„Unverantwortliche Produktionsweise“

Demo in Heidelberg: Proteste vor HeidelbergCement – schwere Vorwürfe gegen Baustoffkonzern

Protestaktion vor HeidelbergCement
+
Protestaktion vor HeidelbergCement

Heidelberg - Am Donnerstag findet während der Hauptversammlung von HeidelbergCement eine Demo statt. Es werden schwerwiegende Vorwürfe erhoben:

  • Am Donnerstag (4. Juni) findet die Hauptversammlung von HeidelbergCement statt.
  • 250 Demonstranten versammeln sich zeitgleich vor dem Sitz des Unternehmen in Heidelberg um gegen die Unternehmenspolitik zu protestieren. 
  • Es gibt schwerwiegende Vorwürfe gegen den Baustoffriesen.

Am Donnerstag (4. Juni) findet die Hauptversammlung von HeidelbergCement statt. Wegen der Corona-Pandemie musste sie von Mai auf Juni verschoben werden und läuft komplett wegen der Kontaktbeschränkung virtuell ab. Der Baustoffkonzern hatte für 2019 einen Gewinn von 3,6 Milliarden Euro und damit ein Plus von 16 Prozent erzielt. Während sich Aktionäre über die aktuelle Lage des Unternehmens per Live-Chat besprechen, treffen sich jedoch gleichzeitig mehrere Menschen vor dem Gebäude in Heidelberg – mit einer klaren Message. 

Denn während der Hauptversammlung von HeidelbergCement findet eine Demo statt. Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsorganisationen, darunter Fridays for Future, Watch Indonesia!, ROBIN WOOD und pax christi haben sich versammelt um gegen die Unternehmenspolitik des Baustoffkonzerns zu demonstrieren. 

Während Hauptversammlung: Demo gegen HeidelbergCement – schwerwiegende Vorwürfe

Die rund 250 Demonstranten versammeln sich um 9:30 Uhr vor dem Sitz von HeidelbergCement. Mit Plakaten, Bannern und Masken protestieren sie gegen den Baustoffriesen. Sie werfen ihm unter anderem vor, Klimaziele nicht einzuhalten und durch Bauprojekte Umwelt und Menschenrechte zu gefährden

Protestaktion vor HeidelbergCement

Schönrechnerei bringt keine Klimagerechtigkeit. Die Klimaziele von HeidelbergCement müssen dem 1,5-Grad Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens gerecht werden“, fordert Line Niedeggen von Fridays for Future Heidelberg. „Auch wenn die Hauptversammlung in Corona-Zeiten virtuell stattfindet, tragen wir unseren Protest heute auf die Straße. Denn HeidelbergCement macht auch während der Pandemie weiter Kasse – auf Kosten von Klima, Natur und Menschenrechten“, sagt Jana Ballenthien von ROBIN WOOD. „Wir sind hier, um diese unverantwortliche Produktionsweise öffentlich anzuprangern und Klimagerechtigkeit einzufordern.“

Fridays for Future ruft zur Demo gegen HeidelbergCement auf – Unternehmen äußert sich

Bei der Demo gegen HeidelbergCement werden die Corona-Regeln eingehalten. Zum Protest selbst hat Fridays for Future aufgerufen. Mit Pfeifen und Rufen machen die Teilnehmer auf sich aufmerksam.

Protestaktion vor HeidelbergCement

Wie der SWR berichtet, sagt ein Unternehmenssprecher zu den Protesten, HeidelbergCement begrüße generell die gesamtgesellschaftliche Diskussion zum Thema Klimawandel. Klimaschutz sei für das energieintensive Unternehmen ein vorrangiges Ziel. Das Unternehmen arbeite intensiv daran, den CO2-Ausstoß zu senken und sei dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet. In einem Nachhaltigkeitsbericht aus dem Jahr 2018 heißt es zum Thema Klimaschutz: „Im Zentrum unserer Nachhaltigkeitsanstrengungen steht der Klimaschutz: Wir haben uns verpflichtet, unseren Beitrag zur globalen Verantwortung zu leisten, den weltweiten Temperaturanstieg auf unter 2 Grad zu begrenzen. Wir möchten den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft fördern und gleichzeitig die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Länder unterstützen, in denen wir tätig sind.“

HeidelbergCement steht weltweit auf Nummer zwei der Weltmarktliste für Zement und auf Platz eins bei Zuschlagsstoffe. Der Baustoffkonzern mit Sitz in Heidelberg ist in 60 Ländern tätig und beschäftigt rund 60.000 Menschen. Allein in Heidelberg arbeiten rund 1.000 Personen.

Anfang Juni versammelten sich rund 4.000 Menschen bei der „Black Lives Matter“-Demonstration am Schloss in Mannheim, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren.

Nach dem Mord an George Floyd gehen die Menschen unter dem Motto „Black lives matter" auf die Straße. Auch in Heidelberg findet eine Demo auf der Neckarwiese statt, um auf Raissmus und Polizeigewalt aufmerksam zu machen.

Um ein Fahrverbot an Wochenenden und Feiertagen zu verhindern, fahren tausende Biker bei einer Motorrad-Demo mit. Ein paar von ihnen fahren bis nach Karlsruhe, um dort ihre Thesen an das Bundesverfassungsgericht zu hängen.

jol

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare