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Heidelberg: „Preisgünstig“ Wohnen in PHV? Was im neuen Stadtteil geplant ist

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Von: Florian Römer

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Luftbild Heidelberg ehem. Liegenschaften US-Army Patrick-Henry-Village Konversionsfläche
Blick auf das Patrick-Henry-Village. © Klaus Venus

Heidelberg - Die Planungen zum neuen Stadtteil im Patrick-Henry-Village werden konkreter. Jetzt hat der Gemeinderat das wohnungspolitische Konzept für PHV beschlossen.

Wie viele Wohnungen sollen im Patrick-Henry-Village (PHV) entstehen und wie hoch wird die Miete? Dazu hat der Gemeinderat Heidelberg am Donnerstag (10. Februar) ein wohnungspolitisches Konzept beschlossen. Ergebnis: Über 5.000 Wohnungen sollen in den kommenden Jahren auf der ehemaligen US-Militärfläche geschaffen werden. Die Hälfte der Wohnungen sollen im „preisgünstigen Segment“ liegen. Über 10.000 Menschen sollen künftig im neuen Stadtteil leben, rund 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Wie die Konversionsfläche erschlossen wird, hat der Gemeinderat bereits im Dynamischen Masterplan für PHV festgelegt. In den neuen Stadtteil wird auch das Ankunftszentrum integriert. Zwei Flächen im Westen von PHV dürfen frühestens ab 2030 bebaut werden.

Heidelberg: In PHV sollen über 5.000 Wohnungen entstehen

Die Stadt Heidelberg verfolgt bei der Entwicklung von PHV drei Ziele: Wohnraum für alle Einkommenssegmente, ausgeglichene Verteilung von Eigentums- und Mietwohnungen, sowie eine Ausgewogenheit bei der Wohnungsgröße. Nach Beschluss des Gemeinderats wird die Hälfte der avisierten 5.350 Wohnungen auf PHV „preisgünstig“ sein. So sollen auch Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen eine Chance erhalten, im neuen Stadtteil Heidelbergs zu leben. 30 Prozent der Wohnungen soll geförderter Wohnraum für Menschen mit Wohnberichtigungsschein sein.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (31. Dez. 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Weitere 20 Prozent der Miet- und Eigentumswohnungen sollen „preisgedämpft“ sein. Sie kommen für Menschen infrage, die die Einkommensgrenzen der Landeswohnraumförderung oder des Förderprogramms Wohnungsbau Baden-Württemberg um bis zu 30 Prozent überschreiten. Auf Antrag von SPD, Linke und Bunte Linke soll die Verwaltung im nächsten Haupt- und Finanzausschuss einen Vorschlag machen, wie sich die Miete im geförderten Segment auf 8,50 Euro/Quadratmeter deckeln lässt. Bei den „preisgedämpften“ Wohnungen bewegt sich die vorgeschlagene Miete im Bereich 10 Euro/Quadratmeter.

Heidelberg: Wohnungen in PHV – 50 Prozent Eigentum, 50 Prozent Miete

Zudem sollen in PHV jeweils zur Hälfte Miet- und Eigentumswohnungen geschaffen werden. Allerdings werden im geförderten Bereich ausschließlich Mietwohnungen entstehen. Bei „preisgedämpften“ Wohnungen soll die Hälfte für Mieter offenstehen, die andere Hälfte für Eigentümer. Bei den frei finanzierten Wohnungen wird das Verhältnis 80 Prozent Eigentum und 20 Prozent Miete betragen.

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PHV ist als heterogener Stadtteil für alle Einkommens- und Bevölkerungsgruppen geplant, der vor allem junge Familien, „Starterhaushalte“ (Studierende und Auszubildende) sowie Senioren anziehen soll. Das soll sich auch in den Wohnungsgrößen widerspiegeln. Geplant ist deshalb ein „Wohnungsmix“: Je ein Drittel der zu schaffenden Wohnungen soll ein bis zwei Zimmer haben, ein Drittel drei Zimmer und ein Drittel vier oder mehr Zimmer.

Wohnungen in Heidelberg: PHV-Erweiterung frühestens 2030

Wie groß der neue Stadtteil PHV wird, steht noch nicht endgültig fest. Wie im Masterplan beschlossen, werden die 18 Hektar großen Erweiterungsflächen im Westen nach einem Stufenplan erschlossen. Die südliche Erweiterungsfläche im Westen im Jahr 2030 kann erst einbezogen werden, wenn „rechtzeitig ökonomische, ökologische und soziale Aspekte der bisherigen Entwicklung“ geprüft wurden, teilt die Verwaltung mit. Die daran angrenzende nördliche Erweiterungsfläche kann nur „bei Bedarf“ erweitert werden und nur dann, wenn alle anderen Flächen fertig gestellt sind.

Mit den beiden Flächen wäre der neue Stadtteil 115 Hektar groß. Dort sind rund 1.600 Wohnungen vorgesehen. Herausforderung für die Stadt: Nach Beschluss des Gemeinderats muss die Zielquote des wohnungspolitischen Konzept erreicht werden, unabhängig davon, ob die Erweiterungsflächen genutzt werden oder nicht. (rmx)

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