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Coronavirus in Heidelberg – Wie groß ist die Angst auf den Straßen?

Heidelberg - Nach dem ersten Coronavirus-Fall in Heidelberg ist die Angst vor einer Epidemie greifbar. Wir haben uns auf den Straßen umgehört:

  • Das Coronavirus ist in Heidelberg angekommen: Ein Mann wird im Uniklinikum behandelt, seine Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne.
  • In den Discountern sorgen viele Heidelberger für ihre Familien mit Hamsterkäufen vor.
  • Wie groß ist die Angst der Heidelberger auf der Straße?

Das Coronavirus sorgt seit Freitag (28. Februar) für große Aufregung in Heidelberg. An diesem Tag wird der erste Fall bekannt: Ein Mann aus dem Rhein-Neckar-Kreis ist am Virus erkrankt. Er befindet sich im Uniklinikum Heidelberg, seine Ehefrau in häuslicher Isolation. Drei weitere Personen in Mannheim und Umgebung sind wenige Tage später ebenfalls positiv getestet worden. Das Robert-Koch-Institut und das Gesundheitsamt Heidelberg informieren zeitgleich die Bevölkerung, wie sie bei einer Infektion oder einem Verdacht auf das Coronavirus vorgehen sollen, und welche Vorräte man im Haus haben sollte.

In Heidelberg schnellen daraufhin die Verkaufszahlen von Nudeln, Dosensuppen und Desinfektionsmitteln in die Höhe – vielerorts sind leergefegte Regale das Resultat. Die Mitarbeiter der Super- und Drogeriemärkte kommen einfach nicht mehr nach mit dem Auffüllen. An vielen Apotheken hängen schon am Eingang Schilder, die darauf hinweisen: „Desinfektionsmittel und Masken: ausverkauft!“

Coronavirus in Heidelberg – So ist die Stimmungslage auf den Straßen

Am Heidelberger Hauptbahnhof treffen wir Eva, 50 Jahre alt, die bereits die Auswirkungen der Hamsterkäufe im Stadtteil Rohrbach spürt: „Ich habe mich gewundert, dass auf einmal Lebensmittel wie Mehl, Nudeln und Suppen in Dosen- oder Tütenform ausverkauft waren. Ich bin auf jeden Fall im Moment vorsichtiger, mache mir schon ein bisschen meine Gedanken und halte mehr Abstand zu den Menschen. Ob ich den geplanten Theaterbesuch in zwei Wochen tatsächlich mache, überlege ich mir auch noch.“

Aber nicht nur sie ist besorgt. Auch Christiane (56) zeigt sich etwas bedenklich, als wir sie in der Fußgängerzone auf das Coronavirus ansprechen. Sie selbst hat schon ein paar Vorräte zu Hause gebunkert. „Ich habe meine regulären Vorräte einfach etwas aufgestockt, dazu auch einen Vorrat von allen notwendigen Medikamenten besorgt. Ich sehe mich gezwungen, da mitzumachen. Ich habe doch die Verantwortung für meine Tochter. Wenn man für Kinder verantwortlich ist, ist das doch selbstverständlich, dass man vorsorgen möchte." In Panik sei sie aber noch nicht geraten. „Morgen treffe ich bei meiner Arbeit auf Schüler, da bleiben Ansteckungen einfach nicht aus. 

Ein Heidelberger Student aus China mit klarer Meinung zum Coronavirus

In der Poststraße in Heidelberg treffen wir auf einen chinesischen Studenten, der einen Mundschutz trägt. Der junge Mann spricht ganz offen über seine Angst: „Ich empfehle es allen, eine Maske zu tragen, um sich selbst und andere zu schützen.“ Er selbst sei schon seit Weihnachten wieder zurück aus China und trägt nun auch hier in der Öffentlichkeit immer eine Gesichtsmaske. Obwohl in seinem persönlichen Umfeld in China niemand erkrankt sei, begründet er sein Verhalten heute so: „Das Virus ist einfach extrem. Sehr schnell übertragbar und gefährlich.“

Coronavirus in Heidelberg: Trotz erstem Infizierten bleibt die Angst aus

Trotz des ersten Coronavirus-Falls in Heidelberg scheint die Stimmungslage auf den Straßen recht entspannt zu sein. 

Vor allem die jüngeren Menschen aus Heidelberg zeigen sich nicht sonderlich verängstigt. Lediglich einige ältere Menschen sehen der aktuellen Lage etwas bedenklicher entgegen. 

Eine unglaubliche Tat ereignet sich im Mannheim: Ein Mann geht auf zwei Frauen wegen ihres asiatischen Aussehens los! Die Polizei fahndet jetzt nach dem Täter. Mehr zur unfassbaren Tat im Q6/Q7. Die Polizei versucht durch stärke Präsenz die Einhaltung der Corona-Maßnahmen, gegen die übrigens geklagt werden soll, sicherzustellen. Dabei kommt es zu interessanten Einsätzen. Aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Rohöl ist der Spritpreis an den Zapfsäulen in der Metropolregion Rhein-Neckar drastisch gesunken. 

Wer sich in Heidelberg auf das Coronavirus testen lassen will, der kann zum Drive-In-Testcenter fahren. Allerdings nur mit einem Termin!

Seit zwei Monaten sind die Schulen in Baden-Württemberg geschlossen. Sowohl Eltern als auch Kinder leiden sehr darunter. Jetzt fordert eine Elterninitiative aus Heidelberg die Öffnung aller Schulen und Kitas – und dafür gehen sie auf die Barrikaden und demonstrieren am Uniplatz.

kpo

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