vater hatte im Wohnzimmer gegrillt. Die Feuerwehr musste anrücken.

Anzeige wegen Körperverletzung: Anhusten kann strafbar sein

Eine saftige Strafe gibt es auch dafür, eine andere Person anzuhusten. Wer dies nachweislich absichtlich tut, der muss sogar wegen der hohen Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus mit einer Anzeige wegen versuchter oder vollendeter Körperverletzung rechnen.

Die Höhe der Strafe hängt dann davon ab, "ob der 'Anhustende' infiziert ist und der 'Angehustete' sich infiziert", wie das Land NRW beschreibt.

Beerdigungen und Hochzeiten während Coronavirus: Diese Regelungen gelten in NRW

Das Kontaktverbot hat auch auf private Veranstaltungen, wie Beerdigungen und Hochzeiten große Auswirkungen. So sind Erd- und Urnenbestattungen sowie Totengebete nur noch "im engsten Familien- und Freundeskreis" erlaubt. 

Die gleichen Regelungen gelten für standesamtliche Hochzeiten. Da Gemeinden aktuell wegen des Coronavirus keine Gottesdienste ausüben dürfen, müssen kirchliche Trauungen verschoben werden sofern dies möglich ist. malm

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare