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BUGA25 in Heidelberg? Parteien schmettern Vorschlag von OB-Kandidat Michelsburg (SPD) ab

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Von: Teresa Knoll

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Heidelberg – OB-Kandidat Sören Michelsburg (SPD) hat vorgeschlagen, die Bundesgartenschau 2025 auf das Airfield zu holen. Die meisten Parteien können dieser Idee nichts abgewinnen:

Die Bundesgartenschau wird 2025 nicht wie geplant in Rostock stattfinden. OB-Kandidat Sören Michelsburg (SPD) hat daher die Idee in den Raum gestellt, das Mega-Event in Heidelberg stattfinden zu lassen – und zwar auf dem US-Airfield. Auf Anfrage von HEIDELBERG24 haben sich mehrere Parteien zu dem Vorschlag geäußert. Die Reaktionen klingen wenig begeistert, die meisten Parteien sehen das Vorhaben als unrealistisch an.

BUGA25 auf dem Airfield in Heidelberg? OB-Kandidat Michelsburg gibt sich zuversichtlich

Das Airfield ist eine 15,6 Hektar große Fläche zwischen Kirchheim und Pfaffengrund. Für den ehemaligen Flugplatz wurde bisher noch keine langfristige Bestimmung gefunden, er soll aber zum multifunktionalen Gelände zur Erholung der Bevölkerung umfunktioniert werden. Das US-Airfield in Heidelberg ist seit Juli geöffnet und soll Kindern und ihren Familien an Wochenenden vorerst nur in den Sommerferien (bis 10. September) eine Fläche zum Picknicken und für sportliche Aktivitäten bieten.

Die Bundesgartenschau, die 2025 in Rostock stattfinden sollte, wurde aus verschiedenen Gründen abgesagt. Der OB-Kandidat Sören Michelsburg (SPD) machte den Vorschlag, die BUGA25 auf das Airfield in Heidelberg zu holen. Rostock hatte den Zuschlag zur BUGA25 im Jahr 2018 bekommen. Michelsburg will die Ausstellung in drei Jahren auf die Beine stellen. Er zeigt sich optimistisch: „Eine Entwicklung des Airfields bis 2025 ist sportlich, aber nicht unmöglich.“ Die kurze Zeit ist aber nur ein Aspekt, in dem die anderen Parteien ein Problem sehen.

Industriemesse zum Landesfeuerwehrtag auf Airfield Heidelberg
Soll die BUGA25 auf dem Airfield Heidelberg stattfinden? (Archivfoto) © HEIDELBERG24/PR-Video, Priebe

BUGA25 auf dem Airfield Heidelberg: Zeitlich und finanziell nicht möglich – „Wahlkampfschnellschuss“

Die FDP-Fraktion findet den Vorschlag vor allem wegen der Größe des Geländes „abwegig“. Allein der Klima-Park der BUGA 2023 in Mannheim erstrecke sich über eine Fläche von 62 Hektar. In Heidelberg müssten für eine BUGA landwirtschaftliche Flächen im Umkreis des Airfields vernichtet werden, so Stadtrat Michael Eckert. Auch betont er, dass die Vorbereitungen in Mannheim schon seit zehn Jahren laufen: „Das ist nicht ‚sportlich‘, was Herr Michelsburg hier vorschlägt, sondern unrealistischer Wahlkampfaktionismus und Wunschdenken.“

OB-Kandidat Bernd Zieger (DIE LINKE) hält den Einfall für einen „Wahlkampfschnellschuss“. Die Fläche sei „keine Wundertüte, die für alle möglichen und unmöglichen Ideen herhalten kann.“ Er hält den Platz auf dem Airfield für eine BUGA zu klein und eine Bewerbung in drei Jahren für „viel zu knapp“. Weiter heißt es von Zieger: „Ich frage mich, wie genau Sören Michelsburgs Konzept hierfür überhaupt aussieht und inwiefern die Stadt und insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen von einer BUGA profitieren sollen?“

Auch Alexander Föhr (CDU) hat den Eindruck, „dass es lediglich um Aufsehen im OB-Wahlkampf geht.“ Die Wahl für den OB von Heidelberg findet im November statt. Neben dem knappen Zeitraum sieht Föhr auch die finanziellen Mittel als Problem, die so kurzfristig nicht aufgebracht werden können. Die BUGA sei „kein Projekt, das man mal so nebenher kurz aus dem Ärmel schüttelt.“ Michelsburg geht laut Föhr zu „blauäugig“ an das Projekt heran.

BUGA25 auf dem Airfield Heidelberg: Nicht für alle Parteien ist der Vorschlag „fernab jeglicher Realität“

Die Fraktion Die Heidelberger sieht das Vorhaben ebenfalls „fernab jeglicher Realität“. Es würde zu lange dauern, das Gelände, das nicht einmal der Stadt gehört, zu bepflanzen. Auch die Kosten werden in der Stellungnahme erwähnt. Diese lagen bei der BUGA in Heilbronn beispielsweise bei 132 Millionen Euro. Die Fläche des Airfield sei nicht ausreichend und „weder die Landwirte im Pfaffengrund noch in Kirchheim möchten ihre Anbauflächen dafür opfern.“ Die Heidelberger sehen das Potential des Geländes eher in kleineren Projekten.

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Die SPD ist die einzige Partei, die sich gegenüber HEIDELBERG24 durchweg positiv zum Vorschlag ihres Kandidaten äußert: „Die soziale und nachhaltige Entwicklung des Airfields als Stadtpark war bereits 2019 ein wichtiger Teil des Kommunalwahlprogramms der SPD Heidelberg.“ Mit der Nutzung des Airfields als Fläche für die BUGA würde also ein langfristiges Ziel der Partei umgesetzt und man hoffe, „dass das Airfield sich zu einem attraktiven Erholungsgebiet für alle Heidelberger entwickeln kann.“ (resa)

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