Strahlen als Gefahr?

Strahlenbelastung im Alltag – worauf Verbraucher achten sollten

In der modernen Welt sind wir heute von vielen Strahlenquellen umgeben. Doch welche sind davon eigentlich wirklich gefährlich und was lässt sich zur Eindämmung tun?

Für sich genommen ist jedes Lebewesen täglich von Strahlen umgeben. Schon die Sonne sondert Strahlung ab und auch die Natur ist mancherorts für höhere Strahlungen bekannt. In der modernen Zeit ist die Strahlenbelastung jedoch wesentlich höher, da jegliche Funktechnologien ein großräumiges, doch immer engmaschigeres Netz aus Strahlen errichten. Die meisten Menschen spüren hiervon nichts, doch gibt es schon jetzt Berichte von Personen, die sich von allem absondern müssen, da sie extrem empfindlich auf verschiedene Strahlungsquellen reagieren. Aber welche Strahlen kommen uns besonders nahe und was können wir dagegen tun?

Elektrosmog kann tatsächlich zum Problem werden - aber unter welchen Voraussetzungen?

Mobilfunkstrahlung

Das ist die größte Strahlenquelle im Alltag. Das Mobilfunknetz wird seit Jahrzehnten beständig weiter ausgebaut und verdichtet sich somit. Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G kommen weitere Masken hinzu, die das Netz noch engmaschiger gestalten. Das bedeutet:

  • Zusätzliche Strahlung – kommt ein neuer Standard hinzu, werden die vorherigen Standards nicht abgeschaltet, sondern die Frequenzen laufen parallel. Dies lässt sich mit einem Fischernetz vergleichen, dessen Maschen immer enger gezogen werden.
  • Nutzung – die Nutzung von Smartphones und anderen auf den Mobilfunk zurückgreifenden Geräten erhöht sich beständig. Zugleich gibt es immer mehr Geräte, die nicht nur die Signale empfangen, sondern eigene Signale abgeben. Der Datenverkehr basiert natürlich auf der Strahlung und erhöht sie.
  • Neue Technologien – umso autonomer beispielsweise Autos werden, desto häufiger greifen auch diese auf das Mobilfunknetz beziehungsweise das dadurch gebotene Internet zurück.

Eine weitere Strahlenquelle, die zwar nicht direkt auf den Mobilfunk bezogen ist, doch auch eine stark verbreitete Funkquelle darstellt, ist das WLAN oder Wi-Fi. Auch städtische WLAN-Hotspots verbreiten das Internet via Funk und sind nicht selten an den Mobilfunk angebunden. Aber was können Betroffene machen? Dies ist nicht einfach zu beantworten, da die Strahlung beinahe überall ist. Es hilft jedoch, sein eigenes Verhalten zu überdenken:

  • Telefonie – mit dem Smartphone sollte besser über ein Headset telefoniert werden, sodass es nicht direkt mit dem Schädel in Berührung kommt.
  • WLAN – empfindliche Menschen sollten, wenn es möglich ist, zumindest in der Nacht das WLAN im Haus ausschalten.
  • Schlafzimmer – per Funk verbundene Geräte sollten nicht im Schlafzimmer liegen. Smartphones, die als Wecker genutzt werden, können in den Flugmodus geschaltet werden, sodass alle Verbindungen gekappt sind.

Elektrosmog

Über die möglichen Folgen von Elektrosmog wird seit Jahren diskutiert. Eindeutige Belege für ein Risiko gibt es bislang noch nicht, dennoch ist es ratsam, sich mit dem Elektrosmog auseinanderzusetzen:

  • Was das ist - Elektrosmog tritt im Zusammenhang mit elektrischen Geräten auf. Sobald ein Gerät eingeschaltet wird, bildet sich ein elektromagnetisches Feld, das wir üblicherweise als Elektrosmog bezeichnen. Es ist praktisch eine unsichtbare Dunstwolke rund um das Gerät.
  • Grenzwerte - wenngleich es noch keine Belege für gesundheitliche Schäden gibt, so herrscht das Wissen vor, dass Elektrosmog andere elektrische Geräte beeinflussen kann: Herzschrittmacher und Implantate. Aus diesem Grund wurden Grenzwerte geschaffen, die das Risiko von Fehlfunktionen verhindern sollen. Strahlung kann man mit einem Elektromessgerät messen und so herausfinden, ob Grenzwerte überschritten werden zu Hause oder am Arbeitsplatz.
  • Schutz - grundsätzlich ist es ratsam, auf die Strahlung von elektronischen Geräten vor dem Kauf zu achten. Leitungen, ob Strom oder Internet, sollten abgeschirmt sein, sodass wenigstens auf dieser Strecke keine Strahlung entweichen kann. WLAN ist eine ununterbrochene Elektrosmog-Quelle und sollte wenigstens in der Nacht abgeschaltet werden.

Der wichtigste Tipp ist zugleich der, der beim Stromsparen hilft: Geräte werden, wenn sie nicht im Gebrauch sind, vollständig ausgeschaltet oder vom Netz genommen. So lässt sich verhindern, dass Elektrosmog verursacht wird.

Weitere Strahlenquellen

Letztendlich gibt es heute dutzende Strahlenquellen im Alltag. Die meisten Menschen haben diese auch schon "am eigenen Leib" erlebt:

  • Röntgen - Röntgenstrahlung ist für sich genommen eine große Strahlenquelle, doch spielt sie aufgrund des seltenen Einsatzes beim Einzelnen eine untergeordnete Rolle. Dennoch durchdringen die Röntgenstrahlen bei einer Aufnahme den Körper. Aus diesem Grund werden Patient und Personal mit Bleiwesten geschützt.
  • Computertomographie - bei der oft notwendigen Untersuchung sind wieder Strahlen mit im Spiel: Bis zu 20 Millisievert werden bei einer Ganzkörperuntersuchung aufgenommen.
  • Medikamente – je nach Erkrankung müssen Patienten unter Aufsicht Medikamente einnehmen, die zu einer kurzzeitigen Verstrahlung führen. Bei einigen Schilddrüsentherapien ist das gängig. Und während die Chemotherapie oft gängig ist, wird zugleich die Strahlentherapie eingesetzt, die parziell eine Region des Körpers bestrahlt.
  • Flugreisen - wer von Frankfurt nach New York reist, kommt mit rund 0,1 Millisievert Strahlung in Kontakt.

Eine andere Strahlenbelastung kommt in einigen Teilen Deutschlands aus dem Boden: Radon. Dieses Edelgas ist unsichtbar, geschmacklos und geruchslos. Allerdings sind die Folgen teilweise drastisch, denn geschätzt jeder zweite Lungenkrebs wird durch Radon verursacht. Einige Informationen:

  • Verbreitung - wie viel Radon im Boden vorkommt, ist unterschiedlich. In den Mittelgebirgen und an den Alpen ist die Konzentration höher.
  • In Innenräumen - Radon kann aus dem Baugrund aufsteigen und in die Innenräume gelangen.
  • Schutzmaßnahmen - wer vermutet, dass sich zu viel Radon im Haus befindet, der sollte viel und regelmäßig lüften. In der Außenluft ist meist weniger Radon. Zudem müssen die Kellerräume gegen Feuchte abgedichtet werden, da mit der Feuchte Radon eindringt.

Ein Großteil dieser Strahlung kommt uns natürlich zugute. Wer möchte noch auf die verschiedenen bildgebenden Verfahren aus der Medizin verzichten, auch wenn sie mit Strahlung einhergehen? Trotzdem ist es wichtig, sich über die Strahlung bewusst zu sein und zwischendurch zu hinterfragen, ob sie nötig ist.

Auch Mobilefunkt-Strahlung kann im Überfluss durchaus zu Problemen führen.

Fazit – manchmal unverzichtbar

In einigen Bereichen ist die Strahlenbelastung tatsächlich unverzichtbar, denn viele Menschen könnten ohne Bestrahlungen, Computertomografien oder durch das simple Röntgen nicht geheilt werden. Andere Strahlenquellen umgeben uns jedoch beständig, egal ob wir es wünschen oder nicht. Gerade die Mobilfunkstrahlung wird weiter zunehmen, was vermutlich auch die WLAN-Strahlen vermehren wird. Auf den privaten Elektrosmog hat hingegen jeder einen gewissen Einfluss, indem im Haus wenigstens "smogfreie" Zonen geschaffen werden: Ins Schlafzimmer kommen möglichst keine Elektrogeräte und wenn, dann werden sie in der Nacht vom Netz genommen. 

Rubriklistenbild: © Metthew Henry / Unsplash.com

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