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Streit um „Faulen Pelz“ in Heidelberg: Minister Lucha geht auf Stadt und OB Würzner los

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Von: Marten Kopf

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Heidelberg - Im Streit um die Nutzung des Ex-Gefängnisses „Fauler Pelz“ liegen Stadt und Land weiter im Clinch. Sozialminister Lucha (Grüne) schlägt jetzt ganz raue Töne an:

Im Streit zwischen Land und Stadt Heidelberg um die Nutzung des früheren Gefängnisses „Fauler Pelz“ wird der Ton immer rauer. „Ich erlebe in ganz Baden-Württemberg keinen Partner, der so wenig Verantwortung für das Gesamte übernimmt, wie die Stadtspitze in Heidelberg“, sagt Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Donnerstag (11. August) gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“ (RNZ).

Streit um „Faulen Pelz“ in Heidelberg: 80 Plätze für suchtkranke Straftäter

Zur Erinnerung: Minister Lucha will in dem seit 2015 leer stehenden Gebäude möglichst rasch 80 Plätze für die Therapie suchtkranker Straftäter schaffen. Diese Unterbringung soll 2025 wieder beendet werden, wenn andere bestehende Immobilien für den Maßregelvollzug erweitert oder neue gebaut worden sind. Danach soll der Komplex in der Altstadt der Universität Heidelberg überlassen werden. Dieses Prozedere will Lucha mit der Stadt vertraglich festlegen – bislang erfolglos.

Denn die Stadt glaubt angesichts von geplanten elf Millionen Euro Investitionen in das landeseigene Areal nicht an eine befristete Nutzung und klagt mittlerweile gegen das Land. Das Sozialministerium weist darauf hin, dass durch die Weigerung der Stadt Straftäter mangels Behandlungsplätzen vorzeitig auf freien Fuß gesetzt werden müssten.

Heidelberg: Lucha wirft Stadt „Drangsaliererei“ vor

Der Streit ist so verfahren, dass Lucha Anfang Juni gar eigens im Heidelberger Gemeinderat erschienen war, um die Stadträte zu überzeugen, dort aber heftige Kritik einstecken musste. Nun wirft er der Stadt eine „ausgeklügelte Salamitaktik“ und dem Baurechtsamt „Drangsaliererei“ vor.

Letzteres stelle ständig neue Forderungen an den Bauantrag des Ministeriums. „Jetzt sollen wir auch noch ein Artenschutzgutachten vorlegen, obwohl wir bekanntermaßen an der Fassade des ‚Faulen Pelzes‘ nichts ändern wollen.“

Streit um „Faulen Pelz“: Vorgehen von OB Würzner sei eines Oberbürgermeisters unwürdig

Der Minister attackierte auch direkt Stadtoberhaupt Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos): Sein Vorgehen sei des Oberbürgermeisters einer Universitätsstadt nicht würdig!

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Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (CDU) wies die Vorwürfe zurück. Es sei keine „Drangsaliererei“. Es sei vielmehr Alltagsgeschäft, wenn geprüft werde, ob sich in dem Komplex Fledermäuse eingenistet hätten, sagte er der RNZ. (mko/dpa)

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