Mehr Heuschnupfen durch Klimawandel?

Pollenflug und Allergien im Wandel?

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Abbildung 1: Wunderschön anzuschauen - doch für Allergiker ein Graus: Die Pollensaison ist in vollem Gange!

Menschen mit einer Pollenallergie sind aktuell wieder mehr als genervt: die Pollen fliegen fleißig. Dank des Klimawandels verlängert sich die Pollensaison zudem regelmäßig.

Unser moderner Lebensstil trägt im großen Maße dazu bei, dass Allergien im Laufe der Jahre immer häufiger auftreten und das Immunsystem von Mensch und Tier negativ beeinflussen können. Wobei die Ursachen für eine allergische Reaktion ganz unterschiedlich ausfallen kann. So beispielsweise auch in der Natur. Denn gerade in Zeiten, in denen die Winterruhe vorbei ist und jeder sich über das Frühlingserwachen freut, bedeutet es für Allergiker Hustenreiz, Atemnot, tränende Augen und/oder triefende Nasen. Besonders zu den Zeiten des Pollenflugs, der hauptsächlich vom Frühjahr bis in den Sommer stattfindet. Doch speziell in den letzten Jahren lässt sich eine Tendenz erkennen: Der Pollenflug verstärkt sich und die Saison fällt länger aus. Doch woran liegt das eigentlich? Ist der Klimawandel schuld und was können Betroffene tun?

Abbildung 1: Wunderschön anzuschauen - doch für Allergiker ein Graus: Die Pollensaison ist in vollem Gange!


Was bedeutet eigentlich eine Allergie?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf Stoffe, die mit dem Organismus in Berührung kommen. Bei Heuschnupfen sind es Proteine, die über die Atemwege in den Körper gelangen. Bei einem intakten Immunsystem erweisen sich diese Allergene, beispielsweise Pollen, als harmlos. Eine weitere Reaktion kann eine Kontaktallergie sein, die sich als Hautrötungen, Pusteln oder Ekzemen einhergehend mit schrecklichem Juckreiz äußert.

Der Einfluss Klimawandel auf eine längere Pollensaison

Die Änderung des Klimas, in erster Linie die Zunahme der Temperatur, beeinflusst maßgeblich das Wetter und somit auch die Wachstumsphasen von Pflanzen und Tieren. Zahlreiche Studien, die nördliche Halbkugel betreffend, belegen eine um bis zu 2 Wochen verlängerte Wachstumsperiode sowie Blütezeit. Die Folge daraus, der Pollenflug beginnt früher. Außerdem führen die wärmeren Temperaturen zu einer Vermehrung der Pollen, die sich dann in der Luft befinden. Die höheren Temperaturen fördern die Keimlinge und deren Wachstum, sodass die Anzahl der Pollen u. a. bei der Birke 1,2-fach oder bei der Esche 6,5-fach angestiegen sind. Ein weiterer Faktor für den Anstieg der Pollen verursacht die höhere Konzentration von Kohlendioxid. Aufgrund dessen reagieren die mittel- und nordeuropäischen Pflanzen durch eine verstärkte Photosynthese, d. h., das CO² wirkt dabei auf die Pflanzen wie ein Dünger.

Jedoch können Klimawandel und Umweltverschmutzung nicht voneinander getrennt werden. Zumal die Umweltschadstoffe Ozon, Feinstaub oder Stickoxide dafür verantwortlich sein können, dass Pollen sozusagen mutieren. D.h., sie verändern sich, indem Allergie auslösende Eiweiße oder Stoffe vermehrt gebildet werden, respektive neue Allergene entstehen. Der Mensch selbst wird zusätzlich durch Umweltschadstoffe geprägt, sodass zum Beispiel die Lunge nicht mehr stark genug ist eine allergische Reaktion, in Form von Asthma, abzuwehren.

Der Klimawandel hat allerdings nicht nur eine Vermehrung der Pollen ausgelöst, sondern ebenso die Vermehrung vom, Wärme liebenden, Eichen-Prozessionsspinner, einem Nachtfalter, der vorher als Raupe mit Widerhaken an den Härchen, hauptsächlich Eichen oder Hainbuchen bewohnt. Kommt eine Person nur allein in die Nähe eines Baumes, auf dem sich die Raupen zu Hunderten niedergelassen haben, sind allergische Reaktionen auf der Haut, an den Augen oder im Rachenraum nicht zu vermeiden.

Welche Pollen breiten sich nicht nur schnell, sondern verstärkt aus?

Die Globalisierung der Weltwirtschaft oder der Tourismus hat sicherlich einen positiven Effekt auf die Menschheit. Jedoch birgt der Austausch von Handelsware aus fernen Ländern wie das Reisen zu anderen Kontinenten einige Risiken. Denn schon seit der Entdeckung Amerikas hielten auf diesen Wegen viele fremde Pflanzen und Tiere in Europa Einzug. Wobei alleine einige Pflanzensamen- oder Pollen, die am Koffer oder Rucksack eines Reisenden anhaften, sich bei entsprechenden, guten Bedingungen, bei dessen Rückkehr einnisten und vermehren könnten. Viele Nutz- und Zierpflanzen wurden bewusst ins Land gebracht, wie beispielsweise die Kartoffel oder Mais. Andere Pflanzen gelangten jedoch unbemerkt in heimische Gebiete, wo sie sich frei entfaltet haben. Einige davon verdrängen zumindest einheimische Pflanzen, die anderen sind bekannt als Allergieauslöser.

  • japanischer Staudenknöterich, nimmt anderen Pflanzen den Lebensraum 
  • Riesenbärenklau (Kaukasus), vergiftet andere Pflanzen 
  • Indisches Springkraut, nimmt anderen Pflanzen den Lebensraum 
  • Japanische Zeder, auch Sicheltanne oder Sugi genannt, löst Allergien aus 
  • Olivenbaum, löst Allergien aus 
  • Ambrosia, löst schwere Allergien aus

Ambrosia oder Traubenkraut sind als Neophyten, wie eingewanderte Pflanzenarten wissenschaftlich genannt werden, ursprünglich beheimatet in Amerika.

Sie verbreitet sich in europäischen Ländern

durch Samenmischungen, verunreinigtes Vogelfutter oder Saatgut.

Der griechische Name Ambrosia, Speise der Götter, kann als Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) vielleicht Gottheiten gerecht werden, ist jedoch für Menschen ein gefährlicher Allergieauslöser, der in der Schweiz, in Italien und Ungarn sogar mit Geldstrafen belegt wird, wenn die Pflanze nicht vernichtet wird. Diese Pflanze, deren Blüte alleine Milliarden von Pollen umfasst, verbreitet sich daher in Windeseile, was durch die Folgen vom Klimawandel noch gesteigert wird.

Wie können sich Allergiker schützen?

Niemand ist wirklich gegen eine Allergie gefeit, so kann eine ältere Person mit 65 Jahren auf einmal unter Pollen leiden, obwohl sie ihr Leben lang nie davon geplagt war. Deshalb ist die erste Regel für jeden: Vorbeugen! Dies unterscheidet sich kaum von dem, worauf ein Allergiker achten soll:

1. Einnahme von Medikamenten
Hierbei sind vor allem Tabletten (Antihistaminikum), Augentropfen, Nasenspray und Asthmaspray angesagt. Eine gute Alternative zum Nasenspray besteht darin, die Nase mit lauwarmem, leicht gesalzenem Wasser zu spülen. Bei schwerer Allergie sollte ein Notfallset mit einem Autoinjektor Epinephrin immer dabei sein (anaphylaktischer Schock). Alternativ ist es auch möglich, auf homöopathische Mittel zu setzen, wie auf idealo.de berichtet wird.

2. Auf Teppiche verzichten
In Wohnung/Haus Teppichboden, bei schwerer Allergie auch keine Teppiche auslegen. Besser sind pflegeleichte Böden. Straßenschuhe aus den Wohnräumen verbannen. 

3. Schlafzimmer präparieren
Matratzen aus Kaltschaum, Matratzen Auf-und Unterlagen, Mikrofaser Bettwäsche (keine Fusselbildung) Bettwaren aus Synthetik oder Federbettwaren speziell mit Allergiebezügen schützen. Bettwäsche regelmäßig wechseln und mindestens bei 60° waschen. Zudem sollten sich Allergiker nicht im Schlafzimmer an- und ausziehen. Raumtemperatur bei 18° halten und täglich gut lüften. 

4. Haustiere
Haustiere nicht ins Bett lassen und jeden Tag bürsten. Dies gilt besonders, wenn Hund oder Katze ständig draußen sind. Hunde zudem einmal im Monat baden. 

5. Kampf dem Staub
Eine möglichst staubfreie Wohnung ist wünschenswert. Dazu gehört ein Staubsauger mit einem sogenannten HEPA-Filter sowie regelmäßiges feuchtes Aufwischen. Ein Filter in der Lüftung des Autos wäre auch angebracht. 

6. Vor dem Schlafen Haare waschen
Ein Allergiker selbst sollte sich umziehen, wenn er nach Hause kommt und möglichst, zumindest in der Pollenzeit, vor dem Schlafen die Haare waschen.

Abbildung 2: Was tun gegen Heuschnupfen? Es gibt viele mögliche Maßnahmen!

Fazit – auch die Pollen bleiben vom Klimawandel nicht unberührt 

Die Natur ändern ist für den Einzelnen nicht möglich, aber mit einfachen Mitteln sich gegen einen Allergieschub zu schützen, kostet weder viel Mühe noch viel Geld. Das A und O heißt vermeiden und für ein gesundes Immunsystem sorgen!

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