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„Reizdarm lässt sich nicht heilen“: TV-Arzt Dr. Wimmer gibt bei Diagnose hilfreiche Tipps

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Von: Judith Braun

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Jeder Zweite mit Magen-Darm-Beschwerden hat ein Reizdarmsyndrom (RDS). Der beliebte TV-Arzt Dr. Johannes Wimmer erklärt, was man tun kann.

München – „Ein Reizdarm ist so eine diffuse Diagnose, dass selbst ein erfahrener Arzt nur über ‚Try and Error‘ helfen kann“, so die Auffassung von Dr. Johannes Wimmer (39). Der Mediziner und bekannte TV-Arzt will deshalb auf seinem Youtube-Channel in Zusammenarbeit mit dem „NDR“ Licht ins Dunkel bringen. Schließlich haben genug Menschen mit Verdauungsproblemen, Blähungen, Durchfall und Krämpfen zu kämpfen. Zehn bis 20 von 100 Menschen leiden wohl unter einem Reizdarm, wobei Frauen doppelt so häufig wie Männer betroffen sind. Der Mediziner klärt nicht nur über Symptome und Tests auf, sondern hat auch einige Tipps in petto, mit denen man dem Darmleiden entgegenwirken kann.

Reizdarm: TV-Arzt erklärt, woran man Erkrankung erkennen kann

Typische Symptome eines Reizdarms sind unter anderem Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Eine Diagnose erfolgt dennoch oft vorschnell.
Typische Symptome eines Reizdarms sind unter anderem Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Eine Diagnose erfolgt dennoch oft vorschnell. (Symbolbild) © DC_2/IMAGO

Beim sogenannten Reizdarmsyndrom (RDS) handelt es sich um eine funktionelle Störung zwischen dem vegetativen Nervensystem und der Darmmuskulatur. Zwar ist die Krankheit nicht gefährlich, aufgrund ihrer typischen Symptome wie auch Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall oder Verstopfung kann sie jedoch durchaus belastend sein. Laut Experten wird die Diagnose Reizdarm oftmals vorschnell gestellt. Ähnlich sieht es auch Wimmer und erklärt deshalb: „Es ist wichtig, dass erstmal viele Tests und Untersuchungen gemacht werden, um mögliche andere Ursachen auszuschließen.“

Denn die Beschwerden könnten beispielsweise auch von einer Nahrungsmittelallergie, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn oder Tumoren im Darm oder an den Eierstöcken verursacht werden. Laut Wimmer sollten folgende Tests vom Arzt durchgeführt werden, um einen Reizdarm diagnostizieren zu können:

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Reizdarm: Nicht nur körperliche Symptome, auch psychisch belastend

Bei Reizdarm handelt es sich laut Wimmer um eine diffuse Diagnose, bei der man verschiedene Behandlungsmöglichkeiten ausprobieren muss, um so herauszufinden, was wirklich hilft. Auch die Symptome sind vielseitig und reichen von körperlichen Beschwerden bis hin zur psychischen Belastung.

Über seinen Stuhlgang zu sprechen, ist für viele Menschen noch immer mit Scham behaftet. Doch der TV-Arzt versichert, dass es für Mediziner zum Alltag gehört, darüber zu sprechen oder eine Stuhlprobe zu entnehmen. Es sei nichts anderes, als wenn man mit einem Husten oder Schmerzen in der Schulter zu ihnen käme, „das kennen die“, so Wimmer. Handlungsbedarf besteht übrigens nach Angaben von Experten, wenn die Beschwerden innerhalb eines Jahres insgesamt mehr als drei Monate andauern.

„Wenn sich der Stuhlgang verändert und es im Bauch durchgehend zwickt und zwackt, dann ist es an der Zeit, den Internisten oder die Internistin Deines Vertrauens aufzusuchen“, empfiehlt der 39-Jährige. Ein wichtiger Hinweis für ein RDS ist außerdem, dass man nachts beschwerdefrei ist. Außerdem verlieren Patienten kein Gewicht aufgrund eines Reizdarms.

Tipps bei Reizdarm:

Wird die Diagnose Reizdarm gestellt, dann empfiehlt der Arzt meist eine Behandlung oder Therapie zum Beispiel in Form von Medikamenten. Für Wimmer sind zwei Aspekte für die Heilung eines Reizdarms jedoch entscheidend: eine Ernährungsumstellung sowie die Reduzierung von Stress. Außerdem hält er folgende Tipps für sinnvoll:

„Reizdarm ist nicht einfach, kann sehr mühsam sein und lässt sich nicht heilen“, so das Fazit des TV-Arztes. Medizinisch sei ein Reizdarm jedoch nicht alarmierend, sondern harmlos.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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