Kräuterhexe?

Positiv für Herz und Kreislauf: Diese Beeren sollten Sie jetzt im Herbst pflücken

Weißdorn
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Früchte, die das Herz stärken – nein, es handelt sich nicht um Hagebutten.

Machen Sie sich die Kraft der Natur zunutze – und nehmen Sie beim nächsten Herbst-Spaziergang einen Korb mit! Folgende Früchte sollen das Herz stärken.

  • Viele Arzneimittelformulierungen basieren auf Planzenextrakten – oder Pilzen, wie es bei dem Antibiotikum Penicillin der Fall ist.
  • Bevor die Schulmedizin unzählige Medikamente hervorbrachte, spielte die Natur-Apotheke eine wesentliche Rolle im Leben der Menschen. Heilkräuter und -früchte kamen – und kommen immer noch – zum Einsatz.
  • Der Weißdorn etwa wird seit Jahrhunderten gegen Herzbeschwerden* eingesetzt. So verarbeiten Sie ihn richtig.

Baldrian-Tee bei Einschlafproblemen oder Johanniskraut bei nervöser Unruhe: Heilpflanzen kommen in vielen Haushalten regelmäßig zum Einsatz. Viele Pflanzen mit heilenden Effekten wachsen direkt vor unserer Haustüre, wie etwa Brennnesseln, Kamille, Steinklee oder Spitzwegerich. Auch im Herbst noch lassen sich Heilkräuter am Wegesrand, auf Wiesen oder sogar im heimischen Garten einsammeln. Dazu zählen die Früchte des Weißdorns, die bis Ende Oktober geerntet werden können. Sie werden in der modernen naturheilkundlichen Herztherapie eingesetzt, weil sie die Durchblutung der Herzkranzgefäße fördern, bei Herzrhythmusstörungen helfen und generell die Leistungskraft des Herzmuskels steigern sollen.

Weißdorn: Einsatzbereiche im Überblick

Weißdorn – auch Hagedorn oder Christdorn genannt – ist ein Gehölz, das viele Meter hoch und bis zu mehrere hundert Jahre alt werden kann. Häufig findet man ihn an Waldrändern, in Hecken und Gärten. Beliebt sind vor allem die Früchte, die folgende Beschwerden lindern sollen:

  • nervöse Herzbeschwerden bis Herzinsuffizienz 
  • zu hoher oder niedriger Blutdruck
  • Angina Pectoris
  • Kreislaufstörungen
  • Schlaflosigkeit
  • Nervosität
  • Wassersucht

Lesen Sie auch: Kirschen gegen Kopfweh: Diese Anzahl an Früchten wirkt wie eine Tablette Aspirin.

Heilpflanzen kennen lernen

Das Interesse für Heilpflanzen ist geweckt? Das Buch „Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen“ (werblicher Link) gibt einen Überblick über die heilenden Effekte von Bärlauch, Fichte, Heidelbeere und was sonst noch in unseren heimischen Gefilden gedeiht.

Weißdorn-Tinktur selbst herstellen

„Weißdorn scheint die Symptome der Herzinsuffizienz und die Herzfunktion positiv beeinflussen zu können, wirkt sich aber wohl nicht verbessernd auf die Prognose der Erkrankung aus“, informiert die Pharmazeutische Zeitung (PZ): „Es bleibt der gemeinsamen Entscheidung von Arzt und Patient anheimgestellt, Weißdorn bei Herzinsuffizienz zu verwenden. Sicherheitsbedenken bestehen keine“. Doch wie wirksam ist Weißdorn wirklich? Verschiedene Studien belegen positive Effekte. So führt die PZ folgende nachgewiesene Effekte von Weißdorn-Extrakten auf: eine Steigerung der Kontraktionskraft des Herzens, die Erweiterung der Koronargefäße und herzschützende Wirkung.

Erhältlich sind unter anderem Tees mit Weißdorn, Trocken-Extrakte oder Tinkturen. Doch Sie brauchen nicht unbedingt in der Apotheke einkaufen gehen: Am Wegesrand finden Sie bis in den Oktober hinein Weißdorn-Früchte, die Sie zum Beispiel zu einer Tinktur verarbeiten können. Der alkoholische Pflanzen-Auszug kann bei Schwindel, Schlaflosigkeit, leichtem Bluthochdruck oder leichten Herz-Kreislauf-Beschwerden eingesetzt werden. Dazu werden ein- bis zweimal täglich zehn bis 20 Tropfen der Weißdorn-Tinktur in einem Glas Wasser getrunken.

Weißdorn-Tinktur einfach selbst herstellen:

Füllen Sie ein kleines Schraubglas halb voll mit getrockneten Weißdorn-Blüten und -Blättern und den frischen Beeren. Die Blätter vorher etwas zerkleinern und die Beeren mit einer kleinen Gabel andrücken. Das Glas mit 40-prozentigem Alkohol auffüllen (zum Beispiel mit Doppelkorn oder Wodka). Das Glas danach schleißen und eine Minute lang kräftig schütteln. Den Ansatz rund drei Wochen ziehen lassen und immer wieder zwischendurch schütteln. Am Deckel darf nichts kleben, weil sich sonst Schimmel bilden kann. Nach drei Wochen die fertige Tinktur durch ein feines Sieb geben und in kleine dunkle Fläschchen abfüllen. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Vorsicht: Wer Weißdorn-Früchte nicht von Vogelbeeren oder anderen Beeren unterscheiden kann, riskiert schwere Vergiftungen. Sammeln Sie Weißdorn nur selbst, wenn Sie die Pflanze eindeutig identifizieren können.

Mehr Quellen: https://umweltstiftung-rastatt.de/weissdorn/

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