Tipps der Polizei

Brief-Bomben: Verdächtigen Paket? So verhalten Sie sich richtig

Nach mehreren Brief-Bomben veröffentlicht die Polizei ein Infoblatt. Darin sind zahlreiche Verhaltenstipps aufgelistet, wie man mit einem verdächtigen Paket umgehen sollte:

Die Anschläge durch Brief-Bomben halten derzeit ganz Deutschland in Atem. Wie HEIDELBERG24* berichtet, fallen zuerst die Wild-Werke in Eppelheim dem oder den unbekannten Serientätern zum Opfer. Durch die Explosion wird ein Mitarbeiter verletzt. Kurz darauf werden drei Personen durch eine weitere Bombe im Lidl-Zentrum in Neckarsulm verletzt. Bereits hier ging man von einem Zusammenhang der beiden Anschlägen aus. Einen Tag später wird ein drittes Sprengstoff-Paket gefunden. Dies lag im Münchner Flughafen und konnte entschärft werden. Die Post sollte an den Babynahrungs-Hersteller Hipp zugesandt werden.

PolizeidienststelleLandeskriminalamt Baden-Württemberg
Gründung1952
SitzStuttgart

Anschläge durch Brief-Bomben: Polizei veröffentlich Verhaltenstipps

Wer hinter den Brief-Bomben steckt, ist bislang völlig unklar. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat mittlerweile eine Sonderkommission mit 100 Beamten ins Leben gerufen, um gezielt nach dem oder den Kriminellen zu suchen. Gleichzeitig veröffentlichen sie ein Infoblatt, das Verhaltenstipps für Bürger enthält. Dies ist gerade mit Blick auf einen vierten Einsatz in Leimen wichtig, da zunächst von einer weiteren Bombe ausgegangen wurde. Es ist nicht auszuschließen, dass sich noch andere Sprengstoff-Pakete im Unlauf befindet.

Man sollte bei einem Paket misstrauisch werden, wenn:

Absender

  • Herkunft ungewöhnlich, Absender fehlt oder ist unbekannt. Beachten Sie dabei Recherche-Möglichkeiten, also rufen Sie beispielsweise beim Absender an.
  • Aufschrift oder Handschrift ungewöhnlich, auffällige Schreibfehler. Hier könnte der Täter die eigene Identität verschleiern.
  • Vermerke wie „persönlich“, „vertrauliche“, „nur von XY zu öffnen“. Es kann sich um eine mögliche Maßnahme zum direkten Erreichen der Zielperson handeln.

Beschaffenheit

  • Ungewöhnliche Umhüllung, gefütterte Umschläge, Mehrfachverpackungen, Flächensteifheit auffällig, Drähte oder Dioden erkennbar (Mögliche Stabilisierung von Bauteilen einer Spreng- und Brandvorrichtung)
  • Umschlag: Fettig erscheinende Flecken oder auffälliger Geruch (Mögliche Ausdünstungen des Sprengstoffes) Auffälliges Erscheinungsbild, beispielsweise Schleifen oder Bemalung. (Dient eventuell zur Ablenkung des Empfängers)

Zustellungsart

  • Zustellung durch Postversand oder professionelle Botendienste. Die Sendung hat die „Belastung“ auf dem Versandweg überstanden. Man sollte das Paket in einen abschließbarem Raum legen und weiter anfassen. Aushändigung durch unbekannte Dienste / Personen (Umgehend für sichere Ablage sorgen, kein Aufenthalt in unmittelbarer Nähe) Ablage durch Unbekannte (Ablagebereich weiträumig absperren, nicht anfassen)

In allen Fällen gilt, dass die Polizei sofort verständigt werden sollte. Wählen Sie die 110, wenn sie einen verdächtigen Brief oder ein ungewöhnliches Paket erhalten.

Anschläge durch Brief-Bomben: Polizei gibt Tipps – so verhalten Sie sich richtig

Die Polizei empfiehlt bereits im Voraus Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Auch hier nennt sie konkrete Beispiele. So sollten im Unternehmen die Verantwortlichkeit und Weisungsbefugnisse geregelt werden. Man sollte Verhaltensweisen, Abläufe und Alarmierungswege im Notfall festlegen. Auch ein Notfallplan, der mit Polizei und Rettungskräften abgestimmt ist, ist sinnvoll. Firmen können Geräte für die Durchleuchtung von Gegenständen nutzen und eine zentrale Alarmanlage für Notfälle einrichten. „Setzen Sie nur geschultes Personal ein und unterweisen Sie es regelmäßig“, heißt es in dem Infoblatt der Polizei. Man sollte regelmäßig schauen, ob die Technik noch einwandfrei funktioniert.

Außerdem bietet sich an, dass sich eine Poststelle in separaten Räumlichkeiten befindet und die Möglichkeit besteht, verdächtige Brief oder Pakete zu separieren. Fluchtwege sollten kurz und gekennzeichnet sein. (jol) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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