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Autofreie Zone in Heidelberg – Bürger-Widerspruch verzögert Straßensperrung in Bahnstadt

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Von: Peter Kiefer

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Heidelberg - In Zukunft wird ein Stadtteil-Zentrum komplett autofrei – das hat der Gemeinderat beschlossen. Doch Widersprüche von Bürgern bremsen die einschneidende Maßnahme:

Update vom 24. November: Eigentlich könnte die Stadt loslegen in Sachen autofreier Langer Anger zwischen Gadamerplatz und Pfaffengrunder Terrasse in der Bahnstadt. Eigentlich. Sogar die Schilder und Poller für die Sperrung liegen schon bereit. Da gegen diesen Plan jedoch seit Oktober zwei neu eingegangene Widersprüche von Bürgern vorliegen, darf die Stadt den Straßenabschnitt vorerst nicht sperren. Denn: Die Widersprüche haben eine aufschiebende Wirkung auf diese sogenannte „Netzunterbrechung“.

Alle Widersprüche müssen nach Ablauf der Widerspruchsfrist im Gemeinderat behandelt werden. Damit dies möglichst schnell geschieht, legt die Verwaltung dem Gemeinderat eine Beschlussempfehlung per Eilverfahren in seiner nächsten Sitzung am 15. Dezember vor. Diesem Weg hat der Ältestenrat des Gemeinderats in seiner Sitzung am Mittwoch (23. November) zugestimmt.

Sollte der Gemeinderat die Widersprüche zurückweisen, bei seinem Beschluss zur Umsetzung der Sperrung bleiben und die Anordnung der sofortigen Vollziehung beschließen, könnte die Stadt die Sperrung umsetzen. Ziel der Verwaltung ist, die bereitliegenden Poller im Januar einbauen zu können. 

Fahrverbot in Heidelberg! Wichtige Straße wird künftig autofrei

Erstmeldung vom 14. Oktober: Wegweisender Gemeinderatsbeschluss am Donnerstag (13. Oktober) in Heidelberg. Demnach wird das Zentrum eines belebten Stadtteils künftig komplett autofrei. Heißt konkret: Auf dem Langen Anger in der Bahnstadt werden künftig im Bereich zwischen Gadamerplatz und Pfaffengrunder Terrasse keine Autos mehr unterwegs sein. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung mehrheitlich beschlossen.

Gemeinderat will es so: Langer Anger in Bahnstadt wird autofrei

Fußgänger sowie Radfahrende können sich künftig zwischen Gadamerplatz, Pfaffengrunder Terrasse und Promenade bewegen, ohne auf motorisierten Verkehr zu treffen. Mit dem Gemeinderatsbeschluss werden nun die nächsten Verwaltungsschritte und Vorbereitungen zur Umgestaltung des Langen Angers auf den Weg gebracht. Im Jahr 2023 endet übrigens die Mietraumförderung für viele Bahnstadt-Bewohner.

Dazu wird der Lange Anger zwischen Da-Vinci- und Galileistraße nachträglich in seiner Widmung beschränkt. Diese sogenannte Teileinziehung ist die Grundlage für einen dauerhaft autofreien Bereich. Der Gemeinderat hatte bereits im Juli 2020 beschlossen, das nötige Verfahren dafür einzuleiten. Aufgrund zweier Einwendungen konnte das bisher nicht umgesetzt werden und erfolgt nun mit dem neuen Beschluss unter Würdigung der Einwendungen. 

Gadamerplatz Bahnstadt Heidelberg, (C) HEIDELBERG24/Florian Römer
Der Gadamerplatz in der Bahnstadt. © HEIDELBERG24/Florian Römer

Heidelberg-Bahnstadt: Zwei Plätze werden zu 11.400 Quadratmeter großer Einheit

Auf der Grundlage des Beschlusses kann in der Bahnstadt ein rund 11.400 Quadratmeter großes autofreies Zentrum entstehen. Dafür wird die Straßenfläche des Langen Angers zwischen Gadamerplatz, wo auch eine Grundschule ist, und Pfaffengrunder Terrasse den beiden Platzflächen zugeordnet. So können die beiden Plätze, die Tag für Tag von zahlreichen Menschen aus dem Stadtteil genutzt werden, eine Einheit bilden.

Das bietet zahlreiche Vorteile: für einen lebendigen Stadtteil, das soziale Miteinander und vor allem mehr Sicherheit. Festgeschrieben ist das auch im Bahnstadt-Rahmenplan, der die Grundlage für die städtebauliche Struktur und das Handeln aller Akteure der Stadtteilentwicklung bildet.  

Autofreies Bahnstadt-Zentrum wichtig für sichere Radwegeverbindung

Auch mit Blick auf den Ausbau des Radwegenetzes in der Region ist das autofreie Zentrum wichtig. Künftig quert der neue Radschnellweg zwischen Heidelberg und Schwetzingen den Langen Anger auf Höhe der Da-Vinci-Straße. Der Radweg führt dann weiter über die geplante Gneisenaubrücke und Neckarbrücke ins Neuenheimer Feld. Das autofreie Bahnstadt-Zentrum erhöht auch die Sicherheit der Radfahrenden.

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Ebenfalls im Langen Anger ist dieses Jahr das große Wasserbecken umgebaut worden, weil das verdreckte und veralgte Rinnsal ein Schandfleck in dem Vorzeigestadtteil gewesen ist. (PM/pek)

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