Gesundheit in Deutschland

Das deutsche Gesundheitssystem: auch international ein Vorbild?

Das deutsche Gesundheitssystem: auch international ein Vorbild?
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Das deutsche Gesundheitssystem: auch international ein Vorbild?

In der Medizin hat Deutschland einen guten Ruf. Je nachdem, wen man fragt, ist das deutsche Gesundheitssystem sogar eines der besten er Welt. Doch wie sieht das im Alltag aus?

Eine britische Untersuchung der OECD-Staaten stufte Deutschland auf Platz zwei hinter Japan ein. Eine schwedische Studie sieht Deutschland hingegen in Europa nur auf Platz sieben, hinter Ländern wie den Niederlanden, der Schweiz oder Norwegen. Die Unterschiede lassen sich auch anhand der Kriterien erklären, die zur Bewertung herangezogen werden. In jedem Fall ist klar: Im Vergleich der großen Industrienationen nimmt Deutschland einen Spitzenplatz ein. Das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien müssen sich regelmäßig geschlagen geben, von den USA ganz zu schweigen. Denn aufgrund ausufernder Kosten und großen Ungleichheiten bei der Versorgung schneiden diese meist besonders schlecht ab. Was macht das deutsche Gesundheitswesen also richtig? Und wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?

Umfangreiche Leistungen

Ein großer Vorteil der deutschen Systems ist der umfangreiche Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Jedem Versicherten steht unabhängig von der Höhe seiner Beiträge eine Versorgung nach dem Stand der Wissenschaft zu. Dazu gehören Medikamente und Krankenhausaufenthalte ebenso wie Vorsorgeleistungen und Rehabilitation. Darüber hinaus bezahlen Krankenkassen häufig auch bis zu einer gewissen Grenze alternative Behandlungen. So wird seit einigen Jahren rund für die ärztlich angeordnete Behandlung mit Cannabis in der Regel rund 50% der Kosten übernommen. Das ist für den Patienten zwar immer noch nicht so günstig, wie der Eigenanbau mit Cannabissamen. Allerdings muss er sich dann auch nicht mit der Frage auseinandersetzen, ob er nun eine Autoflowering-Sorte wählen soll und wie diese am besten zu pflegen ist. Auch die Auseinandersetzung mit den Behörden zur Erteilung einer Genehmigung entfällt so. Zudem werden von vielen Krankenkassen auch homöopathische Behandlung oder eine Akupunktur zumindest teilweise finanziert.

Robuste Kapazitäten

Auch wenn hier in den letzten Jahren immer wieder der Sparstift angesetzt wurde: Was die Anzahl der Krankenhausbetten angeht, nimmt Deutschland weltweit einen Spitzenplatz ein. Lediglich Japan, Südkorea und Russland haben mehr Betten pro Einwohner. Länder wie Australien oder Dänemark haben weniger als halb so viele Betten pro Einwohner. So kommt es, dass auch in Krisenzeiten eine Überlastung der deutschen Kliniken äußerst unwahrscheinlich ist. Allerdings stehen dem entsprechend hohe Kosten gegenüber. Daher stehen der deutschen Klinikstruktur in der Zukunft möglicherweise noch einige Veränderungen bevor. Denkbar ist beispielsweise, dass leerstehende Betten langfristig in Pflegebetten umgewandelt werden.

Verbesserungswürdige Ergebnisse

Es wird also einiges getan für die Gesundheit der Deutschen. Behandelt wird oft und viel. In keinem Land der Welt werden pro Kopf so viele Herz-OPs durchgeführt wie in Deutschland. Und auch bei OPs an Knie und Hüfte oder Blinddarmoperationen ist die Bundesrepublik ganz vorne mit dabei. Das lassen sich die Bürger natürlich auch einiges Kosten. Nur bei den Behandlungsergebnissen sieht es leider nicht ganz so glänzend aus. Unterm Strich ist die Qualität oft schlechter als in Ländern, wo weniger Aufwand betrieben wird. Das heißt nicht, dass es in Deutschland keine Spitzenmedizin gibt. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Kliniken, was den Behandlungserfolg angeht. Bei aller Freude über die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten, gibt es daher auch noch viel Luft nach oben.

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