Staatsanwaltschaft Heidelberg ermittelt

Brustkrebs-Test: Strafanzeige nach umstrittener PR-Aktion in Heidelberg 

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PR-Kampagne zu Blutkrebstest: Uniklinik Heidelberg zieht Konsequenzen (Symbolfoto)

Heidelberg - Die PR-Aktion um den Brustkrebs-Bluttest sorgt weiter für großen Wirbel. Warum die Uniklinik Heidelberg nun Strafanzeige gegen unbekannt gestellt hat: 

Jetzt beschäftigt sich auch die Justiz mit dem möglichen Bluttest zur Früherkennung von Brustkrebs an der Uniklinik Heidelberg. Das Uniklinikum hat bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg jetzt sogar Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Es gebe Anzeichen eines „unlauteren Vorgehens“ bei der Entwicklung und Ankündigung des Bluttests, teilt die Universität Heidelberg in einer Mitteilung vom Freitag mit.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg sagt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Vorermittlungen laufen würden. Ab nächster Woche sollenBeschäftigte der Uniklinik befragt werden. Es wird geprüft, welcher Sachverhalt strafbar und wer dafür verantwortlich zu machen sei. 

Brustkrebs ist laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Weil eine Früherkennung natürlich besonders wichtig ist, hat jede Frau ab dem 30. Lebensjahr einen Anspruch auf eine jährliche Früherkennungsuntersuchung von Brustkrebs. Man sollte allerdings auch einmal im Monat selbst abtasten und kontrollieren. 

Brustkrebs-Test an Uniklinik Heidelberg: Kritik an PR-Aktion

Im Zentrum des Wirbels um den Brustkrebs-Bluttest steht Christof Sohn, Chef der Frauenklinik in Heidelberg. Er hatte den Test am 21. Februar der Fachwelt und Öffentlichkeit als bald marktreifen „Meilenstein“ der Brustkrebsfrüherkennung angepriesen. Jetzt gerät Sohn dafür heftig in die Kritik. Besonders empört war die Fachwelt über eine PR-Kampagne, bei der Sohn sich in der ‚Bild-Zeitung‘ für eine „Weltsensation“ feiern ließ. Jetzt wird sogar hinterfragt, ob der Klinikleiter überhaupt der Erfinder des Tests ist und nicht vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte junge Forscher. Der Gynäkologe ist an der Ausgründung der Klinik zur Vermarktung des Tests, der Firma Heiscreen, beteiligt. 

Die Uniklinik Heidelberg selbst ist nach eigenen Angaben mitten in der Aufarbeitung des Geschehens. Eine Kommission soll in wenigen Wochen berichten. 

Oft gelesen: Uni Heidelberg zählt weiter zur Elite – und das gibt mächtig Kohle!

dpa/kab

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