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Heidelberg: Gibt es zu viele Ferienwohnungen? Zahlen überraschen

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Nur ein geringer Bruchteil an Wohnungen in der Universitätsstadt scheint für Ferienunterkünfte genutzt zu werden. Das legt eine Anfrage bei der Stadt nahe:

Erst Ende 2021 hat der Gemeinderat das Zweckentfremdungsverbot für Wohnungen in Heidelberg verlängert. Damit will man Vermietern die Praxis erschweren, Wohnraum lieber an Kurz- oder Langzeittouristen zu vermieten als an „normale“ Wohnraumsuchende. Da aber unklar ist, wie viele Wohnungen überhaupt als „Kurzzeitunterkünfte“ wie Ferienwohnungen genutzt werden, gilt auch eine Registrierungspflicht.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (31. Dez. 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)
Anzahl Wohneinheiten78.090

Heidelberg: Nur 0,3 Prozent der Wohnungen Ferienunterkünfte?

Bis 31. März mussten Anbieter von Ferienunterkünften in Heidelberg diese registrieren. Damit will sich die Stadtverwaltung einen Überblick verschaffen, in welchem Umfang der ohnehin schon knappe Wohnraum in der Universitätsstadt in Form von Kurzzeitunterkünften angeboten wird. Die Zahl der Inserate privater Ferienwohnungen pro Einwohner lege nahe, dass Heidelberg in dieser Kategorie im bundesweiten Vergleich „einen vorderen Platz einnimmt“, heißt es aus dem Rathaus.

Aber wie viele der insgesamt 78.090 Wohneinheiten in der Stadt sind aktuell als registriert? Darauf antwortet ein Sprecher der Stadt Heidelberg: „Bis jetzt wurden für 225 Wohnungen Registrierungsnummern für Fremdenbeherbergungen vergeben.“ Heißt: Noch nicht mal 0,3 Prozent aller Wohneinheiten im Stadtgebiet sind derzeit als Ferienunterkünfte registriert. Ein Blick in Portale wie Airbnb, Booking oder Fewo legt allerdings nahe, dass es in Heidelberg deutlich mehr angebotene Ferienwohnungen gibt.

Blick auf die Altstadt Heidelbergs vom Schlossaltan bei Nacht bei Sonnenuntergang
Blick auf die Altstadt Heidelbergs vom Schlossaltan © Tobias Schwerdt/Stadt Heidelberg

Ferienunterkünfte in Heidelberg: „Anbieter noch nicht über Registrierungspflicht informiert“?

„Wir gehen davon aus, dass viele Betreiber von Ferienwohnungen bzw. Anbieter anteiliger Fremdenbeherbergungsmöglichkeiten noch nicht oder nicht ausreichend von den großen Internet-Portalen über die nunmehr bestehende Registrierungspflicht informiert wurden“, so der Stadtsprecher weiter.

Man wolle „nochmals“ mit den entsprechenden Portalen in Kontakt treten. Die Stadtverwaltung rechne damit, „dass es im Verlauf der nächsten Zeit noch wesentlich mehr Anträge auf Erteilung von Registrierungsnummern geben wird.“ Für den Antrag auf Erteilung einer Registrierungsnummer können sich Anbieter von Fremdenbeherbergungsunterkünften per Mail an zweckentfremdung@heidelberg.de wenden.

Ferienwohnungen in Heidelberg: Welche Nutzung man registrieren muss

Seit 29. Dezember gilt in Heidelberg eine generelle Registrierungspflicht für das Anbieten und Bewerben aller Ferienwohnungen im Stadtgebiet. Die Pflicht gilt unabhängig von Größe der Wohnung oder Dauer und Häufigkeit der Vermietung. Sie gilt auch für Wohnungen, in der Wohnraum für Fremdbeherbergungszwecke „nur“ mitgenutzt wird. Von den aktuell registrierten 225 Wohnungen werden 16 für diese Zwecke mitgenutzt.

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Wer Wohnraum verwaltet oder vermittelt, ist künftig auskunftspflichtig. Darüber hinaus müssen Dienstanbieter wie Airbnb, Fewo oder Booking Daten der Vermietenden aushändigen, wenn die Stadt diese anfragt.

Heidelberg: Wann greift Zweckentfremdung bei Ferienwohnungen?

Weitere Regeln zur Zweckentfremdung: Wenn man seinen Wohnraum bis zu 10 Wochen oder 70 Tage pro Jahr als Ferienunterkunft vermietet, gilt das nicht als Zweckentfremdung. Es kann geprüft werden, ob eine darüber hinaus gehende Nutzung möglich ist. Die Mitnutzung von Wohnraum in Heidelberg gilt nicht als Zweckentfremdung, wenn „hierfür weniger als 50 Prozent der Gesamtfläche genutzt wird und auf der verbleibenden Wohnfläche noch eine selbständige Haushaltsführung möglich ist“. (rmx)

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