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Wegen Schaumküssen – Rassismus-Eklat um OB Würzner: „Habe nicht nachgedacht“

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Von: Daniel Hagen

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Heidelberg - Die Wahl zum Oberbürgermeister rückt immer näher. Amtsinhaber Eckart Würzner muss sich entschuldigen, nachdem er in einem Podcast ein rassistisches Wort benutzt.

Um junge Wähler zu erreichen, nutzen immer mehr Politiker neue Medien. Dazu gehört auch Eckart Würzner, der seit Juni einen Podcast mit dem Titel „Let‘s talk, Eckart – bei Mirko am Mikro“ veröffentlicht. Kurz vor der Wahl zum Oberbürgermeister von Heidelberg am 6. November spricht der 60-Jährige dort über Themen wie Sport, Familie und Bildung. Eigentlich gibt es auch eine Folge, in der über das Thema Essen gesprochen wird – diese ist aber nicht mehr zu finden.

Rassismus-Skandal um Eckart Würzner – wegen Schaumküssen

Der Grund dafür ist eine Aussage, für die Eckart Würzner sich jetzt auf Instagram entschuldigt. „Ich möchte alle Personen, die sich durch meine Aussage angegriffen oder verletzt fühlen, um Entschuldigung bitten“, schreibt der Oberbürgermeister auf seinem Kanal. Was genau der Auslöser ist, lässt sich nur schwer sagen, weil die betroffene vierte Folge des Podcasts überall gelöscht worden ist.

Eckart Würzner erklärt jedoch, dass er im Podcast zum Thema Essen einen Ausdruck für Schaumküsse genutzt habe, der in seiner Jugend schon „genauso falsch war wie heute“. Welches Wort genau er genutzt hat, ist jedoch nicht bekannt. Der Facebook-Kanal „AfD Watch Heidelberg“ hat die Folge allerdings schon vor mehreren Tagen angekreidet und wirft dem OB vor, „N-Kuss“ gesagt zu haben.

Oberbürgermeister Eckart Würzner entschuldigt sich für Verwendung von rassistischem Wort

Aufgrund der dunklen Farbe werden Schaumküsse schon seit vielen Jahren mit Bezeichnungen beschrieben, die mittlerweile als rassistisch gelten. Trotzdem sprechen viele Leute heute noch von „N-Küssen“ oder „M-köpfen“, was erniedrigende Worte für People of color sind. In den letzten Jahren hat es in Heidelberg auch immer wieder Ärger um das „Gasthaus zum Mohren“ gegeben.

Während manchen es schwerfällt, die Worte aus ihrer Jugend abzulegen, pochen andere darauf, sie weiterzunutzen, weil sie es sich nicht verbieten lassen wollen. Diese Menschen sind aber in den überwiegenden Fällen nicht von diesem Rassismus betroffen. Bei Eckart Würzner handelt es sich laut eigener Aussage um ein Relikt aus der Jugend. Der 60-Jährige habe nicht nachgedacht und bereue seine Aussage.

Instagram-Follower reagieren gespalten auf Entschuldigung von OB Eckart Würzner

Die Instagram-Follower nehmen die Entschuldigung von Eckart Würzner mit geteilter Meinung auf. Einige gratulieren dem amtierenden Oberbürgermeister von Heidelberg für seine Entscheidung, andere argumentieren nach dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. Manch andere erheben aber auch Vorwürfe.

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„Sowas fällt im Post-Schnitt auf und wenn man es trotzdem drin lässt, ist es extra“, schreibt eine Instagram-Userin und wirft Eckart Würzner vor, das „N-Wort“ bagatellisiert und sich darüber lustig gemacht zu haben, indem er danach darüber gekichert habe. So kurz vor der Wahl zum Oberbürgermeister von Heidelberg könnte es den 60-Jährigen ein paar Stimmen kosten, bewusst solche rassistischen Wörter zu nutzen. Immerhin hat ein Herausforderer bereits angekündigt, OB Würzner im November ablösen zu wollen. (dh)

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