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Heidelberg: Nach Krawallen in der Altstadt – kommt jetzt das Alkoholverbot?

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Übergriff auf Frau in Heidelberger Altstadt (Symbolfoto)
Übergriff auf Frau in Heidelberger Altstadt (Symbolfoto) © Uwe Anspach/dpa

Heidelberg – Immer wieder gab es Beschwerden über feiernde Jugendliche, jetzt macht die Stadt Nägel mit Köpfen: Geplant ist ein Alkoholverkaufsverbot.

Die Stadt Heidelberg greift durch: Als Reaktion auf die Feier-Exzesse von Jugendlichen will Oberbürgermeister Eckart Würzner ein Alkoholverkaufsverbot in Teilen der Altstadt auf den Weg bringen. Dies bestätigt Sascha Balduf, Pressepsrecher der Stadtverwaltung. Demzufolge sind vor allem der Bereich der Alten Brücke sowie das Neuenheimer Neckarufer von den Ausschweifungen betroffen. „Das Thema ist in den letzten Wochen mehrfach aufgekommen“, so Balduf. Bereits sieben Mal musste die Polizei dort eine Räumung anordnen. „Dort ist unser kommunaler Ordnungsdienst im Einsatz. Wir haben eine Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei des Landes Baden-Württemberg, die Behörden arbeiten eng miteinander zusammen.“

Heidelberg: Krawalle in der Altstadt und auf der Neckarwiese schockieren

Zuvor war es in besagten Bereichen zu teilweise gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Am Pfingstwochenende waren diese so heftig, dass die Stadt sich nur durch eine vollständige Sperrung der Neckarwiese zu helfen wusste. „Wir sind schockiert über das Ausmaß an Gewaltbereitschaft und inakzeptablem Verhalten, das wir an den Pfingsttagen in Heidelberg gesehen haben“, sagte Oberbürgermeister Würzner damals zu den Krawallen. Mit aller Härte wollten Stadt und Polizei dagegen vorgehen.

„Zu solchen Ausschreitungen ist es seitdem zum Glück nicht mehr gekommen“, betont Balduf. Dennoch sei das Problem nicht gelöst. „Es geht uns vor allem um die Vermüllung, die Ordnungswidrigkeiten und Ruhestörungen.“

Heidelberg: Oberbürgermeister will Alkoholverkauf in der Altstadt verbieten

Laut einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung äußerte Oberbürgermeister Würzner auch Verständnis für Jugendliche, die nach den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie feiern möchten. Doch das müsse in Maßen geschehen, was an der Alten Brücke nicht mehr der Fall sei. Daher prüfe man nun die Rechtslage. Darf man den Alkoholverkauf ab einer bestimmten Uhrzeit verbieten?

Konkret geht es um „Spätis“, die Würzner zufolge ein Geschäft damit machten, hochprozentigen Alkohol an Jugendliche zu verkaufen. „Das Problem ist, dass Alkohol da grundsätzlich an jeden verkauft wird“, sagt Pressesprecher Balduf. Oft werde das Jugendschutzgesetz durch „Kurierkäufe“ umgangen. „Ein Volljähriger geht rein und bringt den Minderjährigen etwas mit.“ Doch das Alkoholverkaufsverbot ist noch nicht alles. Zusätzlich soll auch ein Verbot von Ghettoblastern und Musikboxen durchgesetzt werden. „Zurzeit wird die rechtliche Umsetzbarkeit geprüft“, sagt Balduf. Wann die Stadt für Ruhe sorgt, bleibt also offen. (luko)

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