Seit 2006 im Amt

Prof. Dr. Eckart Würzner: Vom Heidelberger Studenten zum Oberbürgermeister

Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos) ist seit dem 14. Dezember 2006 Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg.
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Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos) ist seit dem 14. Dezember 2006 Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg.

Seit 2006 heißt der Oberbürgermeister Heidelbergs Prof. Dr. Eckart Würzner. Alle Stationen seiner 32-jährigen Karriere:

  • Prof. Dr. Eckart Würzner ist seit 2006 Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg.
  • Der gebürtige Niedersachse hat in Mannheim und Heidelberg studiert.
  • Im Lauf seiner Karriere hat er eine Vielzahl politischer und wirtschaftliche Ämter übernommen.

Prof. Dr. Eckart Würzner erblickt am 10. Oktober 1961 im niedersächsischen Goslar das Licht der Welt. Nach Abschluss der allgemeinen Hochschulreife in Düsseldorf beginnt er ein Studium der Geographie in Mannheim und Heidelberg mit den Nebenfächern Geologie und Jura, das er 1987 mit der Examensnote 1 abschließt. Von 1988 bis 1982 schreibt er an seiner Dissertation zum Thema „Vergleichende Fallstudie über potentielle Einflüsse atmosphärischer Umweltnoxen auf die Mortalität in Agglomerationen“. Er graduiert summa cum laude.

NameProf. Dr. Eckart Würzner
Geboren10. Oktober 1961 in Goslar
StudiumGeographie mit den Nebenfächern Geologie und Jura
EhepartnerJanine Würzner (verh. 1982)
Kinder4

Im Jahr 1988 steigt er als als Umweltfachberater für die Verwaltungsspitze der Stadt Heidelberg ins Berufsleben ein. Schon in dieser Zeit beweist er bei verschiedenen Projekten Führungsqualitäten: Würzner baut die Umweltbehörde auf und leitet diese, er ist Gründungsmitglied und Geschäftsführer der regionalen Energieagentur und gründet außerdem den Arbeitskreis Umwelt beim Deutschen Städtetag.

Prof. Dr. Eckart Würzner: Internationale Tätigkeit

Eckart Würzner übernimmt in seiner Karriere auch Aufgaben außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Er unterstützt den Aufbau eines Umwelt- und Energiemanagements in Rio de Janeiro und Curitiba (Brasilien) für die Carl-Duisberg-Gesellschaft. Außerdem führt er ein Schulungsseminar für den Aufbau von Umweltmanagementsystemen in Rijad, Jeddah und Dhahran (Saudi Arabien) im Auftrag des Auswärtigen Amtes durch. Darüber hinaus leistet er Mitarbeit in einer Expertenrunde der OECD zur Erstellung der Veröffentlichung „Urban Energy Management“.

Im Jahr 1996 erfolgt ein Forschungsaufenthalt als German Marshall Fund Fellow in den USA. Seine Aufgabe ist die Erstellung einer Studie über Klimaschutzstrategien amerikanischer Städte für das Center for Clean Air Policy in Washington. Stationen dieser Reise sind Washington, Minneapolis, Chicago, Los Angeles, San Diego und Denver.

Prof. Dr. Eckart Würzner: Umweltpolitische Tätigkeit

Erste Station seiner umweltpolitischen Tätigkeiten ist die Arbeit als Umweltfachberater für die Verwaltungsspitze der Stadt Heidelberg von 1988 bis 1991. Von 1991 bis 1997 ist er Leiter der Abteilung technischer Umweltschutz der Stadt Heidelberg. Im Jahr 1997 wechselt er zur Abteilung Umwelt- und Energiemanagement. Dort arbeitet er zwei Jahre ebenfalls in leitender Postion. Von 2000 bis 2001 ist er Leiter des Amt für Umweltschutz, Energie und Gesundheitsförderung.

Am 15. Februar 2001 erfolgt die Wahl zum Heidelberger Umweltdezernenten ‒ auch Umweltbürgermeister genannt. Oberbürgermeisterin Beate Weber bei der Ernennung: „Ich gratuliere Herrn Dr. Würzner sehr herzlich zu seiner Wahl und freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm. Bereits in den vergangenen zehn Jahren hat Herr Würzner Maßgebliches für den Umweltschutz in Heidelberg geleistet, besonders in den Bereichen Klimaschutz und Lokale Agenda. Dies ist eine hervorragende Grundlage für seine neue Arbeit als Umweltbürgermeister. Ich hoffe, dass Herr Würzner viel Unterstützung bei seinen Aktivitäten erfährt, damit wir gemeinsam in großen Schritten vorankommen bei der nachhaltigen Entwicklung unserer Stadt. Er kann auf der hervorragenden Arbeit seines Vorgängers, Herrn Schaller, aufbauen“.

Oberbürgermeisterin Beate Weber gibt Eckart Würzner Glückwünsche und eine Stärkung für das neue Amt als Umweltdezernent auf den Weg.

Das neue Amt tritt er am 1. April 2001 als Nachfolger von Bürgermeister Thomas Schaller an und hat es bis zur Wahl zum Heidelberger Oberbürgermeister im Dezember 2006 inne. Daneben vertritt Würzner die Stadt Heidelberg als Vorstandsmitglied im europäischen Energieverband Energy Cities (seit 1994) und als Mitglied der Fachkommission Umwelt des Deutschen Städtetags (seit 1995). Seit 1997 ist er Hauptgeschäftsführer der Regionalen Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg - Nachbargemeinden (KLiBA).

Die europäische Städtenetzwerk „Energy Cities“ ist eine Allianz von Städten und Gemeinden, die sich dem Kampf gegen den Klimawandel verpflichtet haben. Dem Netzwerk gehören über 1.000 Städte in 30 Ländern an. Sie haben das Ziel eine nachhaltige, lokale Energiepolitik voranzutreiben. Heidelberg hat seit 2009 die Präsidentschaft der Energy Cities inne. Seit 2015 gehören die Enrgy Cities auch dem globalen Städte-Netzwerk „Global Covenant of Mayors for Climate & Energy“ an. Ziel des weltweiten Zusammenschlusses von 7.100 Städten aus 119 Ländern ist die Stärkung des Einfluss der Städte beim Klimaschutz, sowie die globale Intensivierung und Vernetzung der Klimaschutz-Aktivitäten. 

Prof. Dr. Eckart Würzner: Heidelbergs Oberbürgermeister seit 2006

Nach sechsjähriger Tätigkeit als Umweltbürgermeister für die Stadt Heidelberg kandidiert er für das Amt des Oberbürgermeisters. Die Vorzeichen auf einen politischen Wechsel in Heidelberg sind eindeutig, als Würzner am 10. Oktober 2006 seinen 45. Geburtstag im SRH-Tower feiert. Unter den rund 200 prominenten Gästen aus Politik und Gesellschaft ist auch der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Lothar Späth. Dieser prophezeit an dem Abend: „In Heidelberg ist ein politischer Wechsel fällig. Und außerdem ist das ein Geburtstagsgeschenk von mir, kein Wahlkampf“.

Einen Monat später, am 12. November 2006, wird Eckart Würzner bei der OB-Wahl in Heidelberg zum neuen Oberbürgermeister der Stadt gewählt. Er setzt sich im zweiten Wahlgang mit 53,9 Prozent der Stimmen gegen Prof. Dr. Caja Thimm durch. Am 13. Dezember 2006 übergibt die scheidende Oberbürgermeisterin Beate Weber (SPD) ihr Amt an den parteilosen Würzner. Die Vereidigung erfolgt einen Tag später mit nachfolgenden Empfang im Königssaal des Heidelberger Schlosses.

Beate Weber übergibt die Schlüssel für das Dienstzimmer im Rathaus an ihren Nachfolger Dr. Eckart Würzner.

Am 7. Februar 2007 trifft Eckart Würzner Bundespräsident Köhler vor der Alten Universität Heidelberg. Dieser beglückwünscht den damals 45-Jährigen: „Guten Tag, Herr Bundespräsident, ich begrüße Sie als frisch gewählter Oberbürgermeister in Heidelberg“ – „Dazu beglückwünsche ich Sie. Ein schönes Örtchen hier.“ – „Das kann mal wohl laut sagen“, entgegnet Würzner.

Seine Themen als Oberbürgermeister:

  • Konversion: Heidelberg kann nach dem Abzug der US-Armee 180 Hektar Fläche neu entwickeln. Auf den insgesamt fünf Arealen im Stadtgebiet sollen vielfältig gemischte Quartiere entstehen. Eines der Kernziele sei die Schaffung von preiswertem Wohnraum.
  • Bahnstadt: In zentraler Lage entsteht Heidelbergs neuester Stadtteil komplett im Passivhaus-Standard.
  • Mobilitätsnetz: Mit dem Aus- und Neubau von mehreren Straßenbahnlinien soll der öffentliche Nahverkehr in Heidelberg gestärkt werden.
  • Umweltschutz: Heidelberg nimmt als Modellkommune am Masterplan 100 % Klimaschutz des Bundesministeriums teil.
  • Familienoffensive: Ausbau von Betreuungsplätzen
  • Bildung

Im Oktober 2014 wird Würzner als Stadtoberhaupt bestätigt und tritt seine zweite Amtszeit an. Bei der Wahl 2014 setzte er sich deutlich (84,4 Prozent) gegen den ebenfalls parteiunabhängigen Alexander Kloos durch. Die Grünen hatten ursprünglich Derek Cofie-Nunoo als Kandidaten aufgestellt. Dieser musste seine Kandidatur aber aus gesundheitlichen Gründen zurück ziehen.

Prof. Dr. Eckart Würzner: Weitere Tätigkeiten

OB Eckart Würzner ist Mitglied des Präsidiums- und Hauptausschuss des Deutschen Städtetages, des Vorstands des Städtetags Baden-Württemberg und des Beirats der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung sowie des Vorstands des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar.

Neben politischen und ökologischen Ämtern ist Eckart Würzner auch im sozialen Bereich aktiv. Unter anderem ist er Kuratoriumsmitglied des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma Heidelberg sowie der Stiftung Reichspräsident Friedrich-Ebert-Gedenkstätte. Außerdem hat er die Schirmherrschaft über die Internationalen Wochen gegen Rassismus inne.

Neben diesen hat er im Lauf seiner Karriere auch andere Ämter inne. Er ist auf kommunaler Ebene als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Heidelberg, der Heidelberg Marketing GmbH und des Technologieparks tätig. Außerdem ist er Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Heidelberg sowie regional und Vorsitzender der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur. Als Vorsitzender der Sportregion Rhein-Neckar macht sich Würzner zuletzt für eine höhere mediale Aufmerksamkeit für Sportarten und -vereine abseits des Fußballs stark.

Prof. Dr. Eckart Würzner: Sein Privatleben

Eckart Würzner ist seit 1982 mit seiner Frau Janine verheiratet. Das erste Kind haben die beiden bekommen als Würzner noch an seiner Dissertation geschrieben hat. Insgesamt hat das Paar vier Kinder: Tatjana, Alexander, Jessica und Niklas. Der jüngste Sohn Niklas ist begeisterter Basketball-Fan und möchte diese Leidenschaft zum Beruf machen. Derzeit spielt er für die MLP Academics Heidelberg. Der Unterstützung seiner Eltern kann er sich dabei zu 100 Prozent sicher sein, verrät er in einem Vater-Sohn-Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung im Jahr 2017.

Auf den internationalen Reisen zu Beginn seiner Karriere ist auch die damals junge Familie im Wohnwagen dabei. Während Vater Eckart auf Tagungen spricht, entspannt der Rest der Familie auf dem Campingplatz. Würzner wohnt im Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen.

Prof. Dr. Eckart Würzner: Dozent an Universität und Hochschule

Von 1998 bis 2005 hat Eckart Würzner eine Lehrtätigkeit an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg inne. Seit 2009 ist er Dozent an der SRH Hochschule Heidelberg im Bereich Energie und Umweltmanagement, Nachhaltigkeit und Projektmanagement. Im Mai 2016 ist er zum Honorarprofessor der SRH Hochschule Heidelberg ernannt worden. (lpb)

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