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Heidelberg: Gastronom lässt auf Instagram Dampf ab – so reagiert die Stadt

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Marco Panzini steht am 12. Februar 2021 vor dem Imbisslokal „Joe Molese“ in der Steingasse in der Altstadt in Heidelberg.

Marco Panzini vor dem Joe Molese. © HEIDELBERG24/Florian Römer

Heidelberg - Restaurantbetreiber Marco Panzini darf seit Monaten keine Gäste mehr in seinem Restaurant bedienen und setzt deswegen auf einen Lieferdienst. Doch das ist mit weiteren Problemen verbunden:

Gastronom Marco Panzini betreibt das beliebte Burgerrestaurant „Joe Molese“ in der Heidelberger Altstadt. Da er seit Monaten keine Gäste mehr in seinem Lokal in der Steingasse bewirten kann, setzt er, wie viele andere, auf einen Lieferservice. Ärger hat der Gastronom jedoch auch damit. Einer seiner Fahrer hat am Montag erst wieder einen Strafzettel bekommen, als er das auszuliefernde Essen vor dem Lokal in der Steingasse in sein Fahrzeug laden wollte. Doch das ist nicht erlaubt. Lieferverkehr ist in der Fußgängerzone nur bis 11 Uhr und nur mit einer entsprechenden Genehmigung gestattet. Seit sechs Monaten versucht Panzini nun schon eine Genehmigung für den Rest des Tages zu bekommen.

Heidelberg: Joe Molese-Betreiber macht seinem Ärger auf Instagram Luft

Er habe zig Mails an die Stadtverwaltung geschrieben, aber nie eine Antwort erhalten. Am 25. März schöpft Panzini wieder Hoffnung: Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner trifft sich mit drei Gastronomen in der Altstadt und spricht mit ihnen über ihre Sorgen und Nöte – darunter ist auch der „Joe Molese“-Betreiber. Der Oberbürgermeister verspricht dem Wirt schnelle und unbürokratische Hilfe. Doch dann passiert – wieder nichts.

In der Heidelberger Altstadt ist Lieferverkehr und nur mit einer entsprechenden Genehmigung erlaubt.

In der Heidelberger Altstadt ist Lieferverkehr und nur mit einer entsprechenden Genehmigung erlaubt. (Symbolbild) © HEIDELBERG24/Celine Burmeister

Panzini ist fassungslos und macht seinem Ärger in einem Instagram-Video Luft: „Mit wie wenig Respekt eine der härtesten getroffenen Branchen behandelt wird von der Stadt. Meine Tochter, die ist 3. Die würde checken, dass ein Restaurant, das zu ist, liefern muss. Die sind in Heidelberg häufig in der Fußgängerzone. Das weiß man nur, wenn man auch mal in der Altstadt unterwegs ist, ne Herr Würzner? Da checkt jeder, dass es Genehmigungen braucht. Ohne, dass es jemand sagen braucht.

Heidelberg: Stadt ermöglicht „Ausnahmegenehmigung für coronabedingten Lieferverkehr“

Schnell kommt eine Reaktion aus dem Rathaus. Der Oberbürgermeister schreibt den Joe Molese-Betreiber auf Instagram an und bittet ihn um ein Treffen: „Wir leben in außergewöhnlichen Zeiten und seien Sie versichert, wir haben dabei unsere Unternehmen fest im Blick.“ Nach einem persönlichen Gespräch am Mittwochnachmittag mit Bärbel Sauer, Leiterin des städtischen Verkehrsmanagements, Nachtbürgermeister Jimmy Kneipp und Marco Panzini wird eine Lösung auf den Weg gebracht. Kurze Zeit später veröffentlicht die Stadt Heidelberg eine Pressemitteilung, in der sie Gastrobetrieben die Möglichkeit gibt, eine „Ausnahmegenehmigung für coronabedingten Lieferverkehr“ zu beantragen.

Mit Erteilung einer Ausnahmegenehmigung wird ermöglicht:

Heidelberger Gastronomen mit Lieferdienst können ab sofort einen formlosen Antrag auf die kostenlose Ausnahmegenehmigung per E-Mail an verkehrsmanagement@heidelberg.de stellen. Die Genehmigung im Rahmen eines Probelaufes gilt vorerst bis zum 30. Juni 2021. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 06221/58-30500 oder -30598 sowie online unter www.heidelberg.de/verkehr.

Panzini ist zufrieden: „Genehmigung? Check! Nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen Gastronomen. Danke für die schnelle Problembehandlung, Herr Würzner“, sagt er in einem Instagram-Video. (kp)

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