Seit 6. Mai wieder geöffnet

Zoo Heidelberg leidet unter Corona-Regeln – dringend freiwillige Helfer gesucht

Heidelberg - Seit Anfang Mai hat der Zoo wieder geöffnet. Doch die strengen Corona-Regeln stoßen ihn an seine Grenzen. Jetzt braucht er dringend Unterstützung:

  • Wegen des Coronavirus musste der Zoo Heidelberg schließen.
  • Da keine Besucher kommen konnten, fehlen dem Tiergarten wichtige Einnahmen.
  • Seit dem 6. Mai hat der Zoo Heidelberg wieder geöffnet  -jedoch unter Einschränkungen.
  • Der Tierpark ist dringend auf freiwillige Helfer angewiesen:

Update vom 4. Juni, 10:52 Uhr: Seit rund einem Monat hat der Heidelberger Zoo wieder geöffnet. Allerdings müssen auch dort strenge Corona-Regeln eingehalten werden – und das stößt den Tierpark an seine Grenzen

Wir freuen uns sehr, dass wir den Zoo Heidelberg, wenn auch mit Einschränkungen, wieder für unsere Besucher öffnen konnten. Jedoch haben die letzten Wochen gezeigt, dass wir das ohne zusätzliche Helfer nicht mehr stemmen können. Unser mit der Stadt Heidelberg abgestimmtes Hygienekonzept soll sowohl für unsere Gäste als auch für unsere Mitarbeiter so sicher wie irgend möglich sein. Dafür benötigen wir Helfer, die wir an besonders neuralgischen Punkten, wie Engstellen im Park, den Spielplätzen und später auch in den Tierhäusern, wenn diese wieder geöffnet haben, einsetzen möchten", heißt es am Donnerstag in einer Pressemitteilung des Zoos Heidelberg. Die Hauptaufgabe der Helfer sei die persönliche Ansprache der Zoobesucher über die Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen. 

Wer

Interesse

hat, den Zoo in der Corona-Zeit zu unterstützen, meldet sich bitte bei Susanne Kur (susanne.kurz@heidelberg.de).

Zoo Heidelberg öffnet wieder – mit diesen Einschränkungen

Update vom 5. Mai, 14:50 Uhr: Wie der Zoo Heidelberg am Dienstag mitteilt, wird der Tierpark ab Mittwoch (6. Mai) wieder geöffnet. Für die Zoo-Besucher gelten jedoch Einschränkungen: Der Zutritt ist ausschließlich mit einer Online-Reservierung möglich, das gilt auch für Inhaber von Dauerkarten oder Patenpässen. „Eine sofortige Rückkehr zum Regelbetrieb ist aufgrund der Auflagen zum Infektionsschutz noch nicht möglich“, teilt der Heidelberger Zoo mit. 

Für den Zoobesuch gelten zudem besondere Hygiene- und Verhaltensregeln. Die Online-Anmeldung ist in Kürze unter www.zoo-heidelberg.de/coronainfo möglich. 

Zoo Heidelberg in der Coronakrise: Darf der Tierpark bald wieder öffnen?

Update vom 16. April, 14:18 Uhr: Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, betont am Donnerstagmittag in einer Pressekonferenz, dass Zoos weiterhin geschlossen bleiben. Für wie lange ist unklar. In 14 Tagen werden Bund und Länder sich wieder zusammensetzen und über weitere Maßnahmen sprechen. Heidelberg will aber den Zoo wieder eröffnen!

Update vom 16. April: Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass Zoos wieder aufmachen dürfen, wenn Warteschlangen und Gedränge vermieden werden. Das berichtet die Bild. Am Donnerstagnachmittag will Oberbürgermeister Eckart Würzner aber über den aktuellen Stand für Heidelberg sprechen. Erst danach kann gesagt werden, ob auch der Zoo Heidelberg wieder aufmachen darf – und wenn ja, wann. 

Update vom 15. April: Darf der Zoo schon bald wieder aufmachen? Am Mittwoch besprechen Bund und Länder die aktuelle Corona-Lage in Deutschland. Wie aus der Beschlussvorlage des Corona-Kabinetts, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hervorgeht, will der Bund das Kontaktverbot bis zum 3. Mai verlängern. Aber: Einige Geschäfte dürften bereits vorher oder spätestens Anfang Mai wieder eröffnen. Dazu zählen auch Zoos! Man müsse dann aber strikte Maßnahmen wie die Vermeidung von Warteschlangen, Personenbegrenzung und Hygienevorschriften beachten. Ob der Beschluss von den Ländern genehmigt wird, wird sich im Lauf des Tages zeigen. 

Zoo Heidelberg in der Coronakrise: Nur Jammern auf hohem Niveau?

Update vom 3. April: Zoodirektor Klaus Wünnemann weiß nicht mehr weiter: Durch die Schließung des Heidelberger Zoos wegen der Coronakrise fehlten dem Zoo jeden Monat Einnahmen von 500.000 Euro. Im Frühjahr wäre zudem Hauptsaison. Viele der Mitarbeiter wären jetzt in Kurzarbeit. Zwar hätte der Zoo Rücklagen, die wären jedoch für den Ausbau des Gorillageheges und für das Winterquartier der Flamingos geplant. 

Er befürchtet eine „Abwärtsspirale“. Würde das Geld nicht für den Ausbau ausgegeben werden, könnte das dem Zoo und seiner Attraktivität schaden. Aus diesem Grund fordert der Zoodirektor einen finanziellen Ausgleich für die fehlenden Einnahmen von der Stadt Heidelberg und ein Bekenntnis zum Zoo. 

Coronavirus in Heidelberg: Finanzbürgermeister findet Forderungen des Zoos deplaziert 

Auf diese Forderungen regiert Finanzbürgermeister Hans-Jürgen Heiß am Donnerstag (2. April) mit größter Verwunderung. Das berichtet die RNZ. Er müsse die Forderungen in aller Deutlichkeit zurückweisen. Mit dem Zoo wäre schon vor zwei Wochen besprochen worden, wie der Zoo die Finanzierung in der Coronakrise sicherstellen kann. Von diesen Geldern seien bisher nur 25 Prozent abgerufen worden. Nach seinem Kenntnisstand wäre der Zoo liquide. Die Frage nach weitergehendem Bedarf hätte die Zoodirektion bisher unbeantwortet gelassen. Warum der Zoo Heidelberg jetzt trotzdem Rücklagen auflösen wolle, sei „nicht nachvollziehbar und kaufmännisch äußerst fragwürdig“, so Heiß. 

Die Forderung nach mehr Geld in den kommenden zehn Jahren sei „in der aktuellen Lage vollkommen deplaziert“.Viele öffentliche Institutionen, Unternehmen und Selbstständige litten unter den Auswirkungen der Coronakrise und fürchteten um ihre Existenz. „In diesem Kontext sollten sich die Institutionen, die sich überwiegend aus Steuermitteln finanzieren und die durch die öffentliche Hand abgesichert sind, mit Hilferufen eher zurückhalten", so der Finanzbürgermeister. 

Coronavirus: Zoo Heidelberg in großer Sorge – Zukunft für Team und Tiere gefährdet?

Erstmeldung vom 1. April: Die Tiere im Zoo Heidelberg werden wohl von der ganzen Aufregung nur wenig mitbekommen. Lediglich, dass weniger Menschen ihnen beim Fressen und Schlafen zuschauen, werden wohl auch sie bemerkt haben. Allerdings bereitet genau dieser Umstand dem Zoo Heidelberg starke Bauchschmerzen. Denn seit den Folgen des Coronavirus fehlen dem Tierpark wichtige Einnahmen. Können die Tiere ausreichend versorgt werden? Oder droht gar eine endgültige Schließung?

Übrigens: Ab sofort findest Du alle aktuellen Zahlen und News zum Coronavirus in Baden-Württemberg in unserem neuen News-Ticker!

Zoo Heidelberg in der Coronavirus-Krise – Tiere ausreichend versorgt, aber …

Der Zoo Heidelberg beherbergt über 2.000 Tiere in über 150 Arten. Um all diese Tiere müssen sich die Tierpfleger trotz des Coronavirus ausreichend kümmern. Bislang klappt das – den Umständen entsprechend – noch ganz gut. Allerdings bereiten die fehlenden Einnahmen, da keine Besucher kommen dürfen, dem gesamten Zoo-Team große Sorgen.

Die Tiere im Zoo Heidelberg werden trotz der Corona-Krise ausreichend versorgt.

Viele der über 100 Mitarbeiter sind bereits zur Kurzarbeit gezwungen, damit sie ihre Arbeitsplätze langfristig behalten können. „In den vergangenen zwei Wochen haben unsere Mitarbeiter mit großem Engagement Konzepte und Regelungen zu einem Notbetrieb entwickelt und umgesetzt“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Die grundlegende Versorgung der Tiere ist mit diesem System – wenn es bei unseren Mitarbeitern nicht zu hohen krankheitsbedingten Ausfällen bekommt – vorerst gewährleistet. Trotzdem blicken wir sehr besorgt in die Zukunft.“ Aber: Mit Kurzarbeit ist der Zoo Heidelberg noch lange nicht vor einem möglichen Ruin gesichert!

Coronavirus: Zoo Heidelberg in großer Sorge – „Wo das endet, will sich keiner aus dem Zoo-Team vorstellen“

Die Besucher fehlen, die Kosten im Tiergarten Heidelberg laufen aber fast unverändert weiter. Die Tiere müssen gefüttert, die Tierhäuser beheizt und die technische Anlage gewartet werden. Dieser Umstand bringt den Zoo in eine ziemlich schwierige Situation. „Im Frühjahr, haben wir als Zoo unsere Hauptsaison. Jeden Monat fehlen uns Einnahmen von fast 500.000 Euro, die wir im Spätjahr nicht mehr aufholen können“, so der Zoodirektor. 

Fotos vom tierischen Besuch im Heidelberger Zoo

Zwar habe der Zoo Heidelberg über die letzten Jahren Rücklagen angesammelt, aber auch diese neigen sich nach einigen Wochen dem Ende zu. „Wenn sich die aktuelle Situation weiter zieht, haben wir nächste Woche die Rücklagen für das neue Flamingohaus aufgebracht, Ende Juli wäre der geplante Ausbau der Gorilla-Anlage vorerst Geschichte. Sollte es wirklich so kommen, platzen nicht nur unsere Träume von einem zukunftsfähigen Zoo, dann beginnt die Abwärtsspirale: Die fehlenden Investitionen verringern die Attraktivität, was zu weniger Besucher führt, was wiederum weniger Einnahmen zur Folge hat... wo das endet, will sich keiner aus dem Zoo-Team vorstellen“, erklärt der Direktor des Zoos Heidelberg. „Ebenso wenig wie die Situation, wenn Ende des Sommers die Liquidität erschöpft wäre.“ Falls die Situation sich also nicht ändert und ohne irgendeine Förderung oder sonstige Einnahmequelle steht der Zoo Heidelberg somit langfristig vor dem Aus

Zoo Heidelberg wegen Corona-Krise in großer Sorge – doch er steht damit nicht alleine da

Aber nicht nur dem Zoo Heidelberg geht es wegen dem Coronavirus ziemlich mies! Auch die anderen 55 Zoos in Deutschland bangen gerade um ihre Existenz. Deshalb wendet sich am Dienstag (31. März) der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ), zu dem auch der Tiergarten Heidelberg gehört, direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einem Schreiben fordert der Verband eine Soforthilfe von 100 Millionen Euro an die Zoos, die mehr als 180.000 Wirbeltiere pflegen und züchten. Viele der Tiere gehören zu bedrohten Arten und sind Bestandteil internationaler Erhaltungszuchtprogramme. „Ein möglicher Verlust dieses wertvollen Tierbestandes wäre ein herber Rückschlag für unseren Kampf um den Erhalt der Biodiversität und käme somit einer Katastrophe gleich“, sagt VdZ-Präsident Junhold zur Lage.

Coronavirus: Zoo Heidelberg sucht nach Lösungen – „Hilfe der Stadt“

Der Zoo sei die besucherstärkste Kultur- und Bildungsinstitution Heidelbergs. Deshalb verlangt der Tiergarten jetzt eine Hilfe von der Stadt, die bereits andere Förderprogramm für die Bürger während der Corona-Krise anbietet. Kurzfristig brauche der Zoo Heidelberg einen Ausgleich für die fehlenden Einnahmen während der Coronavirus-Krise, heißt es am Mittwoch in einem Schreiben. „Es ist jetzt nötig, dass für die nächsten zehn Jahre der Zoo im Fokus des Engagements der Stadt Heidelberg steht. Der Zoo Heidelberg darf nicht vergessen werden“, betont Wünnemann. 

Kurzarbeit und Spenden – vor allem durch den Förderverein des Zoos – würden nicht ausreichen. „Umso wichtiger ist nun, die Hilfe der Stadt und unserer Zoofreunde - auch um die Motivation der Mitarbeiter zu erhalten. Wir haben mit einem großartigen Team über die Jahre einen tollen Zoo aufgebaut, der sich jede Hilfe wahrlich verdient hat“, so Zoodirektor abschließend. In Heidelberg breitet sich währenddessen das Coronavirus immer weiter aus, am 1. April wird der erste Todesfall gemeldet.

Aufgrund von Covid-19 herrschen Kontaktsperren und viele Plätze sind geschlossen. Zahlreiche Menschen fragen sich nun, was sie an Ostern überhaupt noch machen dürfen, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen. Oberbürgermeister Eckart Würzner hat daher einen Appell an alle Heidelberger.

pm/jol

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/Sara Freischlag

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