Illegale Party, Verstöße in Gaststätten, Eierwerfer

Corona-Horror in Heidelberg: Polizei zieht erschreckende Halloween-Bilanz

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An Halloween hat die Polizei in Heidelberg. Mannheim und Region alle Hände voll zu tun. Bernd Weissbrod/dpa

Heidelberg - Kurz vor dem Lockdown haben viele noch einmal die Gelegenheit genutzt, um an Halloween in Stadt und Region ordentlich einen draufzumachen - die gruselige Halloween-Polizeibilanz:

Am Bismarckplatz in Heidelberg kontrolliert die Polizei am frühen Samstagabend, 31. Oktober, ein Motorradkorso auf einem sogenannten „Halloween-Ride“. Nach Aussagen von Zeugen umfasst der Korso rund 80 Motorräder, die bereits am Nachmittag in Weinheim aufgefallen sind und am Abend lärmend den Bismarckplatz umkreisen. Als sie kontrolliert werden sollen, fährt der größte Teil über den Bismarckplatz davon. Den 16 verbliebenen Bikern, alle im jugendlichen und heranwachsenden Alter, erteilen die Polizeibeamten nach der Identitätsfeststellung Platzverweise.

Besonders dreist und respektlos: Während der Biker-Kontrolle bewerfen mehrere Jugendliche die Beamten mit Eiern und rennen davon. Ein 14-Jähriger aus der Gruppe kann von der Polizei eingeholt werden. Er wird später auf dem Revier von einem Elternteil abgeholt, dem er sein Verhalten dann erklären darf.

Ob es im Zusammenhang mit diesem Halloween-Ride zu Gefährdungen oder gar Unfällen kamt, ist Gegenstand der Ermittlungen. Gefährdete Personen oder sonstige Zeugen werden gebeten, sich bei den jeweiligen Polizeirevieren in Weinheim, unter der 06201/1003-0 und Heidelberg (HD-Mitte), unter der Telefonnummer 06221/99-1700 zu melden.

Halloween in Heidelberg: Beamtin der Bereitschaftspolizei wird betatscht!

Die Verdächtigen bei zwei Körperverletzungsdelikten in der Altstadt sowie fünf teils erheblich betrunkene Verdächtige einer Sachbeschädigung in der Dossenheimer Landstraße in Handschuhsheim werden von Beamten der Sicherheitspartnerschaft vorläufig festgenommen und nach der Erfassung ihrer Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt.

Gegen einen von ihnen wird zusätzlich wegen des Verdachts eines Sexualdelikts ermittelt. Er hat eine Beamtin der Bereitschaftspolizei unsittlich angefasst.

Als gegen 3 Uhr Regen einsetzt, wird es in der Stadt deutlich ruhiger. Insgesamt erteilt die Polizei in der Heidelberger Altstadt dennoch 12 Platzverweise gegen Wildpinkler und Ruhestörer.

Halloween im Rhein-Neckar-Kreis: Corona-Party in einer Ruine

In Neckargemünd unterbindet die Polizei eine Corona-Party in der Ruine des Kümmelbacher Hofes. Nach Zeugenaussagen sollen sich mindestens 60 Personen auf den Weg dorthin gemacht haben. Bei den Kontrollen gegen 21:30 Uhr, zu denen die Beamten fünf Streifen und auch ein Fahrzeug der Hundestaffel zusammenziehen, flüchtet ein Großteil der Anwesenden im Schutz der Nacht. Zehn werden von den eigesetzten Beamten festgehalten, gegen sie wird wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs ermittelt.

Auch sechs Insassen von zwei Autos aus dem Germersheimer Raum, die vor dem Anwesen stehen, werden kontrolliert und des Platzes verwiesen. Auch in Mannheim hat die Polizei an Halloween alle Hände voll zu tun: Mehrere Corona-Partys werden von der Polizei gesprengt.

Corona-Kontrollen im Rhein-Neckar-Kreis: Zahlreiche Verstöße in Gaststätten

In einer Gaststätte in der Bahnhofstraße in Sandhausen ist gegen 23:30 Uhr noch mächtig was los. Neben der Sperrzeit ignorieren sowohl Wirt, als auch Gäste die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus. Insgesamt 29 Anzeigen sind die Folge.

Gegen 1:30 Uhr müssen die Einsatzkräfte nochmal nach Sandhausen ausrücken. Mehrere Personen haben nach Aussagen von Zeugen einen Mann in der Gottlieb-Daimler-Straße zusammengeschlagen. Der Verletzte wird mit einem Rettungswagen in eine Heidelberger Klinik gebracht. Im Rahmen der Fahndung kontrollieren die Ordnungshüter zwei Personen und nehmen sie vorläufig fest. Sie werden verdächtigt, an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Bei sechs Gaststättenkontrollen, die gemeinsam mit dem örtlichen Gemeindevollzugsdienst in St. Leon-Rot durchgeführt wurden, stellt die Polizei in drei Kneipen Verstöße gegen die Corona-Verordnung fest. Auch sie werden zur Anzeige gebracht.

Halloween-Kontrolle in Walldorf: Eierwerfer versuchen zu fliehen

In Walldorf werden Personen beobachtet, die in der Scheffelstraße und in der Straße „Zum Brühl“ Eier auf vorbeifahrende Autos werfen. Als eine vierköpfige Personengruppe kontrolliert wird, gelingt ihr die Flucht. Die Gruppe ist zuvor um einen geparkten Audi gestanden, in dem von außen mehrere Eierkartons zu sehen waren. Rund 20 Minuten später werden die vier jungen Erwachsenen im Alter von 19 und 20 Jahren schließlich in der Lilienthalstraße angetroffen und kontrolliert. Dass die Streifen die Richtigen kontrollieren, ist den Beamten schnell klar. Einer von ihnen ist der Halter des geparkten Eier-Audis und hat die Autoschlüssel bei sich. Ob Beschädigungen an beworfenen Fahrzeugen vorliegen, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

In Schwetzingen ist es eine eher ruhige Nacht. Bei Kontrollen in der Fußgängerzone und am Bahnhof werden 67 Verstöße gegen die Maskenplicht festgestellt. In die Kontrollen werden auch Plankstadt, Oftersheim und Ketsch einbezogen, allerdings ohne nennenswerte Ereignisse.

Corona in Mannheim und Heidelberg: Polizeipräsident kündigt zusätzliche Streifen an

Der Präsident des Polizeipräsidiums Mannheim, Andreas Stenger, zeigt zur Umsetzung der Corona-Verordnung, insbesondere hinsichtlich des „Lockdown-light“ eine klare Haltung: „Ab Montag den 2. November gelten verschärfte Corona-Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Deshalb werden wir überall engmaschig kontrollierten und sanktionieren. Darüber hinaus werden sogenannte Kommunikationsteams in den Innenstädten von Mannheim und Heidelberg zusätzlich zu den Corona-Streifen als weitere Fußstreifen eingesetzt werden. Sie sollen im Vorfeld als wichtige Kommunikatoren und Vermittler dienen sowie niederschwellig für die Belange der Bürger ansprechbar sein. Diese 2er- und 3er-Teams sind ab 11 Uhr bis 19 Uhr, bei Erfordernis auch darüber hinaus im Einsatz“, verspricht Stenger.

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