Fleißige Nagetiere

Lebensgefahr am Neckar: Biber fressen Bäume auf Liebesinsel an

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Heidelberg: Biber im Neckar – Bäume drohen umzustürzen: Lebensgefahr

Heidelberg - Am Neckar müssen mehrere Bäume gefällt werden, da sie von ein Biber stark angefressen wurden und umstürzen könnten. 

  • Biber haben Bäume auf der Liebesinsel in Heidelberg angefressen.
  • Angefressene Bäume drohen umzustürzen und müssen jetzt gefällt werden.
  • Insel im Neckar steht unter Naturschutz, weshalb Biber sich dort ungestört ausbreiten.

In Heidelberg ist seit einigen Monaten der Biber los. Auf der Liebesinsel im Neckar haben die fleißigen Nagetiere mehrere Bäume so stark angefressen, dass diese drohen in den Neckar zu stürzen, wo sie die Sicherheit von Schiffen und Freizeitsportlern gefährden könnten. Außerdem könnten umknickende Bäume auch zu großen Schäden in den Flusswehren führen. Aus diesem Grund rückt am Montag (17. Februar) eine Fachfirma an den Neckar, um die Bäume auf der kleinen Insel auf Höhe der Schurmanstraße in Heidelberg-Bergheim stark einzukürzen oder zu fällen.

Heidelberg: Biber frisst Bäume auf Liebesinsel an

Die Baumfällarbeiten am Neckar werden voraussichtlich zehn Tage dauern. In dieser Zeit ist der Rad- und Fußweg entlang des Neckars zwischen dem „Neckarort“ Iqbalufer, Fehrentzstraße und Ernst-Walz-Brücke gesperrt. Außerdem muss das alljährliche „Anbaden“ im Neckar wegen der einsturzgefährdeten Bäumen verschoben werden. 

Da die Liebesinsel unter strengem Naturschutz steht, können sich die Biber hier nahezu ungestört aufhalten, fressen und fortpflanzen. In Oktober 2019 fällt derStadt Heidelberg erstmalig die Baumschäden auf der Liebesinsel auf. Seitdem beraten Mitarbeiter des städtischen Umweltamts mit dem Biberbeauftragten des Regierungspräsidiums Karlsruhe und der Wasserschutzpolizei. Denn Biber stehen unter Artenschutz, weshalb man ihm seine Nahrungsgrundlage nicht einfach wegnehmen kann. Daher versucht die Stadt Heidelberg einen Kompromiss zu finden, bei dem der Artenschutz gewährleistet ist, aber die Sicherheit von Menschen auch nicht gefährdet wird. In einer Pressemitteilung erklärt die Stadt Heidelberg: „Die Gehölze auf der Neckarinsel sollen wieder austreiben und noch bestehende Gehölze sollen nach den Arbeiten so geschützt werden, dass der Biber sie nicht zu Fall bringen kann.“

Hier haben Biber die Bäume auf der Liebesinsel angefressen.

Heidelberg: Biber breitet sich nicht nur in Region aus

In den vergangenen Jahren konnte sich der Biber in der Region verstärkt ausbreiten. Auch in Eppingen bei Sinsheim sorgten die fleißigen Nagetiere für nationale Schlagzeilen, als sie einen neuen See anlegten. Der Biber hatte es hierzulande in der Vergangenheit nicht immer einfach. Im 19. Jahrhundert wurde er in Deutschland fast gänzlich ausgerottet. Schutzmaßnahmen und Auswilderungen in den letzten Jahrzehnten konnte sich die Biber Bevölkerung wieder erholen. 

Wie die Deutsche Wildtierstiftung schreibt, leben Biberin langsam fließenden und stehenden Gewässern mit Gehölzen nahe dem Ufer. Wie kein anderes Tier gestaltet der Biber die Landschaft nach seinen Ansprüchen: er fällt Bäume, baut Burgen und Dämme und staut Bäche auf. Dadurch schafft er nicht nur sich, sondern auch vielen Pflanzen und Tieren einen geeigneten Lebensraum.

mw

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