Lokale Vereine und Sportclubs

Deshalb sind sie so wichtig für die Gesellschaft

Junge Frau im Trikot steht vor einer grünen Wiese und hält einen Fußball auf der Schulter.
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Sport-, Musik- und andere Vereine sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft.

„Vereine stützen die Gesellschaft“ heißt es immer so schön. Das gilt mitunter nicht nur für den gängigen Sportverein, sondern auch für alle anderen sozialen Gruppen, die sich regelmäßig zusammenfinden. 

Egal, ob man im kleinen Dorf oder in der Großstadt lebt, in nahezu jedem Ort kann man sich in den verschiedensten Gruppen engagieren. In kaum einem anderen Land wird die Vereinskultur so groß geschrieben wie in Deutschland. Allein in den hiesigen Sportverbänden gab es im vergangenen Jahr fast 24 Millionen Mitglieder. Gerade Sportvereine haben in Deutschland eine besondere Stellung, allerdings bietet die Vereinslandschaft noch so viel mehr an Freizeit- und Interessengemeinschaften. 

Sportvereine als Einstieg in den Profisport

Für angehende Profisportler stellt ein Sportverein den ersten Kontakt mit einer jeweiligen Sportart dar. Beim Fußball liegt das Einstiegsalter bei etwa 4 bis 6 Jahren. Aber natürlich gibt es auch Vereine in anderen Disziplinen, die junge Talente tatkräftig unterstützen und fördern, sodass später möglicherweise eine Karriere als Profisportler angestrebt werden kann.

Demnach sind der Profisport und die damit verbundene Industrie ohne kleinere Interessengemeinschaften kaum möglich. Ein gutes Beispiel hierfür sind Sportwetten. Ohne Profisport würde auch die Wettindustrie, zumindest im Bereich Sport, so wie wir sie heute kennen nicht existieren. Generell erfreuen sich Sportwetten in Deutschland wachsender Beliebtheit, weshalb fast täglich neue Wettanbieter aus dem Boden schießen. Dabei haben die neuen Wettanbieter ein vielseitiges Angebot, das oft auch Wetten auf Partien unterer Ligen ermöglicht und beispielsweise auch diverse Boni beinhalten kann.

Ein weiterer Strang, den es ohne den Profisport nicht geben würde, wäre die Sport-Merchandise-Industrie. Mit Trikots, Trinkflaschen und sogar Actionfiguren wird weltweit ein Milliardengeschäft gemacht.

Sportvereine sind das Fundament des Profisports und sind zumindest zu einem Teil für den Erfolg einer weitaus größeren Sportindustrie verantwortlich, denn oft wächst die Liebe und Fantreue, wenn man selbst aktiv den Sport betreibt.

Vereine als sozialer Raum

Natürlich spielen Sport- und andere Vereine eine große soziale Rolle. Tritt eine Person solch einer Gruppe Gleichgesinnter bei, so tritt sie gleichzeitig in eine neue Gemeinschaft ein. Gerade dann, wenn man vielleicht neu in eine Stadt kommt, kann ein Verein als Kickstarter eines neuen Freundeskreises dienen.

Vor allem in großen Städten kann es vorkommen, dass es etwas länger dauert, bis man Anschluss findet. Oft richtet man sich hier erst nach neuen Arbeitskollegen. Jedoch ist es auch wichtig, sich ein soziales Umfeld aufzubauen, das aus mehr als nur Arbeitskollegen besteht. Natürlich ist ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Kollegen durchaus gut und wichtig, allerdings verbringt man im Schnitt acht Stunden pro Tag mit ihnen, was unweigerlich auch zu Problemen führen kann. Hier kann der Beitritt helfen, um einfach noch etwas mehr Vielseitigkeit in den Freundeskreis zu bringen.

Kinder finden zwar meist ohne Probleme neue Freunde, jedoch kann auch hier die Integration in eine Gruppe eine gute Ergänzung sein. Gleiche Interessen sorgen für Gemeinsamkeiten und die können eine gute Basis für Freundschaften darstellen. 

Darüber hinaus kann ein Verein Anerkennung bieten. Menschen, die hier aktiv sind, möchten Dinge erreichen und Leistungen vorzeigen, die sie vollbracht haben. Der Mensch ist nun einmal ein soziales Wesen, das von der Anerkennung anderer Menschen lebt. Diese Funktion wird unter anderem durch den Verein erfüllt. 

Softskills wie ein soziales Miteinander und Fairplay können bereits ab dem Kindesalter geschult werden. Im Lebenslauf machen sich Erfahrungen im Verein und ehrenamtliches Engagement in der Freizeit ebenfalls sehr gut. 

Integration und Sozialisation

Es treffen dabei nicht selten verschiedene Kulturen aufeinander. Sportvereine etwa können sehr gute Möglichkeiten bieten, um Menschen, die neu im Land sind zu integrieren. Ein gutes Beispiel ist in diesem Fall wieder der Fußball. Dabei muss nicht wirklich viel geredet werden und wenn doch, dann funktioniert das notfalls auch mit Händen und Füßen. 

Vereine integrieren.

Durch Sport werden Barrieren abgebaut und Gemeinsamkeiten geschaffen, da alle hier das gleiche Ziel haben und schlicht und einfach an einem Strang ziehen. 

Jedoch werden nicht nur sprachliche Barrieren im Vereinsleben abgebaut. Hier treffen auch Klassen aufeinander: „Reich trifft auf Arm“. In der Regel ist die Mitgliedschaft allen möglich. Menschen aller Gesellschaftsschichten treffen so aufeinander und teilen ihre Interessen miteinander. Dadurch können eventuelle Vorurteile abgebaut und ein gewisses Grundverständnis entwickelt werden.

Bedeutung von Vereinen für die Politik

Interessengemeinschaften, egal welcher Art, sind auch für Politiker sehr wichtig. Immerhin handelt es sich bei Vereinen, um Gruppen mit Mitgliedern, die sich alle für die gleiche Sache einsetzen. Politiker, die Vereine miteinbeziehen, können sich in der Regel über einen großen Rückhalt freuen, je nach Mitgliederstärke und Art des Vereins. 

Vereinssterben in Dörfern verhindern

Vor allem in den ländlichen Gebieten kann man aktuell jedoch beobachten, dass die Zahl der Vereine rückläufig ist. Das kann sogar so weit gehen, dass die Zukunft mancher Dörfer gefährdet ist. Zwischen 2006 und 2016 hatten sich laut einer Studie der Zivilgesellschaft des Stifterverbands etwa 15.500 Vereine, also etwa jeder neunte, aufgelöst. 

Kritiker sehen in dem Vereinssterben gleichzeitig ein Sterben der Menschlichkeit. Deshalb ist es so wichtig, das drohende Vereinssterben aufzuhalten. Hier muss jedoch die Politik aktiv werden und neue Infrastrukturen schaffen, um das generelle Engagement der Menschen wieder anzukurbeln. 

Es ist wichtig, dass Vereine ihren Platz in unserer Gesellschaft haben. Nicht nur wegen der Arbeitsplätze, die geschaffen werden, sondern wegen des großen Stücks an Menschlichkeit, das ohne sie verloren gehen würde. 

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