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Umfrage ermittelt Bauland in Deutschland: Bis zu 4 Millionen neue Wohnungen möglich

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Von: Fabienne Schimbeno

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Am Dienstag wurden die Ergebnisse der bundesweiten Baulandumfrage vorgestellt. Heidelbergs OB Würzner nahm als Vertreter des Deutschen Städtetages bei der Bundespressekonferenz teil:

400.000 neue Wohnungen pro Jahr – das ist der Anspruch, den die Bundesregierung hat. Bezahlbarer Wohnraum war noch nie so wichtig wie in diesen Tagen. Doch reichen die Flächen für so viele Wohneinheiten überhaupt aus? Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) bringt jetzt Licht ins Dunkle:

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Baulandumfrage: 400.000 Wohnungen pro Jahr – reichen die Baulandreserven?

Für die Studie wurden das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beauftragt. Deutschlandweit wurden knapp 3.000 Städte und Gemeinden aller Größenklassen befragt. Auf Basis der Antworten von fast 700 Kommunen wurde dann berechnet, wie viel freie Fläche als Bauland nutzbar ist. Anschließend wurde ermittelt, wie viele Wohnungen darauf möglich wären.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Das Bauland in Deutschland reicht aus! Mindestens 99.000 Hektar stehen zur Verfügung. Zwei Drittel sind durch die kommunale Planung für das Wohnen vorgesehen. Darauf lassen zwischen 900.000 und rund zwei Millionen Wohnungen realisieren – bei dichterer Bebauung sogar bis zu vier Millionen.

„Ausreichend Bauland in Deutschland“: Bundesbauministerin Geywitz über die Flächennutzung

Sowohl in den Ballungsräumen als auch in ländlichen Gebieten gibt es erhebliche Flächenpotenziale für den Wohnungsbau. Immer mehr Kommunen erfassen systematisch ihre potentiell bebaubaren Flächen wie Brachflächen und Baulücken – eine wichtige Informationsgrundlage für die kommunale Baulandpolitik.

„Es gibt ausreichend Bauland in Deutschland. So viel wie die Größe Berlins oder 140.000 Fußballfelder“, so Bundesbauministerin Klara Geywitz. „Das ist das Potenzial, das wir brauchen, um 400.000 Wohnungen jährlich, davon 100.000 Sozialwohnungen, zu bauen“. Über die Hälfte dieses enormen Flächenpotenzials sei kurzfristig bebaubar. Brachflächen und Baulücken müssten jetzt klug genutzt werden.

Bezahlbarer Wohnraum in Deutschland: Heidelbergs OB Würzner fordert „gemeinsame Kraftanstrengung“

Land zum Bauen sei da. „Jetzt kommt es auf den gemeinsamen Willen an, so viel bezahlbares Wohnen wie möglich zügig auf den Wohnungsmarkt zu bringen“, erklärt die Bundesbauministerin. Mit dem Bündnis für bezahlbares Wohnen auf Bundesebene setze man dafür am 27. April den Auftakt.

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner erklärt: „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zählt zu den derzeit dringlichsten Aufgaben“. Nun sei, dass in den Städten ausreichend Flächenpotenziale für den Wohnungsbau vorhanden ist und nicht auf der grünen Wiese außerhalb gebaut werden müsse. Damit die vorhandenen Flächen aber gut genutzt würden, sei eine „gemeinsame Kraftanstrengung“ nötig

OB Würzner fordert mehr Unterstützung für sozialen Wohnungsbau

Deutschland bräuchte eine konsequente dauerhafte Förderung durch Bund und Länder für den sozialen Wohnungsbau, geeignete Flächen müssten kurzfristig mobilisiert und das Baurecht insgesamt entrümpelt werden.

„Städte müssen in die Lage versetzt werden, Grundstücke vergünstigt kaufen und gemeinwohlorientiert entwickeln zu können. Sofort nutzbare Bauflächen dürfen nicht aus Spekulationszwecken liegengelassen werden“, sagt Würzner bei der Bundespressekonferenz.

„Bevölkerung frühzeitig in Planungsprozesse einbeziehen“: BBSR-Leiter Eltges mit klarem Vorschlag

Dr. Markus Eltges, Leiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), räumt derweil ein: „Mit klugen Baulandkonzepten und -vergaben können die Kommunen dafür sorgen, dass auf den bebaubaren Flächen nicht nur hochpreisige Wohnungen entstehen, sondern auch bezahlbarer Wohnraum“.

Die Umsetzung von Wohnungsbauvorhaben vor der eigenen Haustür sei kein Selbstläufer. „Es ist wesentlich, die Bevölkerung frühzeitig in Planungsprozesse einzubeziehen“. Dies schaffe Vertrauen, erhöhe die Akzeptanz und steigere die Bauqualität. (fas/PM)

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