Weniger Bewegung wegen Corona

„Übergewichts-Pandemie" durch Covid-19: Neuer Aspekt beunruhigt Forscher

Mann liegt auf Sofa und spielt mit dem Smartphone
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Auf dem Sofa liegen und mit dem Smartphone spielen: Während der coronavirusbedingten Ausgangsbeschränkungen waren viele Deutsche nicht sonderlich aktiv.

Eine Coronavirus-Infektion kann gefährliche Folgen haben, etwa eine Lungenentzündung. Doch nicht nur infizierte Menschen, auch alle anderen müssen mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit rechnen.

  • Jeden Tag Homeoffice, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren: Die Coronavirus-Pandemie hatte und hat viele negative Auswirkungen auf unseren Alltag.
  • Und es ist noch nicht ausgestanden, europaweit flammen immer wieder neue Covid-19-Infektionsherde auf.
  • Neben den akuten Krankheitssymptomen* und möglichen Folgen einer Coronavirus-Infektion befassen sich Forscher auch mit den Langzeitauswirkungen. Dänische Wissenschaftler sehen die Gefahr einer durch Covid-19 ausgelösten „Übergewichts-Pandemie“.

Fitnessstudios geschlossen, Homeoffice und der verlockende Kühlschrank in Reichweite: Haben Sie auch ein paar Pfunde zu viel seit den coronavirusbedingten Ausgangsbeschränkungen? Damit sind Sie nicht allein. Und das ruft jetzt Forscher auf den Plan, die vor einer noch nicht bekannten möglichen Folge der Viruspandemie warnen. So könnte der Lockdown die Zunahme von Fettleibigkeit immens fördern. Die Ursachen dafür sollen im Kleinen auf der Hand liegen - zu wenig Bewegung. Doch auch weitaus globalere Faktoren spielen eine Rolle.

Arbeitslosigkeit, Einsamkeit, Ängste: Die Psyche hat immensen Einfluss auf das Körpergewicht

So führen die gestiegene Arbeitslosigkeit und die damit einhergehenden Sorgen und Unsicherheiten dazu, dass sich die psychische und soziale Situation vieler Menschen verschlechtert - so die Beobachtung der Forscher. Dies hätte ihrer Schlussfolgerung zufolge auch Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit: So würden Menschen mit psychischen Problemen wie Existenzängsten ein erhöhtes Risiko haben, in die Fettleibigkeit zu rutschen. „Fettleibigkeit ist sehr komplex. Es geht nicht nur darum, wie viel wir essen, sondern auch um die sozialen und psychologischen Bedingungen, die wir haben“, zitiert der Stern Michael Bang Petersen, Forscher in biologischer Psychologie von der Universität Aarhus in Dänemark.

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Auch Thorkild I.A. Sørensen, Professor am Metabolismuszentrum und der Epidemiologieabteilung der Universität Kopenhagen, unterstreicht diesen Zusammenhang. Ausgangsbeschränkungen und die sozialen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie haben ihm zufolge immensen Einfluss auf die körperliche Gesundheit. „Wirtschaftliche und psychische Unsicherheit, Arbeitslosigkeit und dergleichen führen dazu, dass der Körper mit Stress reagiert, was die Fettleibigkeit erhöht. Der Körper gleicht die Anfälligkeit durch den Aufbau von Fettreserven aus, was aber auch das Risiko für Folgen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzinfarkte erhöht“, wird er im Stern zitiert.

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19 Prozent der Deutschen berichten von zusätzlichen „Corona-Pfunden“

Die dänischen Forschern konzentrierten sich bei ihren Analysen zwar auf die dänische Bevölkerung, jedoch sei weltweit eine Zunahme von fettleibigen Menschen zu erwarten, da Covid-19-Lockdowns in sehr vielen Ländern umgesetzt wurden und immer noch werden. Auch in Deutschland hat die Coronavirus-Pandemie erheblichen Einfluss auf die Aktivität der Menschen. So hatten 38 Prozent der Menschen, die im Rahmen einer YouGov-Umfrage befragt wurden, angegeben, dass sie sich wegen der Coronavirus-Pandemie weniger bewegen. 19 Prozent gaben an, auch an Gewicht zugelegt zu haben. (jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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