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Bahntrasse Mannheim-Karlsruhe – warum sich Heidelberg und Nachbarn gegen Ausbau wehren

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Von: Peter Kiefer

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Heidelberg - Massiver Protest an der geplanten Linienführung der Bahntrasse zwischen Mannheim und Karlsruhe! Was die Kommunen Heidelberg, Eppelheim, Plankstadt und Oftersheim kritisieren:

Da regt sich Widerstand! Die Stadt Heidelberg und ihre Nachbarkommunen Plankstadt, Eppelheim, und Oftersheim haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen den Neubau einer zweispurigen Bahntrasse durch den Landschaftsraum im westlichen Bereich der Heidelberger Gemarkung ausgesprochen. Sie richteten das Schreiben an den Verband Region Rhein-Neckar (VRRN), der hier eine Vermittlerrolle zwischen den Kommunen und der Deutschen Bahn AG einnimmt.

Hintergrund: Ausbau des Güterverkehrsnetzes zwischen Mannheim und Karlsruhe

Der Abschnitt Mannheim-Karlsruhe ist Teil des verkehrlich stark belasteten Eisenbahnkorridors Rotterdam-Genua. Die Deutsche Bahn sieht den Bau von zwei zusätzlichen Gleisen zwischen Mannheim und Karlsruhe vor, um die Kapazität auf dieser Verbindung zu erhöhen.

Derzeit werden durch die DB Netz AG verschiedene Linienkorridore und Streckensegmente auf beiden Seiten des Rheins großzügig geprüft, bewertet und entwickelt. Einer der Linienkorridore führt durch den Landschaftsraum zwischen Heidelberg/Eppelheim im Osten und Plankstadt/Oftersheim im Westen.

Protest der Kommunen – Gründe gegen den angedachten Trassenverlauf

Der Landschaftsraum zwischen den einzelnen Siedlungsbereichen, der eine wichtige Erholungsfunktion hat, würde nach Ansicht der vier Kommunen durch eine neue Güterbahntrasse zerschnitten. Es sprächen zudem mehrere Gründe, wie der zu geringe Abstand zu Siedlungsflächen, Natur- und Denkmalschutz, Wegfall von landwirtschaftlichen Nutzflächen, besonderer Schutz von Biotopvernetzungsgebieten sowie die Einschränkung zukünftiger Planungen wichtiger Infrastruktur, dagegen.

Beispielsweise sind zwei Siedlungsbereiche auf Heidelberger Gemarkung weniger als 250 Meter von der geplanten Trasse entfernt, obwohl die Vorgabe mindestens 250 Meter beträgt. Der denkmalgeschützte Grenzhof würde durch die Trasse von den umliegenden Flächen und der Landschaft komplett abgeschnitten werden.

Geplante Bahntrasse Mannheim-Karlsruhe würde PHV abriegeln

Auch die südliche Entwicklungsfläche des Patrick Henry Village (PHV) würde mit dem Entstehen dieser Trasse von allen Seiten abgeriegelt, was die attraktive Entwicklung des neuen Stadtteils massiv beeinträchtigen würde, so die Argumentation.

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Zudem würde die Maßnahme wichtige Biotop- und Naturschutzgebiete, die für gefährdete Vögel und Amphibien lebensnotwendig sind, zerschneiden. Auch die Stadt Mannheim legt sich mit der Deutschen Bahn an – jedoch wegen deren Riedbahn-Plänen. (PM/pek)

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