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Amoklauf in Heidelberg: Detail zu Täter Nikolai G. (†18) von Staatsanwalt bestätigt

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Von: Fabienne Schimbeno

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Zwei Wochen nach dem Amoklauf an der Universität Heidelberg suchen Ermittler immer noch nach dem Motiv. Wie die Staatsanwaltschaft nun bestätigt, soll der Täter psychisch krank gewesen sein:

Montag, 24. Januar 2022, 12:24 Uhr: Innerhalb von 43 Sekunden gehen beim Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Mannheim sieben Notrufe ein. Ein Täter soll in das Hörsaalgebäude INF 360 der Universität Heidelberg eingedrungen sein und mehrfach mit einer Langwaffe geschossen haben. Die Polizei rückt sofort aus. 12:51 Uhr: Der mutmaßliche Täter wird in der Nähe des Botanischen Gartens tot aufgefunden. Bei der Leiche handelt es sich um Nikolai G. – 18 Jahre, Biologie-Student an der Universität Heidelberg, Mörder einer 23-jährigen Kommilitonin, Amokläufer von Heidelberg.

Auch zwei Wochen nach der Tat herrscht noch immer Unklarheit: Was hat Nikolai G. (†18) dazu bewegt, auf seine Kommilitonen zu schießen? Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg nun bestätigt, soll der Biologie-Student an einer psychischen Erkrankung gelitten haben.

UniversitätRuprecht-Karls-Universität Heidelberg
Studierendenzahlca. 39.000
Gründung18. Oktober 1386
RektorBernhard Eitel

Amoklauf in Heidelberg: Ermittlungsgruppe „Botanik“ deckt erste Details zum Täter auf

Der Amoklauf in Heidelberg hat viele Narben hinterlassen: Zahlreiche Menschen gedenken am Montag, den 31. Januar der getöteten Studentin (†23). „Nach entsetzlichen Gewalttaten quält uns die Frage, ob wir sie nicht hätten verhindern können. Ob es Signale gab? Doch die Abgründe der menschlichen Seele sind nicht immer sichtbar“, sagt Innenminister Thomas Strobl (CDU) bei der Trauerfeier in der Heidelberger Peterskirche.

Diese Abgründe gilt es jedoch seit der Tat zu ermitteln: Am 25. Januar 2022 gründet die Polizei die Ermittlungsgruppe „Botanik“. Seither konnten bereits diverse Details zum Täter ans Tageslicht gebracht werden. Demnach soll Nikolai G. vor seiner Tat eine WhatsApp-Nachricht an seinen Vater geschrieben haben, in der er ankündigte, „dass Leute jetzt bestraft werden müssen“. Die Eltern des jungen Attentäters würden von der Berliner Polizei betreut, sagte ein Polizeisprecher. Auch sie litten enorm unter der schrecklichen Tat ihres Sohnes.

Amoklauf in Heidelberg: Staatsanwaltschaft bestätigt – Täter litt an psychischer Erkrankung

Nicht auszuschließen sei bislang außerdem gewesen, dass eine im Raum stehende psychische Erkrankung des Verdächtigen ursächlich für die Tat gewesen sein könnte. Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag (7. Februar) bestätigt, soll Nikolai G. in der Vergangenheit in psychiatrischer und psychologischer Behandlung gewesen sein.

Amoklauf auf Uni-Campus in Heidelberg mit mehreren Verletzten
Die Ermittlungsgruppe „Botanik“ gibt neue Informationen bekannt. © Uwe Anspach/dpa

„Inwieweit eine somit im Raum stehende psychische Erkrankung tatsächlich zum Tatzeitpunkt noch vorlag und ursächlich oder mitursächlich für die Amoktat war, ist noch nicht geklärt“, so die Anklagebehörde. Auch andere mögliche Tatmotive seien Gegenstand der noch laufenden Ermittlungen. Der ausführliche Bericht über die Obduktion des Opfers und des Täters liege noch nicht vor. Laut Informationen der dpa sei bereits ein Großteil von den in Betracht kommenden Zeugen vernommen worden, jedoch noch nicht alle. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mannheim mitteilte, seien etliche Zeugen traumatisiert. Es gehöre viel Einfühlungsvermögen dazu, diese Menschen zu befragen. (dpa/fas)

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