Gesunde Ernährung trotz Covid-19

Während Coronavirus-Krise: Deshalb können überteuerte Preise für Lebensmittel die Gesundheit schädigen

Wegen hoher Preise für Lebensmittel wie Obst und Gemüse können sich einige Kunden während der Coronavirus-Pandemie kaum gesunde Ernährung leisten.
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Wegen hoher Preise für Lebensmittel wie Obst und Gemüse können sich einige Kunden während der Coronavirus-Pandemie kaum gesunde Ernährung leisten.

Die Preise für einige Lebensmittel sind in Zeiten des Coronavirus aktuell angestiegen. Das kann auch Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

  • Momentan sind Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Fleisch teurer als im vergangenen Jahr.
  • Das liegt auch am Coronavirus, das sich weiterhin in NRW und den anderen Teilen von Deutschland ausbreitet.
  • Durch die teureren Lebensmittel kann es besonders bei Kindern zu Schäden in der Gesundheit kommen.

Dortmund/ NRW - Wer in Zeiten der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus* aktuell einkaufen geht, muss nun vor allem bei gesunden Lebensmitteln tiefer in die Tasche greifen. Denn vor allem für gesunde Produkte sind die Preise aktuell gestiegen, wie RUHR24.de* berichtet. Das könnte allerdings die Gesundheit beeinflussen.

Coronavirus: Teure Lebensmittel im Supermarkt - Gesundheit der Kinder könnte geschädigt werden

Denn nicht jeder Kunde kann sich in Zeiten des Coronavirus die teuren Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse leisten. Davor warnt auch die Organisation Foodwatch. Denn speziell Kinder würden die Folgen zu spüren bekommen. 

"Sind vor allem Vitamine und Mineralien nicht altersentsprechend ausreichend, so drohen körperliche und kognitive Entwicklungsstörungen", zitiert Foodwatch den Ernährungsmediziner Hans-Konrad Biesalski online. Von diesen Gefahren seien besonders Kinder bis zum fünften Lebensjahr betroffen. In dem Alter sei es möglich, dass der Nachwuchs durch die Ernährungsarmut im Wachstum zurückbleibt und vermehrt Probleme in der Schule habe. 

Einen weiteren Nachteil bringt die Coronavirus-Pandemie durch die größtenteils geschlossenen Schulen und Kitas mit sich. Denn während die Kinder dort normalerweise mit - zum Teil kostenlosem - Mittagessen versorgt werden, müssen dies nun die Eltern der Schüler übernehmen - eine weitere Belastung für den Geldbeutel. Dazu kommt, dass zahlreiche Eltern wegen der Krise um die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 gar nicht oder nur in Kurzarbeit arbeiten dürfen und daher weniger Gehalt zur Verfügung haben.

Im Video: Lebensmittel wegen Coronavirus teurer

Trotz Überschuss wegen Coronavirus: Diese Lebensmittel sind aktuell besonders teuer

Besonders teuer sind aktuell Lebensmittel, wie Spargel und Erdbeeren*. Im Vergleich zu April 2019 seien die Preise für Gemüse um 27,1 Prozent gestiegen, so Foodwatch online. Auch Fleisch kostet aktuell mehr: Bei frischem Schweinefleisch sind es 17,1 Prozent, bei sonstigen Wurst- und Fleischwaren sind es 12,6 Prozent. Obst ist um knapp 14 Prozent teurer als 2019. 

Auch für Nahrungsmittel wie Milch, Eier, Kartoffeln und Produkte aus Getreide müssen die Kunden aktuell mehr Geld investieren - und das, obwohl es bei diesen Artikeln derzeit einen Überschuss gebe. Das liege daran, dass Gastronomiebetriebe wegen der Ausbreitung des Coronavirus lange Zeit schließen mussten und daher die Lebensmittel nicht einkaufen mussten.

Damit sich der Einkauf für Kunden lohnt und die Produkte nicht kurze Zeit später verderben, gibt es einige Regeln zur Hygiene von frischen Lebensmitteln wie Fleisch und Gemüse zu beachten.

Teure Preise von Obst und Gemüse: Erntehelfer fehlen wegen Folgen von Coronavirus

Allerdings gebe es für einige Preiserhöhungen laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) gute Gründe. So müssten Kunden momentan mehr Geld für Obst und Gemüse bezahlen, weil durch das Coronavirus zahlreiche Erntehelfer aus Osteuropa fehlen würden, die nicht einreisen dürfen. Zudem falle die Ernte wegen des zu warmen Frühlings 2020 geringer aus. Um dem Problem mit den Erntehelfern entgegenzuwirken, weitete die Bundesregierung die Arbeitszeit für Saisonhelfer aus, die anstelle von bislang 70 Tagen nun 115 Tage sozialversicherungsfrei arbeiten dürfen.

Doch die Verbraucherzentrale spricht gleichzeitig eine Warnung aus. Denn obwohl in Deutschland Produkte wie Fleisch trotzdem noch zu billig seien, um "faire Preise für die Landwirte zu erzielen", sei der Preisanstieg nicht immer gerechtfertigt, so Wolfgang Schuldzinski, der Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW).

Teure Lebensmittel wegen Coronavirus: Verbraucherzentrale NRW will Änderung in der Politik

"Wenn aber im Moment die Preise bei einigen Produkten steigen, obwohl ein Überangebot vorhanden ist, geht es dem Lebensmittelhandel nicht um Fairness, sondern um den schnellen Profit", mahnt Wolfgang Schuldzinski.

Während des Coronavirus landen nicht bei allen Kunden gesunde Lebensmittel, wie Orangen im Einkaufswagen. Das kann allerdings gefährlich für die Gesundheit sein.

Daher wollen nun verschiedene Seiten eine Änderung in der Politik bewirken. "Gesunde Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein", erklärt der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Er fordert daher "eine Anhebung der Verpflegungssätze bei Hartz IV", damit auch Personen mit einem geringen Einkommen die Chance auf eine gesunde Ernährung haben.

Coronavirus: Foodwatch fordert Sofortprogramm zur Bezahlung von gesunden Lebensmitteln

Die Organisation Foodwatch fordert insbesondere von der SPD, dass "die Bundesregierung ein Sofortprogramm gegen Ernährungsarmut beschließt", wie es auf ihrer Homepage heißt. Dadurch sollen die Politiker "allen Menschen, die auf existenzsichernde Sozialleistungen angewiesen sind, einen pauschalen Mehrbedarf von 100 Euro monatlich unbürokratisch zukommen zu lassen".

Neben dem Sofortprogramm sei es laut Foodwatch zudem notwendig, dass es "einen bundesweiten Koordinator für Ernährungssicherheit" gibt. Diese Person soll "mit einem ausreichenden Etat ausgestattet sein und muss dafür sorgen, dass Akuthilfe gegen Hunger und Mangelernährung dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird", so Foodwatch

malm

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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