1. Heidelberg24
  2. Heidelberg

Streit um „Faulen Pelz“ in Heidelberg: OB-Kandidatin Bauer wirbt für Vernunft

Erstellt:

Von: Marten Kopf

Kommentare

Heidelberg - Im Streit um die Nutzung des Ex-Gefängnisses „Fauler Pelz“ für den Maßregelvollzug plädiert Wissenschaftsministerin und OB-Kandidatin Theresia Bauer (Grüne) für Vernunft.

Der 2. Juni war der Tag, an dem sich Sozialminister Manne Lucha mitten hineinbegab ins „Wespennest“. Im Streit zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Heidelberg um die Weiternutzung des früheren Gefängnisses „Fauler Pelz“ stand er höchstpersönlich und vor Ort dem Heidelberger Gemeinderat Rede und Antwort. 

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Fläche108,8 km²
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Streit um „Faulen Pelz“ in Heidelberg: OB-Kandidatin Bauer schaltet sich ein

Lucha möchte den Ex-Knast – zeitlich bis 2025 befristet – für den Maßregelvollzug nutzen, die Stadt dagegen die Räumlichkeiten der Universität Heidelberg zur Nutzung zur Verfügung stellen. Eine Woche nach der denkwürdigen Gemeinderatssitzung schaltet sich auch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer in die Debatte ein. Luchas Kabinettskollegin plädiert für Vernunft in der Auseinandersetzung.

Es gehe jetzt darum, dass Stadt und Land zusammenkämen und an einer Lösung arbeiteten, sagt Bauer am Donnerstag (9. Juni) gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ). Es kommt nicht ganz überraschend, dass sich Bauer an der Diskussion beteiligt – die Grüne tritt bei der im Herbst anstehenden Oberbürgermeisterwahl gegen Amtsinhaber Eckart Würzner an.

OB-Kandidatin Bauer: „Provisorische Notlösung dient einer guten Sache“

Sie sei zwar weiter der Ansicht, dass das Gefängnis aus der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht für einen Maßregelvollzug geeignet sei. Wenn aber sichergestellt werde, dass das Gebäude im August 2025 wieder frei sei und für die Geisteswissenschaften der Universität umgebaut werden könne, „könnte man auch mit einem zeitlich befristeten Maßregelvollzug an dieser Stelle leben“, so Bauer.

Im Vertragsentwurf, den die Stadträte am Donnerstag vor einer Woche vorgelegt bekamen, hätte aus ihrer Sicht das klare Auszugsdatum genannt werden müssen. Lucha hatte für seine Vorschläge im Rat erhebliche Kritik geernet. „Wenn all diese Punkte wasserdicht erfüllt wären, würden die Heidelberger vielleicht ihre Meinung ändern und dem zeitlich befristeten Maßregelvollzug zustimmen, weil diese provisorische Notlösung einer guten Sache dient“, sagt Theresia Bauer nun.

„Fauler Pelz“ in Heidelberg: Lucha kündigt juristische Schritte an

Bei den Abstimmungen im Kabinett habe sie sich enthalten. „Meine Kolleginnen und Kollegen können meine Distanzierung von diesen Beschlüssen nachvollziehen“, zitiert die RNZ Bauer weiter. Die Fronten in dem Streit sind verhärtet. Der Heidelberger Gemeinderat stimmte dafür, den Bauantrag des Landes für die Modernisierung des „Faulen Pelz“ ein Jahr zurückzustellen.

Übrigens: Unser HEIDELBERG24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Käme es zur Verzögerung, könnte das der Todesstoß für die vom Sozialministerium angestrebte, auf drei Jahre begrenzte Zwischennutzung sein. Ressortchef Manne Lucha (ebenfalls Grüne) hofft, das mithilfe des Regierungspräsidiums Karlsruhe auf juristischem Wege zu verhindern. (mko/dpa)

Auch interessant

Kommentare