Verführung Minderjähriger?

DKFZ bemängelt Marketing für E-Zigaretten

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Wissenschaftler fordern ein Werbeverbot für E-Zigaretten.

Heidelberg-Neuenheim - Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) bemängelt das aktuelle Marketing für E-Zigaretten und fordert politische Regulierung und ein Werbeverbot.

Mit poppigem Design und fruchtigen Geschmacksrichtungen haben E-Zigaretten das Potenzial, Minderjährige zu verführen. Dies sei gefährlich, denn die Langzeitfolgen des E-Zigarettenkonsums seien noch nicht bekannt. Dies teilten Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg am Mittwoch mit.

Die Forscher forderten unter anderem ein Verkaufsverbot an Jugendliche und ein Werbeverbot für elektronische Zigaretten und Tabakprodukte. Zudem sollte auch die Verpackung angepasst werden: „Die Verpackungen und Geräteformen aller E-Inhalationsprodukte sollten umgehend standardisiert werden, um kinder- und jugendgerechtem Design vorzubeugen.

Buntes Design zielt auf Jugendliche ab

Denn: Produktdesigner wüssten genau, wie sie eine bestimmte Zielgruppe erreichen könnten. Jürgen Dorn, Geschäftsführer des Landesjugendrings Baden-Württemberg, kritisierte den Versuch der Produzenten, „durch entsprechende Werbung zu einem Suchtverhalten zu animieren.

Das renommierte DKFZ in Heidelberg.

Noch bis Donnerstag kommen rund 250 Experten und Politiker aus zehn Ländern der zwölften Konferenz für Tabakkontrolle im Heidelberger DKFZ zusammen. Eine in diesem Zusammenhang vorgestellte Publikation bemängelt insbesondere das aggressive Marketing: Dadurch würde der Eindruck vermittelt, E-Zigaretten seien Lifestyle-Produkte. 

Knallbunte und strassbesetzte Geräte und Sorten wie ‚Tutti Frutti‘ oder ‚Schokolade‘ verführen Kinder und Jugendliche zum Ausprobieren von E-Zigaretten“, mahnte die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention beim DKFZ, Martina Pötschke-Langer. 

Dem DKFZ zufolge werden E-Zigaretten wie Tabakzigaretten im Internet, an Tankstellen, Supermärkten und Kiosken verkauft und beworben.

Einwände durch die E-Zigarettenindustrie

Die Kritik durch die Forscher will der Verband des eZigarettenhandels so nicht gelten lassen, schließlich würden elektrische Zigaretten an Orten wie Tabakgeschäften verkauft, an denen Kinder nichts zu suchen hätten: „Süßigkeiten für Kinder und Jugendliche werden an ganz anderen Orten präsentiert als E-Zigaretten“, sagte Verbandschef Dac Sprengel. 

Außerdem habe sich der Verband, der nach eigenen Angaben 70 Prozent der E-Zigaretten-Händler vertritt, eine Selbstverpflichtung auferlegt, nicht an Jugendliche zu verkaufen.

dpa/rmx

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