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Heidelberger radelt ins südliche Afrika – erste Spendengelder treffen ein

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Von: Florian Römer

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Anfang November brach Xaver Lechner zu einer Langstrecken-Radtour auf. Auf dem Weg ins südliche Afrika will der Heidelberger Spenden für ein Schulbauprojekt in Sambia sammeln.

Update vom 8. Dezember: Fast zwei Wochen nach unserem letzten Telefonat ist Xaver Lechner seinem großen Ziel einige hundert Kilometer näher gekommen – dem afrikanischen Kontinent. Mittlerweile hat der 40-Jährige Valencia erreicht, 2.000 Kilometer hat Lechner zurückgelegt. „Körperliche Beschwerden habe ich aktuell keine“, berichtet Lechner, der auf dem Weg nach Südspanien eine Gelbfieber-Impfung organisiert. In Malaga soll er die Impfung bekommen.

Zwischen 120 und 140 Kilometer legt Lechner täglich zurück. In Südspanien wird er einen Freund treffen, mit dem er gemeinsam nach Marokko übersetzen und dann durch Afrika radeln will. „Bis dahin gilt es noch, einige Ersatzteile zu beschaffen“, erzählt Lechner. „Ich vermisse Heidelberg und meine Freunde“, sagt der gelernte Mechatroniker, „freue mich aber auch total auf das Abenteuer, das auf mich wartet.

Die Tour führt Lechner auch durch eine Allee.
Die Tour führt Lechner auch durch eine Allee. © Xaver Lechner

„Erste Spendengelder sind übrigens auch schon eingegangen – rund 1.400 Euro“, freut sich Lechner. Mit seiner Langstreckenradtour will der 40-Jährige Gelder für den Ausbau eines Schulhauses in Sambia sammeln.

Über 12.000 Kilometer ins südliche Afrika – Heidelberger radelt für guten Zweck

Erstmeldung vom 25. November: Rund 1.200 Kilometer hat Xaver Lechner bereits zurückgelegt, als wir mit ihm am Freitagmorgen (25. November) telefonieren. Aktuell befindet sich Lechner wenige Kilometer vor der spanischen Grenze auf der EuroVelo-Route 8 an der Mittelmeerküste. Gemeinsam mit seinem Kumpel Krister ist der 40-Jährige Anfang November zu einer wahren Mammut-Tour aufgebrochen: Von Heidelberg aus will der gelernte Mechatroniker über 12.000 Kilometer mit dem Fahrrad ins südliche Afrika fahren – und dabei Spenden für einen Schulhausbau in Sambia sammeln.

Xaver Lechner vor dem Start seiner Radtour in Heidelberg.
Xaver Lechner vor dem Start seiner Radtour in Heidelberg. © Volker Pfau/HEIDELBERG24

Heidelberger radelt ins südliche Afrika und sammelt Spenden für Schulbauprojekt

„Bei einer Radtour durch Finnland habe ich mein Faible für Langstreckenradeln entdeckt“, erzählt Lechner im Gespräch mit HEIDELBERG24. Dann habe ihn ein Freund gefragt, ob er Lust auf eine gemeinsame Radtour auf dem afrikanischen Kontinent habe. „Der zeitliche Rahmen passte“, sagt Lechner. Jetzt ist der gelernte Mechatroniker gut zwei Wochen unterwegs, 88 Stunden davon auf dem Rad.

1.200 Kilometer hat Lechner auf seiner Tour nach Sambia bislang zurück gelegt.
1.200 Kilometer hat Lechner auf seiner Tour nach Sambia bislang zurück gelegt. © Screenshot Xaver Lechner

Neun Monate wird die Tour wohl dauern, schätzt Lechner: durch die Rheinebene und das Rhonetal ans Mittelmeer, entlang der Küste nach Südspanien, mit der Fähre nach Marokko, dann die Westküste Afrikas entlang bis Namibia, ehe es dann ostwärts nach Sambia geht. Mit seiner Langstreckentour will Lechner, der sich selbst als „Lebenskünstler“ bezeichnet, auf ein Projekt aufmerksam machen, das ihm am Herzen liegt: In Kitwe, der zweitgrößten Stadt Sambias, unterstützt ein gemeinnütziger Verein aus Dossenheim die Erweiterung einer Schule.

„Das Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit hat Fördergelder genehmigt, aber durch Währungsfluktuationen reicht das noch nicht für einen Neubau mit vier Klassenzimmern im Erdgeschoss und vier Wohnräumen für Lehrkräfte im ersten Stock“, erklärt Xaver Lechner. „Es wäre schön, wenn sich Menschen finden, die mit ihrer Spende die Durchführung des Projekts gewährleisten.“

„Jeder Heidelberger sollte ein Mal nach Montpellier geradelt sein“

Auf der bisherigen Route hatten Lechner und sein Begleiter „voll Glück mit dem Wetter“, berichtet der 40-Jährige. In seinen Erzählungen schwingt die Begeisterung über erste Erfahrung auf der Tour mit: über das europäische Radroutennetz EuroVelo, die „schnuckeligen Gärten und Fachwerkhäuser“ zwischen Freiburg und Kehl oder die landschaftlichen Reize des Rhonetals. Heidelbergs französischer Partnerstadt Montpellier hat es Lechner übrigens besonders angetan:

Das ist eine grandiose Stadt. Jeder Heidelberger sollte ein Mal mit dem Rad da hin gefahren sein. Die Tour dort hin ist einfach wunderschön.

Xaver Lechner über Heidelbergs Partnerstadt Montpellier.

„Auf dem Weg warten brutale Hürden“: Heidelberger über Radtour nach Sambia

Noch befinde er sich auf dem „einfachen Teil“ seines Abenteuers, weiß Lechner. In wenigen Tagen wird er sich von seinem aktuellen Begleiter verabschieden. „Der fährt bis Barcelona mit, dann fahre ich erst Mal alleine weiter bis nach Südspanien.“ 800 Euro betrage sein monatliches Budget in Europa, in Afrika werden es 500 Euro monatlich sein, verrät Lechner, der 2008/09 für den Deutschen Entwicklungsdienst in einem Wasserwerk in Sambia gearbeitet hat. „Vorwiegend schlafe ich im Zelt, ab und an gönne ich mir aber auch ein Hotel, um die Sachen zu trocknen.“

Lechner auf der Radtour nach Afrika.
Lechner auf der Radtour nach Afrika. © Xaver Lechner

Ende Dezember trifft Lechner dann auf seinen Freund, der ihn zu der Tour inspiriert hat: „‚Radvagabund‘ Jörg war mit dem Rad schon in 43 Ländern unterwegs und hat dabei gut 60.000 Kilometer zurückgelegt“, erzählt Lechner. Anfang Januar wollen die beiden nach Marokko übersetzen und dann das Radabenteuer Afrika starten: immer die Westküste entlang bis Namibia und dann ins Landesinnere nach Sambia. Dabei geht es auch gut 1.200 Kilometer durch die Westsahara.

Ob sie die komplette Strecke ins südliche Afrika schaffen, sei ungewiss: „Auf dem Weg nach Sambia warten etliche tausend Kilometer Abenteuer und brutale Hürden. Da geht es auch durch Länder, in denen Bürgerkriege toben.“ Derzeit sei es schwierig, die Sicherheitslage abzuschätzen. „Mal schauen, wie weit wir kommen.“

Lechner freut sich auf Afrika und seine Menschen

Trotz aller Unwägbarkeiten und potenzieller Gefahren überwiegt bei Xaver Lechner die Vorfreude: „Ich freue mich total auf Afrika, auf die herzlichen Menschen, die frischen Früchte und die schönen Strände.“ 2014 war zuletzt in Sambia und hat in Kitwe auch die Schule besucht, für die er jetzt Spenden sammeln möchte.

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„Bildung ist das A und O“, findet Lechner. „Ich hoffe, dass ich mit meinem Spendenaufruf einen Beitrag leisten kann, dass die Kinder dort Bildung erfahren können. Auch in Afrika leben Menschen, die Träume und Hoffnungen auf ein besseres Leben haben.“ (rmx)

Children with Future in Zambia – Deutschland (CFZD)

Der gemeinnützige Verein „Children with Future in Zambia – Deutschland“ (CFZD) unterstützt die gleichnamige NGO im Bereich Bildung an der Projektschule in Kitwe. Dort werden von der Vorschule bis zur 7. Klasse rund 240 Schüler betreut. Ab Klasse 8 werden Schüler durch Patenschaften unterstützt, die den Besuch einer weiterführenden Schule ermöglichen.

Spendenkonto: Ethikbank Eisenberg,
IBAN: DE04 8309 4495 0003 1359 42 
Überweisungszweck: aktuelles Bengoprojekt

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